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Neukirchen-Vluyn
Jeder Straßenname hat seine Geschichte

Neukirchen-Vluyn: Jeder Straßenname hat seine Geschichte
FOTO: Arnulf Stoffel
Neukirchen-Vluyn. Erwin Büsching hat ein Werk vorgelegt, das die Herkunft der Straßennamen beleuchtet und ihre Geschichte dokumentiert. Von Sabine Hannemann

Drei Jahre lang hat Erwin Büsching für sein etwa 120 Seiten starkes Buch an Zeit investiert. Er hat sich auf die Suche nach der Herkunft der Straßennamen von Neukirchen-Vluyn gemacht. Von A wie Ahornweg bis Z wie Zur Himmelstreppe. Jeder Straßenname hat seine Geschichte. "Ich bin kein gebürtiger Neukirchen-Vluyner, auch kein Niederrheiner, sondern komme aus dem westfälischen Minden", erklärt der 87-Jährige, der seit 1963 vor Ort lebt. In Neukirchen-Vluyn sei er zu Hause.

Rund 330 Straßen durchkreuzen das Stadtgebiet. Das umfangreiche Werk in Angriff zu nehmen, hat gedauert. "Ich hatte einfach Hemmungen", sagt Erwin Büsching, der dabei die Tradition von der 2011 verstorbenen Heimatforscherin Anne Brüggstraß fortführt: Lokal- und Heimatgeschichte aufschreiben, um sie für die Nachwelt zu bewahren. "Sie hat mich immer wieder dazu ermuntert. Sie hätte sich sicherlich über das fertige Buch gefreut", sagt Büsching.

Britta Kaiser vom Planungsamt der Stadt und Petra Schwarzmann vom Stadtarchiv standen ihm mit ihrem Wissen zu Seite. "Er kam regelmäßig ins Rathaus, um das Archiv zu nutzen", sagt Archivarin Petra Schwarzmann. Umfangreiche historische Dokumente sowie alte Karten studierte er intensiv. "Bei der Vergabe von Straßennamen wird immer versucht, einen Bezug herzustellen. Entweder zur Historie oder zur Umgebung", erzählt Britta Kaiser über die Vorgehensweise. Früher kam es auch vor, dass Straßennamen wie "Kurze Straße" schon aus der Bevölkerung kamen.

Erwin Büsching hat sich um die Stadt Neukirchen-Vluyn in den verschiedenen Institutionen verdient gemacht. Er engagierte sich im Museumsbeirat, schrieb die regelmäßig erscheinenden Museum-Infos, um die Bevölkerung zu ausgewählten Themen auf dem Laufenden zu halten. Er war Ratsmitglied und ist bis heute Mitglied des Stadtmarketing-Arbeitskreises Kultur. "Wenn ich etwas mache, dann gründlich", meint er humorvoll. Das Straßenverzeichnis von Voerde wie das vom ehemaligen Moerser Stadtarchivar Peter Hostermann gaben Erwin Büsching die Richtung vor. Von seiner akribischen Arbeit, die er in einem dicken Aktenordner schon zusammengetragen hatte, überzeugte er in Windeseile den Museumsbeirat, dessen Vorsitzender Bürgermeister Harald Lenßen ist. In einem nächsten Schritt holten die Beteiligten die Sparkassen-Kulturstiftung Neukirchen-Vluyn als Sponsor ins Boot. "Erwin Büsching stellte im Frühjahr sein fast schon fertiges Projekt vor. Das fand ich bemerkenswert, und habe mich schnell überzeugen lassen. Dieses Buch zu sponsern, macht uns stolz. Sein Herzblut für dieses Werk ist spürbar", sagt Bernd Zibell, Vorstand der Sparkasse am Niederrhein. Markus Nacke, Vorsitzender der Kulturstiftung, ist überzeugt, dass das Buch schnell im Herzen der Bevölkerung einen festen Platz bekommen wird. Das Buch arbeite Geschichte auf. Viele kleine Stücke fügten sich zu einem großen Ganzen.

150 Exemplare der ersten Auflage liegen im Neukirchener Buchhandlung, bei Giesen-Handick im Ortsteil Vluyn und beim Museumsverein zum Verkauf bereit. Das 120-seitige Buch kostet 20 Euro. Der Erlös fließt dem Museumsverein zu. Erwin Büsching hat auf jegliches Honorar verzichtet.

Quelle: RP
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