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Neukirchen-Vluyn/Duisburg
Minister macht den Rayenern Hoffnung

Neukirchen-Vluyn/Duisburg: Minister macht den Rayenern Hoffnung
So soll die neue A40-Brücke aussehen, wenn sie fertig ist. Bis dahin wird es aber noch einige Jahre dauern. FOTO: Keipke Architekten
Neukirchen-Vluyn/Duisburg. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt informierte sich über die Verkehrsprobleme auf der Geldernschen Straße. Vorher sah sich der Minister die A40-Brücke in Duisburg an. Er rechnet mit Klagen gegen den geplanten Neubau. Von Josef Pogorzalek und Tim Harpers

Er kam, machte Hoffnung, versprach aber nichts: Bundesverkehrsminister Alexander war gestern Abend in Rayen, um sich über die Verkehrssituation an der Geldernschen Straße (L474) zu informieren und über die Verlängerung der B 528 in Kamp-Lintfort von der A42/Friedrich-Heinrich-Allee bis zur B 510 zu sprechen. Seit Jahren beklagen die Rayener den Verkehr auf der L 474, die Mitten durch Rayen führt. 10.000 Fahrzeuge pro Tag donnern durch den Ort, hat die Stadt im Mai gezählt, darunter rund 900 Lastwagen. "Nur rund die Hälfte hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung", schilderte gestern Bürgermeister Harald Lenßen. Im vergangenen Jahr hatte er eine Tempodrosselung auf 30 km/h angeordnet, doch weil es sich um eine Landesstraße handelt, kam er damit nicht durch. Humoristische Empfehlung des Ministers: Lenßen solle dafür sorgen, dass Kindergärten, Altenheime und Schulen an der Straße entstehen.

Eine Verlängerung der B 528 bis zur B 510 soll Entlastung für Rayen bringen. Seit vielen Jahren steht die Trasse für die Ortsumgehung fest, darüber hinaus ist aber wenig passiert. Zwischenzeitlich war der Bau der Straße sogar aus dem Bundesverkehrswegeplan verschwunden. Auf eine Intervention Lenßens hin wurde sie wieder aufgenommen. "Wir haben die Priorisierung richtig gewählt", sagte ein Begleiter des Ministers. Eine Einschätzung, die Lenßen nicht teilen konnte. Nach dem Bundesverkehrswegeplan werde die B 528 frühestens in zehn Jahren weitergebaut, sagte er. "Das kann ich den Rayener schlecht vermitteln."

Dobrindt gab zu dass "die volle Entlastung" für Rayen nur durch die Umgehung zu schaffen sei. Die Bundesregierung stecke in diesem Jahr 1,4 Milliarden Euro in die Infrastruktur, 1,2 Milliarden davon gingen nach NRW, im nächsten Jahr vermutlich noch mehr. Dobrindt zeigte sich zuversichtlich, dass viele Straßenbauprojekte, die in den vergangenen Jahren liegengeblieben seien, künftig angepackt werden. Auch die neue Landesregierung arbeite an einem "Masterplan" in dieser Richtung. Markus Mühl, Referatsleiter im NRW-Verkehrsministerium sagte am Rande des Ministerbesuchs, die Chancen für die Umgehung seien so gut wie "seit 20 Jahren nicht mehr", allerdings brauche das Land auch die personellen Kapazitäten, um die vielen Projekte auf den Weg zu bringen. Wann es denn nun genau weitergeht mit der B 528 - die Frage blieb aber - natürlich - offen.

Zu dem Termin nicht eingeladen war Kamp-Lintforts Bürgermeister Christoph Landscheidt. Gegenüber unserer Redaktion sagte er, dass die Weiterführung der B 528 auch für seine Stadt wichtig sei: "Kamp-Lintfort benötigt eine Ost-West-Umgehungsstraße um innerstädtische Straßen zu entlasten."

Vor dem Besuch in Rayen war Dobrindt in Duisburg, wo er sich die marode A40-Brücke zwischen Neuenkamp und Homberg ansah. Im Jahr 2020 sollen die Baumaschinen für den Brückenneubau anrollen, der erste Teil der neuen Rheinquerung soll 2023 für den Verkehr freigegeben werden, der zweite drei Jahre später. Verantwortlich für die Planungen ist die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau Gesellschaft, kurz Deges. Sie will noch in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren beantragen.

Dobrindt rechnet bei dem Projekt mit Gegenwind. "Es wird sicherlich Klagen gegen den Brückenneubau geben", sagte er. "Es gibt heutzutage eigentlich keine Baumaßnahme dieser Größenordnung mehr, gegen die nicht geklagt wird." Deshalb habe das Ministerium die Arbeiten in Duisburg auch als Beschleunigungsmaßnahme eingestuft. "Das soll verhindern, dass Rechtsstreitigkeiten das Verfahren ewig in die Länge ziehen können."

Quelle: RP
 
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