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Neukirchen-Vluyn
Kreativer Rundgang durch die Kunstschule

Neukirchen-Vluyn. Schüler und Dozenten der Kunstschule Vluyn haben gezeigt, was in den Klassen und Workshops des vergangenen Jahres entstanden ist. 120 Erwachsene und Kinder werden von fünf Dozenten unterrichtet. Von Ulrike Rauhut

Einmal im Jahr verwandelt sich das Atelier in ein Museum. In dem wunderschönen alten Haus am Schulplatz in Vluyn werden Arbeitsgeräte wie Linolpresse und Staffeleien zur Seite geschoben. In mühevoller Arbeit und mit Liebe zum Detail werden die Werke aller Schüler aus dem vergangenen Jahr präsentiert. So manches Werk wurde dafür aus dem heimischen Wohnzimmer zurück zu seinem Entstehungsort gebracht, wo es seinen würdigen Platz bekam und am Sonntag bewundert werden konnte.

Von der Bleistiftzeichnung über den Linoldruck, von Landschaftsbildern in Öl bis zu Tieren aus Ton - das ganze Haus war wieder reich bestückt mit den verschiedensten Ergebnissen aus den Klassen und Workshops der Kunstschule. Das Dozententeam um Gerrit Klein und Gabriele Berndt-Bathen führte interessierte Gäste gerne herum und erläuterte die Entstehung der Kunstwerke. Auch die Schüler zeigten stolz, was sie im wöchentlichen Unterricht erarbeitet hatten. "Die Begegnung untereinander und die gegenseitige Inspiration sind genauso wichtig wie die Präsentation vor den Eltern und der Öffentlichkeit", weiß Bernd-Bathen. "Die Jüngeren sehen, auf welche Aufgaben sie sich freuen können. Die Älteren erinnern sich an ihre Anfänge."

Mit der Geschichte des "Hurz Burz" hat auch diesmal für Sechs- bis Achtjährige in der Elementarklasse 1 alles angefangen: Der kleine Wicht mit der roten Mütze, der in einer Höhle im Wald lebt, wurde zunächst gezeichnet und mit Aquarellfarbe ausgemalt. Danach bastelte jedes Kind seine Figur, baute ihm eine Höhle und ergänzte die Skulptur mit vielen Details: Materialien aus der Natur wie Moos, Rinde und Stöcke kamen hier ebenso zum Einsatz wie Stoff, Kork, Pappmaché und winzige Fundstücke aus der "Kramkiste". Da wird eine Minibirne zur Lampe, eine Muschel zum Waschbecken. Eine Nudel kann zum Mund und zwei Holzperlchen zu Augen werden.

"Liebe zum Detail", das ist ein wichtiges Motto der Kunstschule, das auch die Gestaltung der Ausstellung prägt. In Sektgläsern mit grüner Flüssigkeit ist auf den Fensterbänken und Tischen der Blumenschmuck arrangiert. Das ist kein Zufall. "Wir werden volljährig und dürfen jetzt Sekt trinken", sagt Bernd-Bathen schmunzelnd. Seit 18 Jahren bietet die Kunstschule modernen und attraktiven Kunstunterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Für das alljährliche Gemeinschaftsprojekt hat jeder Schüler diesmal ein Sektglas individuell gestaltet und mit unterschiedlichen Materialien gefüllt.

Zurzeit werden an der Kunstschule rund 80 Kinder und 40 Erwachsene in sechs Klassen und drei Kursen von insgesamt fünf Dozenten unterrichtet. Hinzu kommen spezielle Workshops wie das Graffiti-Projekt, bei dem Stromkästen gestaltet wurden. Die Freude am kreativen Tun in der Gemeinschaft steht dabei stets im Mittelpunkt. Nebenbei werden Koordination und Konzentration sowie problemlösendes Denken gefördert. "Im Durchlaufen der Klassen werden Techniken erlernt, individuelle Ausprägungen nach und nach entfaltet und entwickelt", erklärt Gerrit Klein. Durch die Organisation in Klassen mit erprobten Abfolgen der Inhalte wird jeder Schüler mitgenommen, auch wenn er erst später in den Unterricht einsteigt. Einmal im Jahr gibt es sogar ein Zeugnis, allerdings ohne Zensuren.

Was so ernst und verschult klingt, ist es in Wirklichkeit gar nicht. "Die meisten Schüler genießen es einfach, vom Alltag abzuschalten und zu entspannen", sagen die Dozenten. Doch wer hier seine Liebe zur Kunst entdeckt und sein Talent entwickelt, der erwirbt durchaus seine Eintrittskarte für eine Laufbahn im Bereich Kunst, Design oder Architektur.

Quelle: RP
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