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Neukirchen-Vluyn
Markt-Sperrung ist wieder in der Debatte

Neukirchen-Vluyn. Für einige Monate Testphase wurde die Durchfahrt des Dorfes Neukirchen zu den Zeiten des Wochenmarktes gesperrt. Nun soll die Politik entscheiden, wie es weiter geht. Bürger haben bereits einen neuen Vorschlag auf den Tisch gelegt. Von Stefan Gilsbach

Für den Wochenmarkt in Neukirchen, der freitags stattfindet, gilt seit Oktober eine Testphase. Damals wurde die Durchfahrt des Ortskerns über die Linden- und die Bruchstraße durch eine Sperrung unmöglich gemacht. Nun soll im kommenden Haupt- und Finanzausschuss eine Bilanz gezogen werden: Was hat die Sperrung gebracht? Soll sie fortgesetzt oder eine andere Variante probiert werden? Wie nehmen Kunden, Marktbeschicker, Anwohner und im Dorf ansässige Geschäftsleute nach den ersten Monaten die Regelung auf? Ein Beschluss soll in der Sitzung am Mittwoch, 17. Juni, formuliert werden.

Die Diskussion über eine Sperrung zu den Marktzeiten hatte sich im vergangenen Jahr an einer Initiative von Anwohnern der Lindenstraße entzündet. Die hatten die Nase voll von dem laut ihrer Aussage lärmenden und oft gefährlichen Autoverkehr. Die Lindenstraße wird nun während des Marktes gesperrt, das Dorf bleibt aber über die Bruchstraße einfahrbar. Kritik stellte sich rasch ein - von den Geschäftsleute im Ort. Unter Federführung des Reisebüro-Inhabers Uwe Horn wurden rund 500 Unterschriften gegen die Sperrungen gesammelt.

Die Stadtverwaltung hat inzwischen eine Umfrage durchgeführt, um ein realistisches Resümee der Testphase ziehen zu können. Dafür wurden 332 Anwohner, 88 Marktbesucher, 87 Gewerbetreibende und zwölf Marktbeschicker gefragt. Das Ergebnis lautet, vereinfacht zusammengefasst, dass Marktbesucher, Anwohner und Beschicker zufrieden mit der Sperrung sind, während bei den Gewerbetreibenden nach wie vor Skepsis herrscht. "Bemerkenswert ist, dass trotz überwiegender Zufriedenheit bei den Gruppen der Marktbesucher, Marktbeschicker und Anwohner, alle vier Interessengruppen einer weiteren Testphase für eine alternative Marktaufstellung eher aufgeschlossen gegenüber stehen", heißt es weiter.

Ein Schreiben mit konkreten Änderungswünschen liegt der Stadt bereits vor. Die Bürger Hans Hanßen und Wilhelm Steegmann versichern in einem Brief an den Bürgermeister, dass die Anlieger der Lindenstraße, Hochstraße und Bruchstraße "mit der zeitlichen Sperrung" unzufrieden seien und sich stattdessen eine "dauerhafte Verkehrsberuhigung" im Bereich der genannten Straßen wünschten. Daher schlagen Hanßen und Steegmann vor, in der Linden- und der Bruchstraße jeweils Einbahnverkehr einzuführen, der dann entweder links in Richtung Friedensstraße zur Andreas-Bräm-Straße oder rechts in Richtung Neukirchener Ring zur Andreas-Bräm-Straße abfließen kann. Vor allem aber schlagen beide vor, den Wochenmarkt auf den Parkplatz Ecke Gartenstraße/Mandelstraße/Hochstraße (Am alten Pastorat) zu verlegen und zugleich die Durchfahrt zur Gartenstraße/Mandelstraße während der Marktzeiten zu sperren. Alternativ könne auch der Grafschafter Platz an der Mozartstraße im Rahmen des integrierten Handlungskonzeptes für den Ortskern neuer Standort des Marktes werden.

Diesen Ideen steht die Verwaltung skeptisch gegenüber. Zwar könne man so den Durchgangsverkehr verhindern, heißt es in der Beschlussvorlage, doch leider entstünden andere Probleme. Der vorgeschlagene Standort für den Markt sei zu klein und zu weit außerhalb des Dorfkerns. Man könne die Fläche nur vergrößern, wenn die evangelische Kirchengemeinde auch ihren privaten Parkplatz zur Verfügung stelle.

Doch es gebe noch andere Argumente gegen diesen Vorschlag: Anwohner und Gewerbetreibende müssten große Umwege in Kauf nehmen. Und durch die Einbahnstraßenregelungen würde der durchfließende Verkehr vermutlich noch schneller, weil kein Gegenverkehr mit bremsender Wirkung mehr vorhanden sei.

Quelle: RP
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