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Neukirchen-Vluyn
Märchen, die einfach ins Herz gehen

Es war einmal: Märchenfestival bezaubert Neukirchen-Vluyn
Es war einmal: Märchenfestival bezaubert Neukirchen-Vluyn FOTO: Dieker, Klaus (kdi)
Neukirchen-Vluyn. Zu einem Paradies für fantastische Geschichten entwickelte sich das Gelände rund um die alte Mühle am Dong. Die Besucher freuten sich über Drachen, Ungeheuer und Liebesgeschichten aus fernen Ländern. Von Anna-Lina Heimrath

Bereits im Mittelalter sind Märchenerzähler durch das Land gereist und haben von Drachen, Zauberern und anderen Fabelwesen erzählt. Diese Tradition lässt das "Märchenfestival" in Neukirchen-Vluyn wieder aufleben: Zwei Tage lang zogen Märchenerzähler aus ganz Deutschland und Umgebung mit ihren besten Geschichten die Zuhörer in den Bann. Dabei verwandelt sich das Gelände rund um die alte Mühle am Dong in ein kleines Märchenparadies.

"Egal ob Alt oder Jung - Märchen wirken auf alle gleich. Dafür braucht man keinen Verstand, das geht einfach ins Herz", so beschreibt Elisabeth Nieskens die Faszination von Märchen.

Sie ist eine der vielen Märchenerzähler, die am Wochenende Märchen und alte Geschichten frei erzählen. An insgesamt neun Stationen konnten sich die Besucher im Schatten niederlassen und gespannt den Geschichten lauschen. Ob Mythen, Märchen oder Sagen - am Wochenende war alles an Märchenkultur vertreten.

So gab es neben vielen alten Grimmschen Märchen und anderen deutschen Sagen auch jede Menge internationaler Märchen zu hören. Märchenerzählerin Sabine Schulz aus Oberhausen hatte so viele internationale Märchen in Petto und erzählte unter anderem die Geschichte von Zippo und dem Flussungeheuer, der mit seiner Trommelmusik seine Familie aus dem Bauch des Ungeheuers retten kann. Die Geschichte von Zippo und dem Flussungeheuer stammt aus Afrika - aber auch andere Märchen aus Finnland und Russland hat Märchenerzählerin Sabine Schulz mitgebracht.

Dabei ist es erstaunlich, wie sehr die Geschichten auch den deutschen Märchen ähneln. "Das Besondere an dem Festival ist, dass auch wenn man die Geschichten schon einmal gehört hat, sie immer wieder anders erzählt werden," sagte die Oberhausenerin.

Neben schaurigen Märchengeschichten von Drachen und Ungeheuern und Liebesgeschichten aus fernen Ländern, konnte man sich auch an anderen Stationen wieder in die Zeit des Erzählens und Zuhörens hineinversetzen lassen.

In dem kleinsten rollenden Märchenmuseum der Welt gab es besonders für die jungen Besucher einiges zu bestaunen: neben kleinen Märchengegenständen präsentierte das Museum auch die "wahre und echte Kugel vom Froschkönig", die in der Viller Mühle gefunden wurde. "Wenn wir mit unserem Museum hier sind, wollen die Kindern danach direkt wieder die alten Märchen lesen und herausfinden, ob das alles so stimmt", erzählte Margret Ostermann.

Darauf kam es bei dem Festival auch an: die Besucher sollten sich zwei Tage lang in die Welt der Märchen abtauchen und die Liebe zu Märchen wieder neu entdecken. "Wir gehören mit dieser Idee sowie den Künstlern und der Location zu einem der bekanntesten Märchenfestival auf der Welt", berichtete Dr. Joachim Bürger, Initiator des Märchenfestivals. Er ist mit dem Festival zufrieden. "Wir werden das Festival so weiter führen", versicherte er (siehe Interview unten). Auch die Besucher waren trotz der warmen Temperaturen zufrieden und schenkten den Erzählern ihre volle Konzentration.

Quelle: RP
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