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Neukirchen-Vluyn
Grundschüler erforschen die Elemente

Neukirchen-Vluyn: Grundschüler erforschen die Elemente
Mit etwas Hilfe fällt der Umgang mit dem Reagenzglas gar nicht so schwer. Die Hundertwasserschüler waren mit großem Eifer bei der Sache. FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Neukirchen-Vluyn. Zum neunten Mal verwandelte sich die Hundertwasser-Schule in Neukirchen in ein großes Versuchslabor. Die Kinder experimentierten mit Licht, Luft, Wasser und Farben. Am Nachmittag stellten sie ihre Projekte Besuchern vor. Von Sabine Hannemann

Können Rosinen tanzen? Lässt sich mit einer Kartoffel Strom erzeugen? Wie trennt man sauber ein Salz-Pfeffer-Gemisch? Lauter Fragen, auf die die Grundschulkinder der Neukirchener Hundertwasser-Schule an ihrem Forschertag eine Antwort erhielten. Bereits zum neunten Mal verwandelte sich das Schulgebäude in ein Versuchslabor, in dem die jungen Forscher Naturphänomen auf den Grund gingen. Mit den Experimenten aus den Bereichen Licht, Wasser, Luft und Farben "sind wir ganz beim Lehrplan, der die Inhalte für den Sachunterricht 'Natur und Leben' vorgibt", sagt Schulleiterin Tania Lauterbach. Dabei sind selbst solch spannende Experimente, die mit einfachen Mitteln wie einem kleinen Sandhaufen, Wasser und haushaltsüblichen Zutaten wie Natron und Zitronensäure die Illusion eines ausbrechenden Vulkans verbreiten.

Vor allem zum Ende des Schulhalbjahres bietet sich ein solcher Forschertag an. Lauterbach: "Das Experimentieren kommt bei den Kindern wie auch dem Kollegium sehr gut an." Und wie bei der Präsentation am Nachmittag zu erleben war, interessieren sich auch die Eltern dafür, warum beispielsweise ein Gemisch auch Zucker, Zitronen und Natron plötzlich blubbern und sprudeln kann.

Gemeinsam bereiten die Kinder die verschiedenen Experimente am Vormittag mit Hilfe von Anleitungen vor. Alle Zutaten stehen bereit, und dann geht es auch schon los. "Wichtig ist gerade bei der Versuchsanordnung, dass die Kinder vorab Vermutungen äußern, wie verschiedene Materialien aufeinander reagieren. Sie formulieren Hypothesen und beobachten den Verlauf des Experiments und dokumentieren die Ergebnisse", beschreibt Tania Lauterbach die Vorgehensweisen, die bereits Grundlage für wissenschaftliches Arbeiten in einfacher Form darstellt. Damit alle Kinder an den verschiedenen Experimenten in den Klassenzimmern teilnehmen können, wechseln die Gruppen. Zu ihrem Arbeitsmaterial gehört ein Laufzettel, der bestätigt, alle 183 Grundschulkinder haben die Stationen angesteuert und damit den gleichen Kenntnisstand.

"Wenn ich die Kinder wahrend des Versuchs beobachte, dann fallen mir ihre leuchtenden Augen auf, wenn sie unmittelbar in dem Experiment eine Reaktion erleben", sagt Lehrerin Sibylle Bouschljong. Vor allem bei dem Experiment mit einer Kartoffel, die mit Hilfe von leitenden Materialien anfängt, Strom erzeugen kann. Über die kleinen Ohrhörer macht sich ein Knacken und Rauschen breit, dem ein Lachen der Kinder folgt. "Ich weiß dann, das Experiment ist geglückt", sagt Sybille Bouschljong.

Als vor Jahren der Pisa-Schock für ein Rumoren in der deutschen Schullandschaft sorgte, Schulprojekte wie Sinus und Komet auf die Bahn brachte, erwachte der Forschergeist an den Schulen. Die Jugend wurde im Unterricht an Phänomene der Naturwissenschaft herangeführt, die Bildungspolitik feierte Erfolge. "Damals haben wir uns um die Teilnahme beworben. Unsere Kollegin Barbara Peise-Schrinner brachte die Ideen an unsere Schule. Die Forschertage haben wir immer weiter ausgebaut", erzählt Schulleiterin Tania Lauterbach, die gleichzeitig auf einen weiteren Termin aufmerksam macht. Am 18. Februar wird die zweite Runde des landesweiten Mathematikwettbewerbs an der Schule durchgeführt. Für 88 Grundschulkinder heißt es dann Daumen drücken.

Quelle: RP
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