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Neukirchen-Vluyn
Neukirchens Kern fällt durch hohe Mieten auf

Neukirchen-Vluyn: Neukirchens Kern fällt durch hohe Mieten auf
Das Gebiet des Integrierten Handlungskonzepts ist auf dem Luftbild rot umrandet. Der Bereich wurde für das Gutachten untersucht. FOTO: Stadt
Neukirchen-Vluyn. Nachdem ein Gutachten zu dem Schluss kam, dass die Mieten recht sehr hoch sind, werden erste Maßnahmen eingeleitet, um das Problem anzugehen. Bezahlbarer Wohnraum soll gefördert werden. Von Stefan Gilsbach

Der Ruf nach sozialem Wohnungsbau wird allerorten erhoben, und Neukirchen-Vluyn ist keine Ausnahme. In der Sitzung des Sozialausschusses am Montag geriet die Diskussion allerdings erst auf dieses Thema, als über die geplanten beiden Schlichtbauten für Flüchtlinge gesprochen wurde, welche die Verwaltung an der Niederrheinallee bauen möchte. Diese Gebäude könnten, wenn die Zahl der Flüchtlinge weiter sinkt, auch als Sozialwohnungen genutzt werden. "Allerdings müssten sie dann noch ein wenig ,optimiert' werden", räumte Margit Ciesielski, die zuständige Beigeordnete ein.

Auf der Tagesordnung der Sitzung stand auch das "Wohnwirtschaftliche Handlungskonzept", das die Hamburger Agentur "Gewos" für die Stadt erstellt hatte. Erstmals war das rund 60-seitige Papier vergangenes Jahr im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt worden. Und auch hier findet sich die Handlungsempfehlung, mehr preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. Das Konzept bezieht sich allerdings nur auf den Bereich des Integrierten Handlungskonzeptes, also den Ortskern von Neukirchen.

Ein Ergebnis des Gutachtens: Wohnen im Ortskern von Neukirchen ist recht teuer. In ihrer Ausschussvorlage weist die Verwaltung unter anderem auf die Tatsache hin, dass "mindestens ein Drittel der Einpersonenhaushalte (älter 65 Jahre) und der Alleinerziehenden mehr als 50 Prozent und sogar teilweise mehr als 50 Prozent des Einkommens für die Wohnung aufbringen müssen." Die Stadtverwaltung stellt somit die Frage in den Raum, ob nicht "das Mietniveau grundsätzlich zu hoch" sei.

FOTO: Stadt

Die Verwaltung hat die Handlungsempfehlungen aus dem Gutachten zusammengefasst. Dazu gehört "die Schaffung eines kommunalen Wohnungsunternehmens bis zu geförderten Wohnungsbau in kommunaler Regie", um preisgünstigen Wohnraum anbieten zu können. Auch für die Bereiche des altersgerechten und des familiengerechten Wohnens soll etwas getan werden. Was letzteres angehe, könne man nicht nur auf den Bau von Eigenheimen am Stadtrand setzen, auch die Errichtung von großen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern müsse sich wieder lohnen.

Ulrich Geilmann, der technische Beigeordnete der Stadt Neukirchen-Vluyn, weist darauf hin, dass die Verwaltung bereits Gespräche über kommunalen Wohnungsbau auf Ebene des Kreises Wesel führe. "Außerdem hat die Politik bereits beschlossen, dass wir bei Gesprächen mit Investoren darauf achten, dass 25 Prozent bezahlbarer Wohnraum berücksichtigt wird."

Aus den Daten des Handlungskonzeptes geht auch hervor, dass in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Einwohner im Neukirchener Ortskern kontinuierlich abgenommen hat, im Zeitraum von 2005 bis 2016 um sieben Prozent. Vor allem junge Menschen im Alter bis 30 Jahren und ältere Menschen über 65 Jahre ziehen weg, letztere nicht zuletzt wegen ihrer Wohnsituation im fortgeschrittenen Alter.

Erfreulich ist dieses Ergebnis aus den Fragebogen-Aktionen: 90 Prozent der Befragten sind mit dem Wohnumfeld zufrieden. 80 Prozent wünschen sich als zusätzliche Ausstattung für ihre Wohnung eine Garage, was laut der Gutachter ein "extrem hoher Wert" ist, der für einen "hohen Motorisierungsgrad" spricht. Dagegen sei die Bedeutung des Öffentlichen Personennahverkehrs in Neukirchen "vernachlässigbar".

Quelle: RP
 
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