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Neukirchen-Vluyn
Hoppedine eröffnet die Session

Neukirchen-Vluyn: Hoppedine eröffnet die Session
Die Hoppedine Anke Penzenstadler spricht auf der Bühne in Vluyn nicht nur über Lokalpolitik, sondern auch über die Anschläge in Paris. FOTO: Siwe
Neukirchen-Vluyn. Auf dem Vluyner Leineweberplatz haben die beiden Karnevalsgesellschaften die neue Session begrüßt, erstmals mit einer "Hoppedine". Sie und Bürgermeister Harald Lenßen thematisieren auch die Pariser Terroranschläge. Von Sabine Hannemann

Pünktlich zum Sessionsauftakt ist in Neukirchen-Vluyn der Hoppeditz auf seinem Lager erwacht und hat bereits das Zepter der Narretei geschwungen. Die Vertreter der fünften Jahreszeit kamen, befreundete Karnevalsgesellschaften aus den Nachbarkommunen wie auch die örtlichen Vereinsvertreter wohnten dem Spektakel am Samstag unter viel Trommelwirbel bei.

Der Leineweberplatz in Vluyn war Schauplatz für Premieren, aber auch der nachdenklichen Momente. Jörg Thiem, Präsident der Neukirchen-Vluyner Karnevalsgesellschaft, eröffnete gemeinsam mit Dirk Halfmann, Präsident der Blauen-Weißen Funken, das muntere Treiben, das einen ersten Vorgeschmack auf die kurze Session gab. Thiem erinnerte an den vor kurzer Zeit verstorbenen Günter Raabe, der als treuer Weggefährte der Vlü-Ka-Ge und Ehrenmitglied den Karneval mitgestaltete, für Karnevalshits und -reden sorgte.

Wie gewohnt gab sich der Hoppeditz nach seinem Tiefschlaf noch ein wenig verschlafen, und doch überraschte er das Publikum. Denn auf sonderbare Weise hatte sich die Gleichberechtigung bemerkbar gemacht und nach ihren Rechten gefragt, wie Präsident Thiem erklärte. Denn auf dem Schlaflager räkelte sich eine "Hoppeditzin". Keine andere als Anke Penzenstadler, die vielen vom Pfarrkarneval der St. Antonius und den kfd-Sitzungen bekannt ist, schlüpfte überzeugend in die Rolle der Hoppedine in Vertretung für André Schellen. Als Hoppeditz konnte er bei diesem Sessionsauftakt nicht dabei sein, schließlich hat der Beruf Vorfahrt. "Ich habe Anke gefragt", erzählte Präsident Thiem. Vielleicht eine eher rhetorische Frage, denn sie ist mit dem Karneval groß geworden. "Kein Problem, ich stelle mich auf die Bühne", hatte sie erklärt.

Als Hoppedine im Amt ließ sie in bewährter Weise die vergangenen Monate Revue passieren, erinnerte an Ereignisse wie die Wiederwahl von Bürgermeister Harald Lenßen und freute sich über den raschen Baufortschritt im Wohnquartier Dickscheheide auf dem ehemaligen Zechengelände. Mehr noch: Mittlerweile habe auf die Gesamtschule als neue Schulform ihren Betrieb aufgenommen, am Julius-Stursberg-Gymnasium starte der Neubau. Demnächst bekomme die Polizei ein neues Zuhause. Auch im Dorf Neukirchen sei Bewegung. Stichworte wie der Edeka-Neubau, Ansiedlung eines Drogerie-Marktes fielen. Für weiteren Aufwind sorge der Förderbescheid für den Ortsteil Neukirchen im Rahmen des NRW-Stadterneuerungsprogramms.

Bei allen positiven Entwicklungstendenzen fand Hoppedine Anke mit Blick auf das Weltgeschehen und die Pariser Geschehnisse mahnende Worte. Gemeinschaft, Toleranz und Friedfertigkeit sei des Schöpfers Wille. Bürgermeister Harald Lenßen, der mit seinen Vertretern Claudia Wilps und Kurt Best, die Sessionseröffnung begleitete, rückte angemessen die Terrorereignisse nochmals in den Mittelpunkt, formulierte Mitgefühl und Betroffenheit. "Unser aller Gedenken ist bei den Opfern." In anderen Kommunen seien erste Karnevalsveranstaltungen aus diesem Anlass bereits abgesagt worden.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Kerstin Radomski betonte, dass es gerade zur westlichen Freiheit und der gelebten Gemeinschaft gehöre, sich nicht von den derzeitigen Terrormilizen in die Schranken weisen zu lassen.

Quelle: RP
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