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Neukirchen-Vluyn/Moers
Junge Bauzeichnerin ist "Beste in NRW"

Neukirchen-Vluyn/Moers. Saskia Kowalewski aus Neukichen-Vluyn hat ihre Ausbildung mit einer Eins als Jahrgangsbeste bestanden. Der Verband Freier Berufe wird sie am 10. November in Düsseldorf zusammen mit anderen hervorragenden Lehrlingen auszeichnen. Von Josef Pogorzalek

Klar, sie freut sich, aber Saskia Kowalewski ist auch aufgeregt und gespannt. "Ich weiß nicht so genau, was auf mich zukommt", sagt die 22-Jährige. Vor ein paar Tagen flatterte ihr eine Einladung des Verbands Freier Berufe zu seiner alljährlichen "Großen Preisverleihung" in Haus: Die Neukirchen-Vluynerin wird am 10. November gemeinsam mit Lehrlingen aus anderen Berufssparten als "Beste Auszubildende in NRW" ausgezeichnet. Ein gesellschaftliches Event, an dem alljährlich Prominenz aus Politik und Wirtschaft teilnimmt. Auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat die Veranstaltung in der Vergangenheit schon beehrt.

Das hätte sich Saskia Kowalewski nicht träumen lassen, als sie im Mai und Juni vor der Industrie- und Handelskammer ihre Prüfungen als Bauzeichnerin ablegte, auch wenn sie mit einer glatten Eins als beste ihres Jahrgangs bestand. Erst recht nicht, als sie sich vor ein paar Jahren als Schülerin am Julius-Sturberg-Gymnasium Gedanken über ihre Zukunft gemacht hatte. Für Architektur hatte sie sich schon länger interessiert, aber nach dem Abi 2012 hatte sie das bloße Schulbankdrücken satt. "Ich wollte etwas Greifbares, Praktisches machen." Die Wahl fiel auf eine Berufsausbildung. Der Beruf der Bauzeichnerin wurde es nicht nur wegen der Nähe zur Architektur, sondern auch, weil ihr die Beschäftigungsaussichten gut schienen. "Bauzeichner werden durchaus gesucht."

Die dreijährige duale Ausbildung absolvierte Saskia Kowalewski im Architekturbüro von Thomas Stahlmann und Ludmilla Roswalka in Kapellen sowie am Berufskolleg Glückenspitz in Krefeld. Von Anfang an habe die Auszubildende einen guten Eindruck gemacht, lobt Ludmilla Roswalka. "Wir sind mächtig stolz auf sie." Als Bauzeichnerin ist die 22-Jährige sozusagen die rechte Hand des Architekten. Aus den Entwürfen des Architekten fertigt sie exakte Bauzeichnungen und Pläne an, die zum Beispiel Grundlage für den Bauantrag oder für die Bauausführung sind. In enger Zusammenarbeit mit dem Architekten stimmt sie auch bauliche Details wie die Verwendung bestimmter Materialien ab. "Man muss eine gute Vorstellungskraft haben, wissen, wie etwas später mal tatsächlich aussieht", sagt die junge Bauzeichnerin. Auch auf Genauigkeit komme es an. Von Hand gezeichnet wird heutzutage übrigens nur noch während der Ausbildung - "Es wird in der Zwischenprüfung gefordert", sagt Saskia Kowalewski. Im Arbeitsalltag dienen ihr Computer und CAD-Programme (computer-aided design = rechnergestütztes Konstruieren) als Werkzeuge.

Viele Architekten haben als Bauzeichner angefangen. Auch für einige ehemalige Azubis aus dem Kapellener Büro war dies das Sprungbrett zu einer Karriere. "Sie arbeiten als Architekten in Dubai oder der Schweiz", sagt Ludmilla Roswalka. Auch Saskia Kowalewski hat Höheres im Blick: Sie hängt gerade eine zweijährige Ausbildung zur Bautechnikerin dran. Als solche kann sie später zum Beispiel die Leitung auf Baustellen übernehmen. Und dann? "Architektur interessiert mich immer noch total", gibt die 22-Jährige zu. Doch ein Studium ziehe sie derzeit nicht ernsthaft in Erwägung.

Quelle: RP
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