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Neukirchen-Vluyn
Niederberg-Markt: Erste Trends liegen vor

Neukirchen-Vluyn: Niederberg-Markt: Erste Trends liegen vor
Blick über die ehemaligen Fördertürme der Zeche Niederberg auf die neue Siedlung und die noch unbebauten Grundstücke südlich der Niederrheinallee, auf denen Gewerbe entstehen soll. Dazu gehört auch ein Vollversorger, über dessen Verkaufsfläche allerdings die Politik uneins ist. Das neue Einzelhandelsgutachten könnte die Kontroverse entscheiden. FOTO: Christoph Reichwein
Neukirchen-Vluyn. Noch liegt das neue Einzelhandelsgutachten nicht vor, doch wurden in einer Arbeitsgruppe erste Tendenzen bekannt gemacht. Demnach sollte ein Lebensmittelmarkt auf Niederberg 900 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Von Stefan Gilsbach

Es gibt eine Reihe von Bürgern in Neukirchen-Vluyn, die gespannt auf das neue Einzelhandelsgutachten warten, nicht nur jene, die in politischen Parteien engagiert sind. Auch viele Geschäftsleute in den Ortskernen von Neukirchen und Vluyn und die Neubürger der Siedlung Niederberg möchten gern wissen, wie sich der Einzelhandel nach Meinung der Fachleute am besten entfalten wird. Die Händler in den Ortszentren machen sich Gedanken über eine mögliche schädliche Konkurrenz, die Neubürger wünschen sich attraktive Einkaufsmöglichkeiten vor der Haustüre.

Das detaillierte Gutachten wird wohl erst im November vorliegen. Wie Wirtschaftsförderer Hans-Willi Pergens gestern auf RP-Anfrage bestätigte, hat es jüngst ein Treffen eines Lenkungskreises aus Vertretern von Politik, Verwaltung und Experten gegeben. Das Gespräch sei aber nicht-öffentlich gewesen. "Erst wenn das Gutachten komplett vorliegt und intern beraten wurde, können wir mehr sagen", so Pergens.

Wie aus politischen Kreisen zu hören, wurde bei dieser Sitzung eine Zahl genannt, die wichtig werden könnte: 900 Quadratmeter. Größer sollte laut der Berechnung der Gutachter die Verkaufsfläche des neuen Einzelhandels auf Niederberg nicht sein. Oder anders ausgedrückt: Diese Zahl ergibt sich, wenn man nach einem vorgegebenen Modus die Einwohner im fußläufigen Bereich und die Kaufkraft berücksichtigt.

Diese Zahl wird für Diskussionen sorgen. Denn die Fraktionen im Rat hatten sich zur Größe eben dieser Verkaufsfläche unterschiedlich positioniert. Die SPD beispielsweise war bislang von einer Größe von 1500 Quadratmetern ausgegangen, wie sie die Kölner Beratungsagentur BBE in einem Gutachten vor anderthalb Jahren empfohlen hatte. Die Grünen dagegen hatten bereits 2014 als erste Fraktion Zweifel an einer großen Lösung geäußert: Ein Handelsriese auf Niederberg sei eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den Einzelhandel in der Stadt insgesamt. Die CDU-Fraktion hatte sich im Frühjahr 2015 ähnlich geäußert und die maximale Größe eines neuen Marktes vor Ort mit 600 bis 700 Quadratmetern beziffert.

Das hatte zu einem vehementen Widerspruch aus den Kreisen der "Niederberger" geführt. Neusiedlerin Anja Steinhoff schrieb, dass eine so kleine Fläche "nach heutigen Kriterien kaum einen Investor locken" würde. Genau dieses Argument macht zurzeit auch in der Politik wieder die Runde.

Markus Meyer, Geschäftsführer des Werberings und CDU-Ratsherr, hielt sich gestern mit einem Kommentar zurück. Der Werbering werde warten, bis das komplette Gutachten vorliege. Allerdings man sich bereits klar für eine kleine Lösung eingesetzt. "Ein neuer habe Markt soll nicht die Kaufkraft aus den Zentren ziehen", sagt Meyer. Im Ortskern von Neukirchen entstehe ja gerade ein neuer Edeka-Markt, von dem hoffentlich die Ortschaft profitieren werde. Traurig sei dagegen die Schließung des Edeka-Marktes an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße.

Quelle: RP
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