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Neukirchen-Vluyn
Lenßen erhält das klare Votum der CDU

Neukirchen-Vluyn. Beinahe einstimmig hat die CDU-Mitgliederversammlung den Bürgermeister erneut zu ihrem Kandidaten für dieses Amt nominiert. Das gibt ihm den nötigen Schub für den Wahlkampf. Von Stefan Gilsbach

Harald Lenßen kann mit dem sicheren Gefühl, dass seine Partei ihn unterstützt, in den Wahlkampf ziehen. Mit einem sehr guten Ergebnis ist er erneut als Kandidat für den Bürgermeisterwahlkampf nominiert worden. Lenßen, der seit 2009 im Rathaus regiert, erhielt nun in der CDU-Mitgliederversammlung 41 von 42 möglichen Stimmen. Ein Nein gab es nicht, einer der Wahlzettel war ungültig.

Das bedeutet, dass der Kandidat sich auf das Duell mit seinem Herausforderer Jochen Gottke (SPD) konzentrieren kann, ohne sich Sorgen um seine Position in der eigenen Partei zu machen. "Für mich war es wichtig, dass ich eine große Zustimmung bekommen würde", sagte Lenßen gestern unserer Zeitung. "Das macht mir Mut für den Wahlkampf."

Vor der Abstimmung hatte Lenßen eine Ansprache mit dem Titel "Viel getan. Viel vor" gehalten. Darin legte er dar, wie gut sich die Stadt in den vergangenen Jahren entwickelt habe, und machte dies an drei Themen fest. Zum einen der demografische Wandel: Neukirchen-Vluyn sei laut Bertelsmann-Stiftung eine Stadt des Demografie-Typus 6. Das heißt: Nur ein kleiner Bevölkerungsverlust bis 2030. "Das ist ein Beweis dafür, dass unsere Stadt ein attraktives Angebot für junge und ältere Menschen macht." Mit der Erschließung neuer Gebiete, etwa auf Niederberg und an der Diesterwegschule, würden weitere Menschen angezogen.

Gut sei auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt und in der heimischen Wirtschaft, sagte Lenßen und untermauerte diese Behauptung mit Statistiken aus den vergangenen Jahren. "Die jungen Menschen haben hier bei uns wirklich echte Zukunftschancen. Sie finden einen Ausbildungsplatz in Neukirchen-Vluyn und können hier ihre Familie gründen."

Als drittes Thema nannte der Bürgermeister die Bildung. In den vergangenen fünf Jahren seien 5,5 Millionen Euro in die Schulen investiert worden, weitere würden noch in diesem Jahr für den Standort Schulzentrum ausgegeben. Die neue U3-Betreuung sei gestemmt worden. "Und das Wichtigste: Unsere jungen Menschen können dauerhaft alle Schulabschlüsse in unserer Stadt Neukirchen-Vluyn ablegen", sagte Lenßen mit Blick auf die Gründung der Gesamtschule.

Die Ansprache des Kandidaten erlaubt Rückschlüsse, wie er seinen Wahlkampf führen wird. Zum Beispiel kritisierte er "Meckerei" und "Dampfplauderei". Aus einer bestimmten Ecke werde Neukirchen-Vluyn schlecht geredet. "Wir hören Äußerungen wie: In Neukirchen-Vluyn habe sich in den letzten sechs Jahren nichts getan." Man ahnt: Das Herausstreichen von Erfolgen und der Appell an das Wir-Gefühl der Einwohner werden Lenßens Wahlkampf prägen.

Für die Chancen des Amtsinhabers spricht, dass schwere Verwaltungspannen schon etwas zurück liegen - etwa die Schließung der Kulturhalle wegen des Brandschutzes oder die holprige Auskunftspolitik, als es um schadstoffhaltigen Kleber in Schulen ging. Zu nennen wären auch die raschen Personalwechsel auf wichtigen Führungspositionen im Rathaus. Dass er im Wahlkampf damit konfrontiert werden wird, ist Lenßen klar. "Und das ist völlig in Ordnung", sagte er gestern.

Der wohl persönlichste Moment der Versammlung war die Rede von Friseurmeister Erwin Dietrich, dem Onkel des Kandidaten: "Harald ist ein echter Junge vom Niederrhein und er macht einen guten Job."

Quelle: RP
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