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Neukirchen-Vluyn
Luis Esser hat ein rasantes Hobby

Neukirchen-Vluyn: Luis Esser hat ein rasantes Hobby
Luis mit seinem Vater Thomas Esser in der Garage. Gemeinsam halten sie die Karts in Schuss. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Der elfjährige Neukirchener ist ein begabter Kartrennfahrer. Sein Traum ist eine Profi-Karriere. Von Ulrike Rauhut

Luis Esser ist eigentlich ein ganz normaler Elfjähriger. Er geht in die Klasse 5a der Städtischen Gesamtschule und trifft sich am Nachmittag oft mit seinem besten Freund zum Scooterfahren an der Skater-Anlage auf dem ehemaligen Zechengelände. Wie die meisten Jungs liebt er es, an der Spielekonsole zu zocken. Sein Lieblingsfilm ist "The Fast and the Furious". Doch wenn Luis am Wochenende zu Geburtstagsfeiern eingeladen wird, muss er oft absagen. Und Ende Mai wird er vier Tage lang von der Schule beurlaubt sein. Denn er hat ein besonderes Hobby, das viel Zeit in Anspruch nimmt. Luis Esser ist einer der besten deutschen Kartrennfahrer.

In seiner Altersklasse, den Bambini, hat Luis 2015 bei mehreren Wettbewerben vordere Plätze belegt. Bei seinem ersten internationalen Wettkampf in Norditalien belegte er den sechsten Platz. Seit zwei Jahren erhält Luis eine Jugendförderung des ADAC Nordrhein und ist Teil des MSR Racing Teams aus Essen. Als nächstes geht es zum ADAC Kart-Masters-Rennen nach Ampfing bei München. "Unser Ziel ist es, unter die ersten fünf zu kommen", sagt Vater Thomas Esser, und Sohn Luis nickt zustimmend.

Kartfahren, das ist seit zweieinhalb Jahren mehr als ein Hobby für das Vater-Sohn-Gespann. Drei Bambini- und ein Junior-Kart stehen in der Garage der Familie. Werkzeuge, Ersatzteile, Rennanzüge, Siegerpokale finden sich hier, sowie ein eigenes ausrollbares Plakat mit dem Namenszug des Nachwuchsrennfahrers und den Namen der Sponsoren, unter anderem die Sparkasse am Niederrhein und die Württembergische Versicherung. Mit eigenem Transporter, an den ein Wohnwagen angehängt wird, geht es an den Wochenenden los zu den Rennstrecken der Republik. "Ich musste mich zu Beginn erst einmal in die Welt des Motorsports einarbeiten", gibt Thomas Esser zu. Er hält er die Fahrzeuge in Schuss und managt die junge Karriere seines Sohnes.

Auch Luis tüftelt schon mit an der Technik seiner Karts. Was den Hang zum Leistungssport betrifft, ist er nicht der Erste in der Familie. Seine Mutter Tanja war früher Leistungsschwimmerin und sein großer Bruder Moritz spielt Eishockey in der zweiten Liga bei den Essener Moskitos. Seit fünf Jahren wohnt die Familie in einem alten Haus an der Niederrheinallee in Neukirchen, das dank viel Eigenleistung in neuem Glanz erstrahlt.

Beim Beackern des riesigen Grundstückes mit Bagger und Radlager entdeckte der kleine Luis seine Leidenschaft für Fahrzeuge. Spaßeshalber besuchte man die bekannte Kartbahn in Kerpen, auf der schon die Karrieren von Michael Schumacher und Sebastian Vettel ihren Anfang nahmen. Luis hatte riesigen Spaß an der Geschwindigkeit und zeigte sich in der Kart-Schule schnell als geschickter Fahrer.

Natürlich möchte er gewinnen, aber ebenso wichtig ist es ihm, neue Ort kennenzulernen und seine Freunde wieder zu treffen. "Für die Kinder ist das kein Problem - sie spielen zusammen und treten im nächsten Moment als Konkurrenten gegeneinander an. Nur die überehrgeizigen Eltern, die möchte man am liebsten manchmal von der Strecke entfernen", erzählt Thomas Esser. Er selbst fordert und fördert seinen Sohn zwar und freut sich über seine Erfolge, aber er weiß, dass ein Sieg von sehr vielen Faktoren abhängt.

Auch Luis musste schon das ein oder andere Missgeschick verkraften: "Man wird abgedrängt und die Wagen können sich verkeilen oder überschlagen. Meine Mutter kriegt dabei fast einen Herzinfarkt. Aber da muss sie durch", erklärt Luis trocken. Denn mit dem Übergang in die Juniorklasse der Zwölf- bis 15-Jährigen werden die Rennen noch schneller und gefährlicher. Obwohl er erst elf ist, hat Luis in diese Klasse bereits reingeschnuppert. Die "jungen Wilden" rasen mit bis zu 130 Stundenkilometern über die Rennstrecke.

Ob Luis von einer Profi-Karriere träumt? Na klar! Doch, bei allem Talent wird das nicht ohne massives Sponsoring funktionieren. Bereits in der Formel 4 koste eine Saison rund 100.000 Euro. Wenn es nicht klappt, wird es ein Hobby bleiben. Das sind sich Vater und Sohn sicher.

Quelle: RP
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