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Neukirchen-Vluyn
Junge Talente rocken den Klingerhuf

Neukirchen-Vluyn. Acht Bühnenneulinge heizten den Besuchern am Samstagabend mit ihren selbst komponierten Songs und außergewöhnlichen Texten ein. Die Singer und Songwriter ließen sich vor allem über die Liebe aus. Von Jana Marquardt

Als Noah Wawel (15) aus Moers seinen zweiten Auftritt an diesem Samstagabend, der Jugendkulturnacht im Klingerhuf, mit den Worten ankündigt: "Ihr hört jetzt ein paar ältere Songs von mir, Kuschelsongs", geht ein Raunen durch das Publikum. Von vielen kommt ein langgezogenes "Oh". Vielleicht, weil sie nicht glauben können, dass ein 15-Jähriger schon besonders tiefgründige Songs über die Liebe schreiben könnte. Doch als Noah loslegt, ist es, als würde er von der Liebe seines Lebens erzählen.

"My heart beats for you, no matter where you are" (engl. Mein Herz schlägt für dich, egal, wo du gerade bist), singt er in seinem Lied "In my arms", das von seiner früheren Freundin handelt. Selbstbewusst steht der junge Singer-Songwriter auf der Bühne und begleitet seine Songs mit der Gitarre; seine Spielweise und der Gesang erinnern an den britischen Sänger Ed Sheeran. Kaum zu glauben, dass er sich sein musikalisches Können in den vergangenen zwei Jahren, in denen er hunderte Songs schrieb und Youtube-Videos zum Gitarrelernen schaute, selbst erarbeitet hat. Er besuchte zunächst Jam-Sessions in Moers und Umgebung. "Da habe ich gelernt, mit dem Lampenfieber umzugehen. Es ist wichtig, welches zu haben, damit ich mein Bestes gebe", sagt Noah vor dem Auftritt. Einige Minuten später bekommt der Zuschauer auf Bierbank, Stuhl oder Sofa vor der niedrigen Bühne im gedimmten Licht das Gefühl, dass dieser Junge es auf einzigartige Weise schafft, in seinen Songs Stimmungen und Erfahrungen zu verarbeiten.

Auch Taner (35) aus Rumeln hat romantische Texte in seinem Repertoire. Der gebürtige Moerser widmet seinen Song "Two Strikes And You're Out", seiner Frau Basak, die in der ersten Reihe sitzt und gerührt zu ihrem Mann aufsieht. Taners Stimme ist wohlklingend, er trifft die Töne und schafft es, trotz seiner Nervosität, das Publikum mit seiner gefühlvollen Stimme in den Bann zu ziehen. Nach dem Auftritt, als Basak und Taners Schwester auf den Musiker warten, summen sie das Lied weiter.

Vincent Kuhlen, Marc Sanders und Lukas Knobben aus Mönchen-Gladbach überzeugen vor allem mit ihren mitreißenden Texten zum Jugendlichsein. Während Lukas einen Poetry Slam darüber hält, dass junge Leute mehr an unwichtigen Facebook-Posts interessiert sind als am wahren Leben, singt Vincent davon, wie es ist, erwachsen zu werden und vom Elternhaus fortzugehen.

Chris Koch vom Klingerhuf und Poetry Slammer Johannes Floehr aus Krefeld, der den Abend moderiert, sind trotz überschaubarem Publikum zufrieden mit dem Konzertabend in gemütlicher Atmosphäre. "Alle Bewerber sind mutig, trauen sich, ein ehrliches Feedback zu erhalten und leben ihre Kreativität aus", lobt Koch, der selbst in zwei Bands singt. Poetry Slammer Floehr nickt zustimmend. Da tippt ihm ein Mädchen auf die Schulter. "Entschuldige, kann ich heute Abend auch singen?", fragt Tscharo aus Neukirchen-Vluyn. Von ihrer Freundin Lea auf der Gitarre begleitet, hat sie an diesem Abend ihren ersten Bühnenauftritt mit einem Song, in dem sie negative Erfahrungen aus der Schulzeit verarbeitet.

Quelle: RP
 
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