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Neukirchen-Vluyn
Kabarett und Klamauk in der Kulturhalle

Neukirchen-Vluyn: Kabarett und Klamauk in der Kulturhalle
Regte sich stellvertretend für sein Publikum auf unterhaltsame Weise auf: Sebastian Pufpaff. FOTO: siwe
Neukirchen-Vluyn. Sebastian Pufpaff begeisterte vor vollem Haus mit seinem Programm "Auf Anfang". Von Peter Gottschlich

Er wohnt zusammen mit Maike Kühl und Hannes Ringlstetter im "dritten Stock links" in der "Kabarett-WG", wenn er nicht gerade für die WDR-Fernsehsendungen Mitternachtsspitzen, Fun(k)haus oder Nightwash vor der Kamera steht. Sebastian Pufpaff, Träger des Prix Pantheon 2010, ist ein gefragter Kabarettist und Comedian. Der Rheinländer ist immer auf Achse, wenn er nicht gerade bei seiner Familie in Bonn weilt. Dabei drückt der 40-jährige Magister der Politologie immer wieder auf die Reset-Taste, um neu zu starten, wie am Freitagabend, als er in der Kulturhalle gastierte. "Gehen Sie zurück auf Anfang", empfahl er den 460 Zuhörern im ausverkauften Saal. So heißt auch sein Programm: "Auf Anfang".

"Ich möchte mich für sie aufregen", behauptete der Anzugträger mit Krawatte am Anfang seiner zweistündigen Schau. "Ich bin Deutscher. Was bin ich denn, wenn ich mich nicht aufrege." Der Stand-Up-Comedian, der während seines Studiums bei einem Fernsehverkaufssender unter anderem Küchenmixer anpries, band die Zuschauer bei der Suche nach Themen ein, über die die Deutschen sich aufregen. Donald Trump und Reichsbürger, Aleppo und Autobahndrängler bekam er von seinen Zuschauern als Stichworte geliefert. Diese Themen beleuchtete Sebastian Pufpaff mal klamaukig, mal stärker politisch ist.

Dabei wussten die Zuschauer nie, ob er es ernst meinte oder ironisch. Zum Beispiel zählte er unzählige Nationalitäten auf, die er hasse, um dann klarzustellen: "Außerdem hasse ich die Deutschen und mich selbst." Das gleiche galt für das Familienleben, das er mit vielen Seitensprüngen untersuchte. "Im meinen Bekanntenkreis lassen sich zurzeit alle scheiden", analysierte er, um dann einige schlüpfrige Geschichten zu erzählen.

"Hinterher fühlen Sie sich besser", stellte Sebastian Pufpaff für die Zuschauer und sich selbst fest, als er nach zwei Stunden mit einer Zugabe zur Nicht-Wählbarkeit der etablierten Parteien schloss. "Und ich habe etwas Geld verdient." Er versicherte: "Wer nicht lacht, kriegt sein Geld zurück." In der Kulturhalle ging die Rechnung auf. Die Zuschauer amüsierten sich. Geld zurück kriegen wollte niemand.

Quelle: RP
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