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Neukirchen-Vluyn/Moers
Nabu hofft auf ein gutes Jahr für Eulen

Neukirchen-Vluyn/Moers: Nabu hofft auf ein gutes Jahr für Eulen
RP-Mitarbeiterin Sabine Hannemann machte das Foto der kleinen Schleiereulen auf dem Kirschkampshof. Links unten: eine Niströhre für den Steinkauz. Rechts unten: Einfluglöcher wie dieses sind für Eulen unterm Dach optimal. FOTO: sabi/privat
Neukirchen-Vluyn/Moers. Naturschützer sind im Einsatz, um für Steinkäuzen und Schleiereulen möglichst viele Nistmöglichkeiten bereitzustellen. Von Stefan Gilsbach

In diesen Wochen sind sie wieder unterwegs, ehrenamtliche Mitglieder des Nabu Moers/Neukirchen-Vluyn, um Niströhren herzurichten oder Hausbesitzer zu beraten, die festgestellt haben, dass unter ihrem Dach Eulen ein Domizil gefunden haben. Denn für zwei charakteristische Eulenarten der Region, Steinkäuze und Schleiereulen, ist zurzeit Brutsaison.

"Insbesondere die Steinkauzgruppe kümmert sich um die seit vielen Jahren genutzten Niströhren, säubert diese und repariert, was im Laufe vieler Jahreszeiten der Witterung zum Opfer gefallen ist", berichtet Harald Fielenbach, Nabu-Mitglied aus Moers. Auch vom Schnitt der Kopfweiden profitieren die Käuze, denn so bleibt ihr typischer Lebensraum erhalten. Der Bestand der kleinen Eule wird durch systematisches "Verhören" in den Abendstunden während der Balzzeit erfasst.

Besonders die Schleiereule ist ein echter Kulturfolger und nistet gern in und an landwirtschaftlichen Gebäuden wie Scheunen. Wenn solche Bauten saniert werden, verlieren die Vögel oft ihre Nistmöglichkeiten. Steinkäuze nehmen gerne künstliche Niströhren an, auch sie fühlen sich in einer vom Menschen gestaltete Kulturlandschaft wohl, etwa in Streuobstwiesen.

Der Nabu (Naturschutzbund) leiste auf diesem Gebiet Aufklärungsarbeit. Es sei notwendig, so Fielenbach, "dass wir die Menschen im Moerser und Neukirchen-Vluyner Raum mit ins Boot holen. Wer die Tiere kennt und genug über sie weiß, der hat auch Interesse daran, sie zu schützen. Ein handfester Grund ist etwa die Tatsache, dass Eulen hervorragende Mäusevertilger sind, ihre Beute besteht bis zu 80 Prozent aus diesen Nagetieren.

"Hausbesitzer, die Eulen im Haus haben, sind oft irritiert wegen der grunzenden, schnarchenden Laute, welche die Tiere machen", sagt Fielenbach. Generell reagierten die meisten Menschen aber positiv auf die Hausgäste. "Allerdings werden wir regelmäßig gefragt, ob die Eulen denn viel Schmutz machen oder gar Krankheiten übertragen." Letzteres sei sehr unwahrscheinlich. "Das Risiko ist nicht größer als bei der Haltung von Papageien oder Hühnern."

Zu den ländlichen Gebäuden der Region, in denen Schleiereulen regelmäßig Junge aufziehen, zählt beispielsweise der Kirschkampshof bei Neukirchen-Vluyn. "Dort brüten auch Turmfalken", sagt Fielenbach. Die Besitzer seien stolz auf diese gefiederten Kinderstuben.

Schleiereulen und Steinkäuze haben am Niederrhein zwar recht stabile Bestände, dennoch gelten beide Arten als gefährdet.

Wer Interesse an der Unterstützung der ehrenamtlichen Naturschützer hat, Eulen in oder an seinem Haus feststellt, einen verletzten Vogel oder eine Jungeule findet oder einfach nur Fragen, zum Beispiel zum Anbringen eines Nistkastens in Haus oder Scheune, hat, kann sich unter der Rufnummer 02841 3678850 melden.

Quelle: RP
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