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Neukirchen-Vluyn
Künstlerin Himali Nanayakkara: "Malen ist wie ein seelisches Echo"

Neukirchen-Vluyn: Künstlerin Himali Nanayakkara: "Malen ist wie ein seelisches Echo"
Himali Nanayakkara zeigt eine Auswahl ihrer Werke. "Wenn ein Bild fertig ist, durchströmt mich ein Glücksgefühl", sagt sie. FOTO: Klaus dieker
Neukirchen-Vluyn. Bereits in ihrer Kindheit in Sri Lanka war die Neukirchen-Vluynerin eine begeisterte Malerin. Von Ulrike Rauhut

"Ich habe einen Traum: Meine Leidenschaft zum Beruf zu machen", sagt Himali Nanayakkara. Ihre Leidenschaft ist das Malen, und das schon seit sie denken kann. "Malen ist wie ein seelisches Echo, das man nicht überhören kann", sagt die 39-Jährige. "Ich kann dabei alles ausleben, alles herauslassen, Glück wie Unglück."

Tränen steigen in ihre Augen, während sie das erzählt. Schon als Kind in Sri Lanka war Malen ihr Liebstes. Eine Tätigkeit, in der sie ganz versinken konnte, bei der sie sich frei und glücklich fühlte. Doch, genauso wie hierzulande, waren ihre Eltern der Meinung, dass die Kunst ein schönes Hobby, keinesfalls aber ein Beruf sein könne. Sie machte eine Ausbildung als Textildesignerin bei einer Schweizer Firma in ihrer Heimatstadt Kandy. Die Lust an Farbe entdeckte sie hier, lernte, wie man Farben mischt und kombiniert. Einflüsse aus ihrer Ausbildung finden sich bis heute in ihren abstrakten Bildern: Die meist großformatigen Werke sprühen von heller, farbenfroher Lebendigkeit.

Mit Anfang 20 führte Himali ihr Weg nach Deutschland, genauer gesagt nach Moers. Ein Bekannter ihrer deutschen Ausbilderin suchte ein Au-Pair-Mädchen. Das war im Jahr 2000. Sie verliebte sich in einen Neukirchener und blieb am Niederrhein. Das Malen begleitete sie weiterhin. Eine private Ausstellung für Freunde und Bekannte in der neuen Heimat Neukirchen war unerwartet erfolgreich.

Jedoch stand bald die Familie im Mittelpunkt, denn Sohn und Tochter wurden in den Jahren 2003 und 2004 geboren. Nach der Trennung von ihrem Mann wurde es nicht einfacher, Zeit und Muße für die Kunst zu finden. Durch die Arbeit im Fitnessland Kensho und durch Kochkurse an der Volkshochschule verdient sie bis heute ihren Lebensunterhalt. "Kochen ist auch Kreativität", sagt sie. Egal, ob asiatisch oder indisch - die exotische Küche hat viele Fans, die Kurse sind stets gut besucht. Eine Verbindung zum eigenen Ursprung ist es natürlich auch - so manches Mal fragt sie ihre Mutter nach Rezepten.

Jedoch gehört ihr Herz der Kunst, und so malt sie seit rund zwei Jahren wieder verstärkt, an jedem Wochenende, in jeder freien Stunde. In ihrer kleinen Malecke unter dem Flurfenster entstehen unterschiedliche Werke: Stilleben, Landschaften, Porträts oder abstrakte Bilder. Was genau entsteht, überlässt Himali ihrer Intuition. "Ich gebe mich dem Prozess hin und lasse es geschehen. Das Endergebnis ist immer eine Überraschung und wenn ein Bild fertig gestellt ist, durchströmt mich ein Glücksgefühl", erzählt die Künstlerin. Doch ebenso ist sie in der Lage, auf Kundenwünsche einzugehen. "Auch bei einer Auftragsarbeit kann ich meine künstlerische Freiheit ausleben", sagt sie. Eine seelische Verbindung zu einem fremden Menschen, eine positive Botschaft, die sie weitergeben möchte. Das ist es, was sie nun mit viel Kraft vorantreiben möchte.

Eine eigene Homepage gibt es bereits. Auf dem Internetportal "Houzz" kann man ihre Bilder finden oder auch bei Instagram und Pinterest. Neben der Zusammenarbeit mit Innenausstattern kann sie sich auch vorstellen, anderen Menschen zu zeigen, wie man durch Malen sein seelisches Gleichgewicht finden kann. Diese hoffnungsvolle Botschaft strahlt aus den Bildern von Himali Nannayakkara.

www.nhimali.com

Quelle: RP
 
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