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Neukirchen-Vluyn
Kritik am Vluyner Platz verstummt nicht

Neukirchen-Vluyn: Kritik am Vluyner Platz verstummt nicht
Neukirchen-Vluyn. Zwei Anlieger der Fläche sprechen von "katastrophalen" Fehlern bei den Sanierungsarbeiten. So sei die Barrierefreiheit des Platzes nicht gewährleistet. Bürgermeister Harald Lenßen nimmt die erneuten Einwände eher gelassen auf. Von Stefan Gilsbach

Der Vluyner Platz wird seit März saniert, doch zwei Anlieger zeigen sich mit den bisherigen Ergebnissen unzufrieden. Winfried Exner und Holger von Hagen, die sich im Vorfeld schon kritisch zu den Plänen der Verwaltung geäußert hatten, haben nun einen Bürgerantrag an die Ratsfraktionen geschickt. Darin schreiben sie: "In der Zwischenzeit sind unhaltbare Ausführungsfehler bei der Platzgestaltung und Pflasterung entstanden." Der Antrag liste lediglich die "größen Katastrophen" auf, denn "durch Wegsehen werden die Probleme nicht kleiner".

Winfried Exner hatte gemeinsam mit dem FDP-Vorsitzenden Norbert Wehren, ebenfalls ein Anlieger des Platzes, bereits im Frühjahr mehrere Punkte der Planung kritisiert. Damals hatten die Bauarbeiten auf der Fläche soeben begonnen. Anstoß für die Sanierung waren vor allem Frostschäden in der kalten Jahreszeit, die vorübergehend sogar zur Sperrung des Platzes aus Sicherheitsgründen geführt hatten.

Bürgermeister Harald Lenßen (Mitte), Beigeordneter Ulrich Geilmann (links) und Marc Plachetka beim Spatenstich auf dem Vluyner Platz im März (oben). Nun bemängeln zwei Anlieger heikle Stellen für Gehbehinderte (unten), FOTO: Reichwein/privat

Ein wesentlicher Kritikpunkt in dem neuen Bürgerantrag von Exner und von Hagen ist die aus ihrer Sicht mangelnde Barrierefreiheit. Bürger, die auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen sind, bekämen beim Überqueren spätestens bei einer Abflussrinne Probleme, wenn die Räder gut zehn Zentimeter in der Luft hingen. Um das zu demonstrieren, wurden dem Bürgerantrag mehrere Fotos beigelegt (siehe rechts). Exner und von Hagen fordern, dass ein "erfahrenes Stadtplanungsbüro" sich um die Fehler kümmern müsse, das eigene Tiefbauamt sei offenbar "überfordert"

Das ist nicht alles, was den beiden Antragstellern missfällt. Sie möchten auch, dass der "unansehnliche Hunde-/Menschenschutzzaun" rund um die Buchen verschwinden und durch eine "abweisende Bepflanzung" ersetzt werden soll.

FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Ebenfalls verschwinden sollen die geplanten Poller zum Bruckhausfeld. Bislang sei der Öffentlichkeit offenbar nicht bekannt, dass die Zupollerung des Fahrweges beschlossene Sache sei, und zwar aufgrund eine vertraglichen Regelung mit der Kirchengemeinde. In dem Antrag heißt es: "Diese Zupollerung wird dazu führen, dass der Lieferverkehr weiterhin auf dem Vluyner Platz wendet." Dadurch würde die Pflasterung zerstört.

Harald Lenßen zeigt sich über die Kritik überrascht. "Genau die Planung, die jetzt umgesetzt wird, wurde von Herrn Exner mit Vehemenz vertreten", sagt der Bürgermeister. Was die Poller zum Bruckhausfeld angehe, sieht Lenßen keine besonderen Probleme. "Zur Marktzeiten werden die Poller umgelegt, damit die Beschicker auf die Fläche können. Und ansonsten werden die Geschäfte alle rückseitig beliefert, mit der Ausnahme der Post." Ständige Wendemanöver auf dem Platz seien daher nicht zu erwarten. Eine Durchfahrt zu schaffen, sei mit Rücksicht auf die Bewohner im Bereich Bruckhausfeld nicht möglich. Der Bürgermeister erinnert daran, dass die jetzigen Baumaßnahmen ausführlich mit den Bürgern vor Ort abgesprochen wurden. "Wenn wir das Vorhaben nicht angepackt hätten, dann wäre es noch länger hinausgeschoben worden." Ansonsten müsse nun die Politik im nächsten Bauauschuss über den aktuellen Antrag der beiden Anlieger diskutieren.

Quelle: RP
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