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Neukirchen-Vluyn
Gastronom gesucht für das "Fair Trade"-Siegel

Neukirchen-Vluyn: Gastronom gesucht für das "Fair Trade"-Siegel
Marion May-Hacker, Michael Erb (links), Ernst Deselaers (2. von links) und Bürgermeister Harald Lenßen beim gestrigen Termin im Kulturcafé mit einer Auswahl von fair gehandelten Produkten. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Mit Michael Erb und Ernst Deselaers kann die Stadt auf zwei Unterstützer bei der Bewerbung für das Siegel "Fair Trade Town" zählen. Doch ein Gaststättenbetreiber fehlt noch. Wer hat Interesse? Von Stefan Gilsbach

Wer die Ratssitzungen in Neukirchen-Vluyn besucht, dem werden schon seit Jahren fair gehandelter Kaffee und Tee angeboten. Das reicht allerdings nicht aus, um die Stadt mit dem offiziellen Siegel "Fair Trade Town" zu schmücken. Dafür gibt es genaue Kriterien. Und bei denen ist die Verwaltung nun ein gutes Stück weiter gekommen.

Grund genug für den Bürgermeister, die Presse zu einem Tässchen mit fair gehandeltem Kaffee ins Kulturcafé in Vluyn einzuladen. "Wir haben mittlerweile zwei Gastronomen dafür gewinnen können, ihren Gästen faire Produkte anzubieten", erläuterte Harald Lenßen. Als erster hatte sich Michael Erb, der Betreiber des KuCa, dazu bereiterklärt. Schon in Neuss hatte er sich auf diesem Gebiet engagiert. Die Stadt an der Erft ist mittlerweile "Fair Trade Town".

Neu dabei unter den Neukirchen-Vluyner Gastronomen ist nun Ernst Deselaers, Inhaber der Landschänke "Zur Grenze" bei Rayen. "Nun brauchen wir noch einen dritten Gastronomen, der mitmacht", erläutert Marion May-Hacker, die als Agendabeauftragte der Stadt das Thema vorantreibt. "Ansonsten haben wir alle Kriterien erfüllt." So sind beispielsweise Schulen, Kirchengemeinden und Vereine mit im Boot. Das Siegel "Fair Trade Town" ist nicht mit finanziellen Vorteilen verbunden, sondern ideell, allerdings bedeutet es eine gute Werbung für die Stadt, die so zeigt, dass sie sich für eine gute Sache ins Zeug legt, vergleichbar mit dem Titel "Familienfreundliche Stadt." Vergeben wird das Siegel durch den gemeinnützigen Verein "Fair Trade". Der Rat von Neukirchen-Vluyn hat eine Bewerbung der Stadt um die Auszeichnung ausdrücklich gebilligt.

Die Zeiten, in denen fair gehandelte Produkte nur in Eine-Welt-Läden zu finden waren, sind lange vorbei. Große Lebensmittelketten haben die Produkte ins Sortiment aufgenommen. "Das ist ein wichtiger Punkt", sagt Michael Erb. Der Einkauf der Produkte darf nicht zu umständlich sein, das lässt sich in den Geschäftsablauf sonst schwer einfügen. Doch diese Logistik sei heute kein Problem mehr.

Vielleicht gibt es bei manchen Gastronomen wegen Erfahrungen aus früheren Zeiten noch Vorbehalte. Harald Lenßen hofft, dass diese ausgeräumt werden können. "Schön wäre es natürlich, wenn sich jemand aus Neukirchen melden würde." Dann wären die beiden großen Ortsteile und der Norden der Stadt mit den Ortschaften Rayen, Hochkamer und Vluynbusch schon abgedeckt.

Keineswegs müssen Gastronomen, die mitmachen, nun ihre Speise- oder Getränkekarte auf fair gehandelte Lebensmittel umstellen. Es geht nur darum, mindestens zwei dieser Produkte im Angebot zu haben. Im KuCa sind dies Kaffee und Zucker. Allerdings bietet Michael Erb seinen Gästen weiterhin auch den gewohnten Kaffee an, falls dieser bevorzugt wird. Beide Sorten kommen ohnehin von dem gleichen Anbieter.

Der Aufwand für die Betreiber von Gaststätten und Restaurants ist also relativ gering. Wenn sich der dritte Gastronom im Bunde findet, kann die Verwaltung offiziell ihre Bewerbung für den Titel "Fair Trade Town" losschicken.

Quelle: RP
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