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Neukirchen-Vluyn
Hochstraße: Politik hört auf die Bürger

Neukirchen-Vluyn: Hochstraße: Politik hört auf die Bürger
Wie soll der Vorplatz der Dorfkirche aussehen? Um diesen und andere Punkte rund um die Neugestaltung der Hochstraße ging es gestern im Bauausschuss. Von der Entscheidung hängt auch der künftige Standort des Marktes ab. FOTO: dieker
Neukirchen-Vluyn. Nachdem zur Entwurfsplanung für die Hochstraße herbe Kritik aus der Bevölkerung kam, zeigen sich die Mitglieder des Bauausschusses entgegenkommend. So möchten sie möglichst viele Stellplätze im Dorf Neukirchen erhalten. Von Stefan Gilsbach

Die Entwurfsplanung für die Umgestaltung der Hochstraße hat viel Kritik von Neukirchener Bürgern auf sich gezogen. Das wurde besonders bei einer Präsentation im "Arbeitszimmer" deutlich (die RP berichtete). Gestern Abend waren die Pläne Thema im Bauausschuss. Dabei machten die Vertreter der Fraktionen deutlich, dass sie die Einwände der Anwohner ernst nehmen und berücksichtigen möchten. Das gilt vor allem für die umstrittenen Punkte wie die Parkplätze, die künftige Pflasterung und die Straßenlaternen.

Wie Gerd Lück, der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, erklärte, habe man sich im Vorfeld der Sitzung bereits in grundlegenden Fragen geeinigt. So hält die Mehrheit der Fraktionen die Entwurfsplanung für den Kirchenvorplatz für nicht praktikabel. Dieser ist stark an den historischen Vorgaben angelehnt, die Grenzen des ehemaligen Friedhofes und die Grabfelder sollen dargestellt werden, dafür sollen nur sechs Stellplätze, zwei davon für Behinderte, übrig bleiben. Das geht auch der evangelischen Kirchengemeinde zu weit. Der überwiegende Teil der Ausschussmitglieder plädiert für eine Lösung, bei der an der Kirche 15 Stellplätze (inklusive drei Behindertenparkplätze) erhalten bleiben und lediglich die Umrisse des einstigen Friedhofs dargestellt werden. Elisabeth Wannemacher (NV AUF geht's) erklärte allerdings, ihre Fraktion bevorzuge die ursprüngliche Planung: "Dadurch lädt der Vorplatz mehr zum Verweilen ein." In die Diskussion hat sich allerdings noch eine weitere Partei eingeschaltet: Der Landschaftsverband Rheinland sieht die Flächen rund um die Kirche nämlich als "hochkarätiges Bodendenkmal".

Was die Fragen der Pflasterung und der Straßenleuchten angeht, wollen die Fraktionen diese Punkte fürs erste zurückstellen und setzen auf weitere Beteiligung der Bürger. Allerdings machte der technische Beigeordnete Ulrich Geilmann deutlich, dass die Verwaltung eine Nachrüstung der jetzigen Straßenlaternen mit LED-Technik ablehnt. Hauptsächlich argumentiert die Stadt mit dem schlechten Zustand der Laternenmasten.

Der Heimat- und Verkehrsverein Neukirchen hatte kurzfristig noch eine Stellungnahme an die Verwaltung gesandt, in dem es um die Gestaltung des Missionshofes geht. Die Heimatfreunde vertreten die Meinung, dass die Fläche eigentlich nicht groß umgestaltet werden müsse. Und sie weist darauf hin, dass ein dort ansässiger Gastronom seinen Außenbereich erweitern möchte - dies sollten die Entscheidungsträger beachten, bevor sie Fakten schaffen.

Auf die Frage von Zuhörern, wann endlich Klarheit über die künftige Aufstellung des Freitagsmarktes herrsche - ein weiterer kontroverser Punkt - hieß es von der Verwaltung: spätestens im Juni.

Quelle: RP
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