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Razzien in NRW
Polizei gelingt Schlag gegen Immobilienbetrüger

Razzien in NRW: Polizei gelingt Schlag gegen Immobilienbetrüger
Hier in Neukirchen entdeckten Mitarbeiter der Sparkasse , dass ihr Institut Opfer von Kreditbetrügern geworden war. FOTO: Sparkasse
Neukirchen-Vluyn/ Moers. Nach Hausdurchsuchungen in dreizehn Städten in NRW hat die Polizei am Dienstag sieben Personen festgenommen, die im Verdacht des Immobilienbetruges stehen. Von Jürgen Stock

Die Sparkasse am Niederrhein hat mit zwei Anzeigen Ermittlungen gegen eine Betrügerbande ins Rollen gebracht, die nach Polizeiangaben bundesweit vermutlich einen Schaden im zweistelligen Millionenbereich angerichtet hat.

Nur wenige Tage ist es her, da freute sich Sparkassen-Chef Giovanni Malaponti öffentlich über das florierenden Kreditgeschäft. Jetzt stellt sich heraus, dass unter den Kunden, denen sein Geldinstitut Immobilienkredite verkauft hatte, offenbar auch solche waren, die gar nicht die Absicht hatten, das Geld zurückzuzahlen. Am Dienstag schlugen die Ermittler zu: In 13 Städten Nordrhein-Westfalen sowie in Niedersachsen und in Berlin durchsuchten sie Wohnungen und Geschäftsräume. In Moers, Mülheim und Köln vollstreckten Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) Haftbefehle gegen drei Männern im Alter von 37, 36 und 34 Jahren sowie eine 33-jährigen Frau aus Leverkusen. Der Vorwurf: Gewerbsmäßiger Betrug in vermutlich zweistelliger Millionenhöhe.

Während ihre Kollegen noch in Dortmund und Leverkusen Beweismaterial sichern, muss Polizeisprecherin Sabine Vetter in Wesel versuchen zu erklären, was geschehen ist. Nach ihrer Darstellung erstattete die Sparkasse am Niederrhein vor einem Jahr zwei Anzeigen, die die Ermittlungen ins Rollen brachten, an deren Ende einer der größten Betrugsfälle der vergangenen Jahre in NRW steht. Offenbar hatte eine Gruppe türkischer und deutscher Täter es geschafft, bei einer noch unbekannten Anzahl von Kreditinstituten Immobiliendarlehen zu ergaunern. Dabei wurden falsche Angaben zur Identität des Kreditnehmers und seiner Bonität gemacht. Zur Verdeutlichung schildert Vetter einen konkreten Fall: "Einer der Hauptbeschuldigten erwirbt in Duisburg für 70 000 Euro eine Schrottimmobilie. Die wandelt er in Eigentumswohnungen um. Seine Mittäter gehen nun zu Banken und nehmen zum Erwerb einer dieser Wohnungen einen Kredit in Höhe von 135 000 Euro auf. Der Kredit geht direkt an den Erwerber der Schrottimmobilie. Die Kreditnehmer erhalten ein Handgeld. Auf diese Weise hatte der Hauptverdächtige allein in diesem Fall einen Ertrag von 550 00 Euro erwirtschaftet."

Wie unsere Zeitung aus zuverlässiger Quelle erfuhr, soll eine der ins Visier der Fahnder geratenen Firmen ein Moerser Finanzdienstleister mit Sitz in der Innenstadt sein. Auf dessen Homepage ist der Satz zu finden: "Unser Grundprinzip lautet: Versicherungsangebote oder Finanzangebote, die Sie bei uns erhalten werden durch strenge hausinterne Kriterien auf Ihre Bedürfnisse angepasst." Die Sparkasse am Niederrhein wollte gestern zu den Berichten nicht Stellung nehmen. Sie bestätigte lediglich, dass die Anzeigen von der Rechtsabteilung in Neukirchen aus erstattet worden seien. Unter Hinweis auf Absprachen mit der Polizei machte das Institut auch keine Angaben über die Schadenshöhe. Nach Polizeiangaben waren alleine in Köln neun und in Moers vier Objekte durchsucht worden. Weitere Sicherstellungen gab es auch in Duisburg, Neukirchen-Vluyn und Dinslaken. Die Zahl der geschädigten Kreditinstitute könnte laut Polizei noch steigen.

Quelle: RP
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