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Neukirchen-Vluyn
Kinder lernen spielend den Wald kennen

Neukirchen-Vluyn. Im Rahmen der Waldjugendspiele erkunden Grundschüler in Neukirchen-Vluyn das Ökosystem Wald. Auch die Arbeit der Förster und Waldarbeiter spielt dabei eine Rolle. Die Mädchen und Jungen erwandern dabei mehrere Stationen. Von Stefan Gilsbach

Der Wald als Klassenzimmer - für 26 Kinder der Gerhard-Teersteegen-Schule ist dies an diesem Vormittag wahr geworden. Unter der Anleitung von Försterin Kathi Lohmann vom Landesbetrieb Wald und Holz nehmen sie an den "Waldjugendspielen" teil, im Wald am Klingerhuf. Jetzt gerade ist Sägen angesagt: Die Mädchen und Jungen schneiden von einem mittelgroßen Ast Scheiben ab. Gar nicht so einfach, das ganz gerade hinzukriegen.

Lehrerin Simone Tersteegen (keine Verwandtschaft) schaut zu, wie ihre Schützline mit den kleinen Sägen hantieren. Sie findet die Idee toll, Kinder auf einen Parcours durch den Forst zu schicken. "Es ist sehr praxisnah, die Schüler dürfen viel ausprobieren." Informationstafeln und Tastkästen dienen als Orientierung und laden zum Innehalten ein.

Elf Stationen erwarten die 26 Viertklässler. Dabei geht es nicht nur um Tiere und Pflanzen des Waldes, sondern auch um die Verarbeitung des Holzes. Die Kinder durften zuschauen, wie Waldarbeiter Stämme zerlegen. "Das hat mir besonders gefallen", berichtet ein Mädchen. Natürlich lernen die Schüler dabei auch, wie die Fachleute sich durch die richtige Ausrüstung schützen, denn die Arbeit mit der Motorsäge ist nicht ungefährlich.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald organisiert die Waldjugendspiele gemeinsam mit den örtlichen Forstämtern. Kathi Lohmann hat bereits an ihrer früheren Arbeitsstelle in Moers regelmäßig auf diese Weise Kindern den Wald nahegebracht.

Dazu gehört natürlich auch zu wissen, wie man sich nicht verhalten soll: Abfälle nicht liegenlassen, keinen Lärm machen, kein Feuer anzünden, nicht mutwillig Bäume, Sträucher und andere Pflanzen beschädigen und die Tiere nicht stören. Letztere freilich lassen sich tagsüber selten sehen, zumindest die Säugetiere. "Obwohl es hier wahrscheinlich Rehwild gibt", meint die Försterin. "Das Reh ist ein Kulturfolger geworden."

Aber auch Insekten oder andere kleine Tiere auf dem Boden sind interessant und für das Ökosystem Wald nicht weniger wichtig als die großen Tiere. Der Wald, das lernen die Kinder heute, kann mit einem Haus mit Stockwerken verglichen werden. Den Boden bildet das Moos, das Erdgeschoss sind Kräuter und Farne, die erste Etage bilden dann die Sträucher und das Dach die Bäume.

Auch die Stadtverwaltung in Neukirchen-Vluyn unterstützt die Waldjugendspiele. Sie bittet alle Besucher des viel besuchten Waldgebietes am Klingerhuf, die Installationen für die Spiele nicht zu entfernen oder zu beschädigen. Wenn die Waldjugendspiele vorüber sind, werden alle Gegenstände wieder abgebaut.

Quelle: RP
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