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Neukirchen-Vluyn
Jede Stimme kommt zur Geltung

Neukirchen-Vluyn: Jede Stimme kommt zur Geltung
"In Zeit und Ewigkeit" war das Chorkonzert überschrieben. FOTO: Marcus Koopmann
Neukirchen-Vluyn. In der renovierten Evangelischen Dorfkirche Neukirchen gab es beim Konzert des "Collegium vocale" Werke der Renaissance und des Barocks zu hören. Solisten, Instrumentalisten und Chor sind exzellent aufeinander abgestimmt. Von Jan Caspers

Unter dem Motto "In Zeit und Ewigkeit" fand am Sonntagabend das traditionelle "Chorkonzert" des "Collegium vocale" der "Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche" statt. In der Evangelischen Dorfkirche Neukirchen standen in diesem Jahr Werke der Renaissance und des Barock auf dem Programm.

Unterstützt wurden die etwa 30 Chormitglieder des "Collegium vocale" durch die "Continuo-Gruppe" des "Cölner Barockorchesters" und die "Kölner Vokalsolisten". Die "Continuo-Gruppe" des "Cölner Barockorchesters" bestand aus der Cellistin Evelyn Buyken, Kit Scotney an der Violone, Natalia Spehl an der Truhenorgel und Klaus Marder an der Laute. Die "Kölner Vokalsolisten" setzten sich aus den Sopranistinnen Julia Reckendrees und Ulrike Hellermann, der Altistin Katharina Georg, dem Tenor Leonhard Reso, dem Bariton Fabian Hemmelmann und dem Bass Christian Walter zusammen. Die musikalische Leitung des Konzertes hatte Hans-Hermann Buyken.

Zu Konzertbeginn waren zwei Motetten und die "Musikalischen Exequien" des Komponisten Heinrich Schütz zu hören. Heinrich Schütz wurde im Jahre 1585 im thüringischen Köstritz geboren. Dank der Begegnung mit Landgraf Moritz von Hessen-Kassel erhielt Heinrich Schütz eine gute Schulbildung. Neben seinem Jura-Studium in Marburg lernte er das Orgelspiel und die Komposition und studierte bei Giovanni Gabrieli in Venedig. Schließlich wurde Heinrich Schütz Hofkapellmeister in Dresden. Neben Motetten und Madrigalen komponierte er viele kleine geistliche Konzerte, Passionsmusiken und Psalmvertonungen. Sein "Magnificat", die "Symphoniae sacrae", die "Geistliche Chormusik 1648" und die "Musikalischen Exequien" gehören zu den bekanntesten Werken des Meisters, der als der erste deutsche Komponist von europäischem Rang gilt. Seine Kompositionen sind geprägt von den Erfahrungen im 30-jährigen Krieg. Bei den "Musikalischen Exequien" war der Tod seines Gönners Heinrich Reuß im Jahr 1635 ausschlaggebend für die Beschäftigung mit einer frühen Form des Requiems.

In der Dorfkirche Neukirchen zeigten sich die Solisten, der Chor und die Instrumentalisten sowohl bei den Kompositionen von Heinrich Schütz als auch bei den anschließenden Motetten und Chorälen von Johann Michael Bach, Johann Sebastian Bach, Gottfried August Homilius und Johann Christoph Friedrich Bach ausgezeichnet aufeinander abgestimmt. In der renovierten Kirche kam jede Stimme wunderbar zur Geltung. Bei den "Lamentatio secunda" von Joseph Hector Fiocco konnte die glänzende Sopranistin Julia Reckendrees auch solistisch in Erscheinung treten.

Das Publikum bedankte sich im Anschluss mit tosendem Beifall bei den engagiert teilnehmenden Musikern für das hervorragende "Chorkonzert".

Quelle: RP
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