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Neukirchen-Vluyn
Imkern: Ein süßes Hobby liegt im Trend

Neukirchen-Vluyn: Imkern: Ein süßes Hobby liegt im Trend
Steffen Richter (links) und Dirk Goldschmidt vom Vereinsvorstand am Bienenstock. "Da man sich ruhig und langsam bewegen muss, wird man auch innerlich ganz ruhig", sagt Richter. FOTO: KLaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Der Bienenzuchtverein Neukirchen-Vluyn erfreut sich wachsenden Zulaufs. An seinem Lehrbienenstand können auch Neulinge den Umgang mit den Insekten erlernen. Im Sommer hat die Imkerei Hochsaison. Von Ulrike Rauhut

Im Bienenstock ist mächtig was los - zur Sommersonnenwende haben die Populationen ihren Höhepunkt erreicht: Aus 40.000 bis 60.000 Bienen besteht jetzt jedes Volk. Unermüdlich fliegen die Tiere in einem Radius von bis zu drei Kilometern aus, um Nektar und Pollen als Nahrung für die Larven heranzuschaffen. Dabei entsteht ein Überschuss - die sogenannte Tracht, die der Imker zweimal im Jahr als Honig ernten kann.

Die Waage unter einem der acht Bienenstöcke an Lehrbienenstand der Neukirchen-Vluyner Hobbyimker zeigt zurzeit 65 Kilo an: Etwa 20 Kilo davon sind Honig. Der süße, goldene Saft ist aber nicht der einzige Grund, weshalb sich hier regelmäßig zehn Teilnehmer des Kurses "Imkern auf Probe" auf dem Gelände des Naturschutzbundes (NABU) versammeln. Sie wissen, dass die Honigbiene eine herausragende Rolle bei der Bestäubung unserer Nutz- und Wildpflanzen spielt. Leckeres und vitaminreiches Obst etwa, wie Erdbeeren, Kirschen, Äpfel, Birnen und Pfirsiche - ohne Bienen müssten wir darauf verzichten.

Steffen Richter, der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Neukirchen-Vluyn, und seine Mitstreiter, geben ihr Wissen rund um die Bienen und das Imkern gerne weiter. Und es gibt eine Menge, was man lernen muss, um zum "Bienenversteher" zu werden. Denn mit dem Aufstellen des Stockes ist es nicht getan. Die Bienenvölker müssen gehegt und gepflegt werden. Dazu gehören auch Maßnahmen gegen die Varroa-Milbe, die eine der größten Bedrohungen für den Bienenbestand darstellt. "Vieles kann man in Büchern nachlesen, aber hier wird das Wissen sogleich praktisch erprobt und angewendet", sagt Richter. Jeder Interessierte erfährt bei einem kompletten Durchgang durchs Bienenjahr alles Wissenswerte und lernt das Handwerkszeug, um eigene Völker im heimischen Garten halten zu können.

Die Vereinsmitglieder freuen sich, dass das Interesse an dem naturnahen Hobby einen regelrechten Boom erlebt. Hatte es lange Zeit den Ruf eines typischen Rentner-Hobbys, so sind es nun mehr und mehr jüngere Leute, die das Imkern lernen wollen. Laura ist mit zehn Jahren die jüngste Teilnehmerin. Zusammen mit ihrem Papa Daniel ist sie mit Begeisterung dabei. "Wir lieben die Natur und haben einfach Spaß am Imkern. Da wir Apfel- und Kirschbäume haben, freuen wir uns natürlich über die kleinen Helferlein", erzählen die beiden. Wer so treu dabei bleibt, bekommt einen sogenannten Ableger und darf selber Bienen halten. Mit drei Völkern haben die beiden jetzt angefangen und hoffen, im nächsten Jahr den ersten Honig ernten zu können. Der Verein steht ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Auf der Homepage des Bienenzuchtvereins gibt es sogar ein Forum, in dem sich die Hobby-Imker austauschen können. Hat Laura keine Angst gestochen zu werden? "Och, das macht mir nichts aus. Das gehört dazu", winkt die Kleine ab.

In der Tat bestätigt auch Steffen Richter, mit dem ein oder anderen Stich müsse man trotz Schutzkleidung rechnen. In der Regel aber seien die Bienen friedlich, wenn man sich selbst ruhig verhalte. Angst zu nehmen und das richtige Verhalten bei der Begegnung mit Bienen zu lernen, ist auch ein wichtiges Anliegen des Vereins, beispielsweise bei der Führung von Schulklassen. Für ihn persönlich ist das Imkern auch eine Möglichkeit zu entspannen. "Da man sich ruhig und langsam bewegen muss, wird man auch innerlich ganz ruhig", erzählt er. Im nächsten Jahr gibt es wieder die Möglichkeit, in das "Imkern auf Probe" einzusteigen: Mit der Kirschblüte beginnt das Bienenjahr und auch ein neuer Kurs.

Quelle: RP
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