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Neukirchen-Vluyn
Jugendzentrum kommt ins "Twen"-Alter

Neukirchen-Vluyn: Jugendzentrum kommt ins "Twen"-Alter
Vor dem Jugendzentrum: (von links) Siegfried Bouws (Geschäftsbereichsleiter Ambulante Hilfen), Julia Lindner, Karin Braun (Leiterin Ambulantes Büro), Jennifer Witt, Bürgermeister Harald Lenßen, Felicitas Schuster-Instenberg , Hans-Wilhelm Fricke-Hein (Direktor des Erziehungsvereins). FOTO: Christoph Reichwein
Neukirchen-Vluyn. Vor 20 Jahren nahm die Jugendeinrichtung des Erziehungsvereins am Klingerhuf die Arbeit auf. Gestern gab es eine Feierstunde in dem Gebäude, in dem auch spätere Fernseh- und Sportprominenz als Jugendliche zu Gast war. Von Stefan Gilsbach

Die bunten Luftballons wiesen den Weg - das Gebäude des Jugendzentrums Klingerhuf in Neukirchen war gestern im Party-Stil geschmückt. Und es gab auch etwas zu feiern: das 20-jährige Bestehen der Einrichtung, die durch den Neukirchener Erziehungsverein getragen wird. Dessen Direktor, Hans-Wilhelm Fricke-Hein, erinnerte bei der Feierstunde an seine eigenen Erfahrungen als Jugendlicher, als er sich in Kempen für ein ähnliches Zentrum engagierte. Dann erwähnte der Theologe das Gleichnis vom verlorenen Sohn, der in schlechter Umgebung sein Erbe verschleuderte. Für Fricke-Hein enthält diese Geschichte auch eine Aussage über die Bedingungen, unter denen Menschen ins Erwachsenenleben treten. "Beim ersten Schritt hinaus ins Leben ist es wichtig, auf die richtigen Leute zu treffen, auf solche, die einem Stabilität geben." Die Intention des Jugendzentrums umriss er mit den Worten: "Wir begleiten die Jugendlichen so gut, wie wir können, aber laufen müssen sie dann selber."

Auch Bürgermeister Harald Lenßen war Gast der Feierstunde. Er hob in seiner Rede hervor, dass im Jugendzentrum Klingerhuf die Kinder und Teenager zu sinnvollen Beschäftigungen herangezogen würden, "anstatt nur an der Konsole zu daddeln."

1997 hatte die bis dahin städtische Offene Jugendeinrichtung in die Trägerschaft des Neukirchener Erziehungsvereins gewechselt. Für das Jugendzentrum wurde ein neues kulturell orientiertes Konzept erstellt. Neben der klassischen "Offenen Tür" wurden Kursangebote, wie beispielsweise Koch-, Bastel-, Fußball-, Musikkurse ins Programm des Jugendzentrums aufgenommen. Inklusion und Toleranz gegenüber der gesellschaftlich-kulturellen Prägung der Jungen und Mädchen waren von Anfang an feste Bestandteile der Konzeption.

Sämtliche Aktivitäten des Jugendzentrums aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, aber beliebt sind unter anderem die Ferienspiele, die seit 1999 im Auftrag der Stadt Neukirchen-Vluyn veranstaltet werden. Weitere Angebote, die im Laufe der Jahre hinzukamen, sind die Soccertour, das Sandfest, Kanu-Touren, Jugendaktions- und Mädchentag und die Organisation von Auftritten regionaler Bands.

Seit 2008 hat die Einrichtung von der Bundeszentrale für Gesundheit und Ernährung alle drei Jahre das Zertifikat "Gut drauf Bildungsträger" erhalten, das Konzept der gesunden Ernährung, Stressbewältigung und Bewegung ist seitdem fester Bestandteil aller Aktivitäten des Jugendzentrums.

In den "Nuller-Jahren" sah es vorübergehend so aus, als könnte das Jugendzentrum finanzielle Probleme bekommen, doch diese Sorgen wurden durch den Träger schließlich ausgeräumt.

Karin Braun, seit 2003 Leiterin des Jugendzentrums, erinnert sich an viele Jugendliche, die im Gebäude an der Wilhelm-Reuter-Allee regelmäßig Zeit verbracht haben. "Einer von ihnen ist ,Shorty', der später bei ,Deutschland sucht den Superstar' dabei war." Und auch Kostas Mitroglou, der später für die griechische Fußball-Nationalmannschaft spielte, war oft Gast am Klingerhuf. Schon damals, erinnert sich Karin Braun amüsiert, habe der Junge einen großen Bewegungsdrang bewiesen. "Er ging ständig über Tische und Bänke."

Quelle: RP
 
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