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Neukirchen-Vluyn
In dieser Kita singen kleine "Carusos"

Neukirchen-Vluyn: In dieser Kita singen kleine "Carusos"
Zu den Gästen in der Kita Diesterwegstraße gehörten gestern die Ratsmitglieder Barbara Simon (SPD, dritte von links) und Karsten Holderberg (CDU). FOTO: stefan Gilsbach
Neukirchen-Vluyn. Weil das Singen in der Einrichtung vorbildlich gepflegt wird, zeichnet der Chorverband die Kita Diesterwegstraße aus. Von Stefan Gilsbach

Kleine Kinder mit einem großem Repertoire - nahezu eine Stunde lang haben die fünf Gruppen der Kindertagesstätte Diesterwegstraße gestern ihre Gäste mit Liedern und kleinen Singspielen unterhalten. Die Knirpse schlüpften dabei in die Rollen von Tieren, Blumen, Gespenstern, Hexen, Schornsteinfegern und so fort. Sie sangen solo und im Chor, schauspielerten und tanzten. Eine tolle Leistung.

Die "vielen fremden Leute", wie ein Kind sagte, waren gekommen, weil die Einrichtung für ihre sangesfreudigen Kinder eine Auszeichnung erhielt: Neben der Eingangstür darf der Kindergarten nun die Plakette "Die Carusos" anbringen. Dort ist bereits eine Reihe von Felix-Plaketten zu sehen, wie die Auszeichnung des Deutschen Chorverbandes früher hieß. Der Zweck ist der gleiche - es werden Kindergärten prämiert, die den Gesang besonders intensiv pflegen.

"Musik ist einer der Schwerpunkte in unserem Kindergarten", sagt Brigitte Bleckmann, die Leiterin. "Mit Instrumenten oder ohne". Für das gestrige Konzert sei kein Programmpunkt rasch noch einstudiert worden, um Eindruck auf die Gäste zu machen, versichert sie. "Das sind alles Lieder, die die Kinder schon beherrschen." Manche davon sind neu, andere wurden schon zu Uromas Zeiten gesungen, wie "Häschen in der Grube".

"Ganz, ganz toll", fand Agnes Koßmann die Darbietung der Kinder. Sie hatte als Vertreterin des Deutschen Chorverbandes die Plakette mitgebracht. Darauf zu sehen sind der Spatz Felix, die lustige Grille, die verträumte Nachtigall, der geniale Rabe, der verwegene Papagei, die kluge Eule und der lässige Frosch - zweifellos eine Combo mit vielen verschiedenen Talenten.

"Die Carusos", das bezieht sich natürlich auf den legendären italienischen Tenor Enrico Caruso, dessen Können so sprichwörtlich geworden ist für alle, die eine großartige Stimme haben. Die Auszeichnung des Deutschen Chorverbandes wird nicht mal so eben verteilt, betonte die regionale Fachberaterin Agnes Koßmann. Die jeweiligen Einrichtungen müssten schon deutliche Anstrengungen zeigen. "Täglich eine Viertelstunde Gesang ist das Mindeste, außerdem sollte auf kindgerechte Tonhöhen geachtet werden." Die Auswahl der Lieder soll vielfältig sein, Begleitung mit Instrumenten und Bewegungsspiele sollen mit eingebunden sein. Die "Carusos"-Initiative des Chorverbandes wird in Kitas im ganzen Bundesgebiet umgesetzt. Wie gut die Kinder von der Diesterwegstraße singen können, das beweisen sie auch als Chor gelegentlich bei öffentlichen Auftritten. "Zuletzt waren wir dabei beim türkisch-islamischen Fest in Neukirchen und beim Seniorennachmittag", berichtete Brigitte Bleckmann. Auch in Seniorenheimen haben die Kinder schon den Bewohnern mit Liedern eine Freude gemacht.

Ob aus einem der Kinder mal ein Caruso oder eine Callas wird, das wird sich zeigen. Sicher ist, sagt die Leiterin, dass die Liebe zur Musik weiterwirkt. "Drei Mädchen, die früher bei uns waren, sind jetzt auf der weiterführenden Schule und spielen noch immer in unserem Orchester beim Martinszug mit."

Quelle: RP
 
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