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Neukirchen-Vluyn
Melanie ist top mit Schwamm und Mopp

Neukirchen-Vluyn: Melanie ist top mit Schwamm und Mopp
Melanie Hutny. FOTO: Reichwein
Neukirchen-Vluyn. Melanie Hutny hat ihre Ausbildung als Gebäudereinigerin als Beste am Niederrhein abgelegt. Nun holte sie beim Bundeswettbewerb in Berlin Bronze. Dabei wollte die 26-Jährige sich ursprünglich beruflich anders orientieren. Von Peter Gottschlich

Melanie Hutny hat sich eine Ecke im Verwaltungsgebäude des Unternehmens IR-Service in Hochkamer ausgesucht, wo sie mit Erlaubnis ihres Chefs Jörg Hämmerling alle Urkunden aufhängt, die sie gewonnen hat. Das sind einige. Im Juni schloss sie die Ausbildung als Gebäudereinigerin als Beste im Innungsbereich Duisburg, Wesel und Kleve ab. Im September setzte sie sich beim Landesleistungswettbewerb durch, der auf Schloss Velen im Westmünsterland ausgetragen wurde. Und nun holte sie Bronze beim Bundeswettbewerb in Berlin. Dazu kommen weitere Ehrungen, zum Beispiel von der Handwerkskammer Düsseldorf.

"In den letzten zehn Jahren hat es niemand aus Nordrhein-Westfalen bundesweit unter die ersten Drei geschafft", sagt Jörg Hämmerling. "Melanie Hutny ist einfach ausgezeichnet." Dabei wollte die 26-jährige Moerserin zunächst gar keine Gebäudereinigerin werden. Nachdem sie ihr Fachabitur auf dem Hermann-Gmeiner-Berufskolleg in Moers abgeschlossen hatte, begann sie eine Ausbildung als Krankenpflegerin im Marien-Krankenhaus in Wesel. "Ich bin auf die falsche Etage gekommen", blickt sie zurück. "Es hat nicht funktioniert. Ich habe abgebrochen."

Dann begann sie beim Unternehmen IR-Servicearbeit, bei dem sie schon zu Zeiten des Berufskollegs nebenbei gearbeitet hatte. "Ich bin sofort auf sie aufmerksam geworden, weil sie einen guten Job gemacht hat", berichtet Jörg Hämmerling. Deshalb bot er ihr an, im August 2011 eine Ausbildung bei IR- Service zu beginnen. "80 bis 90 Prozent der ausgebildeten Gebäudereiniger sind Männer", weiß der Obermeister der Gebäudereiniger-Innung Duisburg, die auch für die Kreise Wesel und Kleve zuständig ist. "Nur zehn bis 20 Prozent sind Frauen. Aber ich wusste, dass sie sich mit Frauenpower in dem Beruf durchsetzen würde, der von Männern dominiert wird."

Er sollte Recht behalten. Melanie Hutny setzte sich durch. Sie schloss ihre Ausbildung, die sie für eine Babypause für ein Jahr unterbrochen hatte, im Mai 2015 als Beste im Innungs-Gebiet ab. "Gebäudereinigung hat nicht viel mit Putzen zu tun", berichtet sie von der Vielfalt des Berufes. "Beim Landeswettbewerb in Velen war es unsere Aufgabe, einen Parkettboden zu schleifen, Fassaden, Glas und Polster zu reinigen. Wir mussten selbstständig die richtigen Mittel für die verschiedenen Werkstoffe aussuchen und diese dann verarbeiten." Beim Bundeswettbewerb startete sie im Staatstheater in Schwerin, wo sie einen Steinboden kristallisierte, eine Glasfront säuberte und eine Sanitäranlage reinigte. "Man weiß vorher nicht, welche Aufgaben man bekommt", sagt die ausgebildete Gebäudereinigerin, die mittlerweile als Bereichsleiterin arbeitet, also die Arbeit für Mitarbeiter organisiert und Kundengespräche führt. "Bei der Gebäudereinigung muss man sich immer aufs Neue einstellen. Es ist ein interessanter Beruf."

Quelle: RP
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