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Neukirchen-Vluyn
Liedermacher steht in Berlin im Finale

Neukirchen-Vluyn: Liedermacher steht in Berlin im Finale
Uwe Brosch plant eine Veranstaltung mit der Philosophin Ariadne von Schirach. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Der Neukirchen-Vluyner Liedermacher Uwe Brosch fährt zum Finale des Polly-Wettbwerbs nach Berlin. Er wurde aus 600 Bewerbern für die Endrunde ausgesucht. Insgesamt 15 Lyriker treten an. Von Yannic Kascholke

Freude bei Uwe Brosch: Der Neukirchen-Vluyner Dichter und Liedermacher ist einer von 15 ausgewählten Kandidaten, die im März im Finale des diesjährigen Polly-Wettbewerbs für politische Lyrik stehen. Die Endrunde der Lyriker wird in Berlin stattfinden. Anliegen des Polly-Preises ist es, durch lyrische Texte aktuelle, gesellschaftliche Themen darzustellen.

"Als ich meine Gedichte damals einschickte, habe ich niemals erwartet, aus über 600 Einsendungen unter die letzten 15 zu gelangen", sagt Brosch. "Es ist für mich eine große Ehre und ein Privileg, dabei sein zu dürfen."

Während des Wettbewerbs haben die Teilnehmer sieben Minuten Zeit, ihre Stücke vorzutragen. "Eventuell muss ich etwas langsamer sprechen", sagt Brosch in Hinblick auf seine kurzen Gedichte schmunzelnd. Den Besuch in Berlin, bei dem Brosch von seiner Frau begleitet wird, nutzt der Liedermacher und Komponist ebenfalls, um ein Projekt am Niederrhein weiter zu planen. Vor Ort wird er sich mit der Philosophin Ariadne von Schirach treffen. Geplant ist eine gemeinsame Veranstaltung am 8. April im Lokal "Die Röhre" in Moers (Weygoldstraße 10). Die Veranstaltung, die das Neue Evangelische Forum organisiert, beginnt um 19.30 Uhr. Von Schirach liest aus ihrem Buch "Du sollst nicht funktionieren - für eine neue Lebenskunst". Uwe Brosch wird den Vortrag mit Liedern und Gedichten begleiten. Auf die Frage, wie Brosch zur Lyrik gekommen ist, schweigt der studierte Diplom-Pädagoge, der in der stationären Jugendhilfe arbeitet, erst nachdenklich. "Relativ früh, aber nicht durch die Schule. Zwar ist es mit Gedichte schreiben wie mit Blockflöte lernen, man muss es mal gemacht haben, aber in der Schule habe ich dazu keinen Zugang gewonnen", sagt er. Als einschneidendes Erlebnis beschreibt Brosch eine Lesung des Dichters Christoph Merchel 1980: Dort habe er gemerkt, welche große Kraft Sprache habe. Lyrik sei die Macht, Menschen über Worte und deren Bedeutung und Zusammenhänge nachdenken zu lassen. Welche Lehren Menschen aus den Gedichten ziehen, sei nicht Aufgabe des Autors. "Jeder nimmt etwas anderes für sein Leben mit."

Wer nicht bis zur Veranstaltung im April warten möchte, kann Brosch und seine Frau bereits am 20. März in der Aldekerer Heimatstube (Hochstraße 70) ab 17 Uhr erleben. Unter dem Motto "Liebes Leben!", präsentiert das Duo Gedichten, Geschichten und Lieder für jede Lebenslage. Der Eintritt kostet acht Euro.

Quelle: RP
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