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Neukirchen-Vluyn
Lineg renaturiert Grabensystem

Neukirchen-Vluyn: Lineg renaturiert Grabensystem
Der Ophülsgraben ist zurzeit ein eher reizloser schnurgerader Wasserlauf. Bis zum Herbst soll der Graben wieder wie ein natürlicher Bach aussehen, mit einem geschwungenen Verlauf, abwechslungsreichen Böschungen und kleinen Hindernissen. FOTO: Christoph Reichwein
Neukirchen-Vluyn. Die Lineg wird sich in Kürze den Ophülsgraben bzw. den Klein-Hugengraben bei Neukirchen-Vluyn vornehmen und naturnah umgestalten. Fachleute achten unter anderem darauf, dass Tiere wie die Saatkrähen nicht gestört werden. Von Stefan Gilsbach

Die Lineg ist an mehreren Stellen ihres Einzugsgebietes dabei, Wasserläufe wieder naturnah umzugestalten, beispielsweise den Landwehrbach bei Schaephuysen. In Kürze wird auch ein Gewässer in Neukirchen-Vluyn wieder renaturiert: der Ophülsgraben bzw. der Klein-Hugengraben.

"Ursprünglich waren die Gewässer für den Bau der Zeche Niederberg in Neukirchen-Vluyn vor fast 100 Jahren verrohrt und umgeleitet worden. Nach dem Rückbau des Bergwerks wird die Lineg nun das freigewordene Gelände nutzen, um den Gewässern ihren alten Verlauf durch die Öffnung und naturnahe Gestaltung des ursprünglichen Gewässerprofils zurückzugeben", teilt die Lineg - so die Abkürzung für Linksrheinische Entwässerungs-Genossenschaft - mit Sitz in Kamp-Lintfort mit.

Hintergrund all dieser Maßnahmen ist die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Ziel ist es, das Gewässersystem Anrathskanal/Moersbach mit dem Oberlauf eines seiner Nebenläufe wieder zu vernetzen. Das hat nicht nur erfreulich Folgen für Fauna und Flora im Wasser und an den Ufern, es dient auch der Oberflächenentwässerung der zurzeit entstehenden Wohngebiete auf dem ehemaligen Bergwerksgelände Niederberg. Dazu schreibt die Lineg: "Das ehemalige Bergwerksgelände ist für eine Nutzung als Wohnbaugebiet vorgesehen. Es soll über eine dezentrale Regenwasserbeseitigung mit Versickerung und offener Ableitung des Oberflächenwassers in den geöffneten Gewässerabschnitt verfügen. Die Öffnung des Gewässerabschnitts ermöglicht somit nicht nur eine ökologisch vorteilhafte Regenwasserbehandlung, sondern fördert auch das Naturerlebnis im direkten Wohnumfeld

Das neue Gewässerbett lehnt sich möglichst an die alten Gegebenheiten an und bekommt einen geschwungenen Verlauf, mit dem es sich natürlich in seine Umgebung einfügt. Künftig sollen die Wasserläufe sich selber ihre Wege suchen und sich möglichst ohne Eingriff der Menschen entwickeln. Dafür wird auch dem Ophülsgraben Raum in Form einer zehn breiten Aue gegeben. Damit das Ganze abwechslungsreich gestaltet wird, sollen Böschungen mit wechselnden Neigungen entstehen. Die Naturnähe soll außerdem betont werden durch Steine und totes Holz, die den Verlauf "behindern" und so charakteristische Fließsituationen schaffen. Totes Holz ist bekanntlich wertvoll als Lebenraum für zahllose kleine Organismen.

Die Bauarbeiten werden in den nächsten Wochen beginnen und sollen bis in den Oktober dauern. Die Arbeiten werden von Fachleuten ökologisch begleitet, die unter anderem sicherstellen sollen, dass die Baumbestände nicht leiden und dass die Saatkrähenkolonie im Wald am Bendschenweg nicht gestört wird.

Wer Fragen zu der Baumaßnahme hat, kann sich unter Telefon 02842 9600 melden.

Quelle: RP
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