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Neukirchen-Vluyn
Margit Ciesielski ist neue Beigeordnete

Neukirchen-Vluyn: Margit Ciesielski ist neue Beigeordnete
Bürgermeister Harald Lenßen (links) und Vertreter der Fraktionen gratulierten Margit Ciesielski zur Wahl: Dr. Heiko Haaz (CDU, 2.v.l.), Christian Esser (Grüne, 3.v.l.), Norbert Gebuhr (FDP/Piraten, 3.v.r.), Elke Buttkereit (SPD, 2.v.r.), Klaus Wallenstein (NV AUF geht's, rechts). FOTO: Arnulf Stoffel
Neukirchen-Vluyn. Mit klarer Mehrheit hat der Rat gestern Abend die bisherige Leiterin des Neukirchen-Vluyner Hauptamtes zur Nachfolgerin von Jörg Geulmann gewählt. Voraussichtlich wird sie ihr Amt zum 1. Mai antreten. Von Stefan Gilsbach

Das Wort "Eigengewächs" klingt vielleicht nicht besonders charmant, doch im Fall von Margit Ciesielski trifft es den Punkt. Die neue allgemeine Beigeordnete der Stadt Neukirchen-Vluyn kennt das Rathaus bereits in- und auswendig. Sie hat hier ihre Ausbildung absolviert und seither mehrere Stationen innerhalb des Verwaltungsgebäudes an der Hans-Böckler-Straße durchlaufen, zurzeit ist sie Leiterin des Hauptamtes.

Dass sich eine deutliche Mehrheit für Ciesielski anbahnte, stand vor der gestrigen Sitzung fest. Ihre Mitbewerberin, die in einer Stadtverwaltung am südlichen Niederrhein tätig ist, hatte daher verzichtet, zu der Sitzung zu kommen.

Da der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Nacke verhindert war, zeigte sich die SPD-Fraktion bereit, ebenfalls auf eine Stimme beim Wahlgang zu verzichten - eine faire Geste, die allgemein gewürdigt wurde. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Elke Buttkereit nahm somit nicht an der Wahl teil. Auf Antrag der Fraktion NV AUF geht's, die als einzige politische Kraft im Rat Ciesielskis Gegenkandidatin unterstützte, fand eine geheime Wahl statt. Am Ende hieß das Ergebnis: 30 Stimmen für Margit Ciesielski, drei Stimmen für ihre Gegenkandidatin, vier Enthaltungen. Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende gratulierten der Siegerin.

Margit Ciesielski wird voraussichtlich am 1. Mai ihr Amt antreten. Sie ist für acht Jahre gewählt. Die Verantwortung, die sie übernimmt, ist umfangreich. Zunächst einmal wird sie die allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters. Sie leitet künftig unter anderem die Kämmerei, die Bereiche Ordnung, Soziales und Schule. In einigen dieser Bereiche hat sie bereits gearbeitet, sie führte beispielsweise das Sozialamt und das das Amt für Bürgerservice und Soziales (was nicht das Gleiche ist). Das Hauptamt leitet sie seit 2008. Sie ist Beauftragte der Stadt für Angelegenheiten von Schwerbehinderten und Standesbeamtin.

Die künftige Beigeordnete stammt aus der Region, sie wurde geboren in Kalkar und wohnt heute in Xanten. Nach der Höhen Handelsschule machte sie, wie bereits erwähnt, eine Ausbildung zum gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst bei der Stadt Neukirchen-Vluyn. Dass die Politik jemanden gewählt hat, der sich seit Jahrzehnten in der heimischen Verwaltung bewährt, dürfte auch mit den vielen Wechseln auf entscheidenden Posten in den vergangenen Jahren zu tun haben. In diesem Sinne hatte sich CDU-Fraktionsvize Heiko Haaz vor der Wahl gegenüber unserer Zeitung geäußert: "Wir brauchen unbedingt Kontinuität in der Verwaltungsspitze." Seit im Jahr 2013 der technische Beigeordnete Ralf Eccarius vom Rat abgewählt worden war - man machte ihn für die versäumte Brandsanierung in der Kulturhalle verantwortlich -, ging es in den oberen Rängen des Rathauses zeitweise zu wie auf einer Trainerbank der Bundesliga. Der neue technische Beigeordnete Ekkehard Deußen verabschiedete sich von Neukirchen-Vluyn nach nur wenigen Monaten. Auch der neue Leiter der Tiefbauamtes, Josef Beier, verschwand bald wieder, nämlich zum Ende seiner Probezeit. Mit der Wahl von Ulrich Geilmann zum Chef des technischen Dezernates scheinen nun dort stabile Verhältnisse eingekehrt zu sein.

Dafür wurde dann das Amt des allgemeinen Beigeordneten frei. Dessen Inhaber Jörg Geulmann hatte Ende 2015 erklärt, er werde nach Kempen wechseln. Dort hat er das Amt des Kämmerers übernommen. Während seiner Jahre in Neukirchen-Vluyn hatte Geulmann unter anderem erfolgreich als Kämmerer das Haushaltssicherungskonzept entwickelt (und einer Mehrheit im Rat schmackhaft gemacht) sowie in seiner Eigenschaft als Schuldezernent die neue Gesamtschule auf den Weg gebracht. Seine Erfahrung mit schwierigen Haushaltslagen kann Jörg Geulmann auch in Kempen gut gebrauchen: Am Dienstag dieser Woche verabschiedet der dortige Rat den Haushalt für das laufende Jahr - und dieser weist ein Defizit von 5,8 Millionen Euro auf.

Quelle: RP
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