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Neukirchen-Vluyn
Hier müssen Rassisten draußen bleiben

Neukirchen-Vluyn: Hier müssen Rassisten draußen bleiben
Die Schüler haben im Rahmen des Zertifizierung Banner für ihren Schulflur gestaltet. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Die Städtische Gesamtschule Neukirchen-Vluyn ist als "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" ausgezeichnet worden. Gemeinsam feierten die Jugendlichen, Lehrer und Eltern in der Aula des Schulzentrums diese Auszeichnung. Von Stefan Gilsbach

Schulleiterin Beatrix Langenbeck-Schwich hatte, ähnlich wie der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King, einen Traum. Nämlich die städtische Gesamtschule Neukirchen-Vluyn noch weiter im Profil zu schärfen und ihre Schuljugend gegen jedwede Form von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, Mobbing und Gewalt zu feien.

In Teamarbeit mit der Schulgemeinde ist es gelungen, das Zertifikat "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu bekommen. Sie ist in NRW die 710. Schule, die zertifiziert wurde.

Die Initiative "Aktion Courage" wurde nach den Brandanschlägen von Rostock, Hoyerswerda und Mölln gegründet. Mölln jährte sich am Tag Zertifikatsübergabe zum 25. Mal. Das große Schild mit dem Schriftzug "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" wird jedem Besucher verdeutlichen, dass der Geist der Zivilcourage die Gesamtschule mitbestimmt.

In einer Feierstunde unter dem Motto: "Wir tanzen, singen und lachen gegen Rassismus" stellte sie mit dem Kollegium, den Klassen und dem Paten, dem Bunten Tisch Moers, den Projekthintergrund vor. Die historische Aufnahme der berühmten Rede des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King "I have a dream" zur Gleichbehandlung aller Menschen stimmte zur Feierstunde ein. In einer engagierten Rede betonte die Schulleiterin, die Haltung anderen Menschen gegenüber sei ausschlaggebend und zu Heldentaten gehöre es, sich um andere Menschen ohne Vorbehalt und mit Wachheit zu kümmern. Gleichgültigkeit lasse das Gewaltpotential wachsen.

Verschiedene Tanz- und Kreativprojekte auf der Bühne zeigten, wie sehr sich die Klassen mit dem Thema bereits auseinandergesetzt hatten. Beispielsweise mit dem Tanzprojekt "Kein Mensch ist egal - Wir performen gegen Rassismus" oder aber dem 36 Meter langen Kunstbanner mit internationalen Friedenssymbolen, das eine Gruppe mit ihrem Lehrer Sinan Lafci gestaltet hatte. Julia Rombeck, Landeskoordinatorin NRW, unterstrich die Bedeutung der Auszeichnung in einer politisch gefährlichen Zeit mit Rechtspopulismus und warnte zugleich vor den Folgen der kreativen Jugendbewegung. "Ihr werdet Staub aufwirbeln! Eure Arbeit geht jetzt erst los. Bleibt am Ball!"

Zu den formalen Voraussetzungen gehörte eine 70-prozentige Zustimmung per Unterschrift der Schuljugend, sich um das Zertifikat zu bewerben. Die Gesamtschule toppte mit 97 Prozent die Mindestmarke. Mit zu den Selbstverpflichtungen für die Gegenwart und Zukunft einer zertifizierten Schule gehören unter anderem regelmäßige wie nachhaltige Aktivitäten, Projekte und Initiativen.

Die Gesamtschule ist nun auch Mitglied im Netzwerk. Bekanntlich geht es nicht ohne kompetente Paten. Der "Bunte Tisch Moers" ist Pate der Schuljugend und kann aus über 20-jährigem Engagement "bunte" Erfahrungen ohne Hass beisteuern. "Frieden lernen, heißt Teilen lernen" so der Vorsitzende Amar Azzoug.

In abschließenden Worten mahnte Lehrer Tobias Barnowski, den Titel mit Inhalt und aktivem Handeln zu füllen.

Quelle: RP
 
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