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Neukirchen-Vluyn
Probleme durch Parken am Straßenrand

Neukirchen-Vluyn: Probleme durch Parken am Straßenrand
An der Niederrheinallee in Vluyn kann es nicht nur während der Stoßzeiten eng werden. Oft kommt der Verkehr ins Stocken. Für Radfahrer und Fußgänger bieten die unübersichtlichen Situationen Gefahren. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Die Stadt will den Verkehrsfluss an der Niederrheinallee im Vluyner Ortskern verbessern. Gutachter schlagen vor, das Abstellen von Autos am Straßenrand ganz zu unterbinden oder zumindest anders zu ordnen. Von Josef Pogorzalek

Man kennt das von der Niederrheinallee im Vluyner Ortskern: Jemand parkt sein Auto rückwärts ein, und schon drücken dahinter die nachfolgenden Fahrzeuge. Oder dies: Ein Bus schlängelt sich vorsichtig an abgestellten Autos vorbei, kommt ihm ein Fahrzeug entgegen, wird es brenzlig eng. Das Gefühl, dass es an der Ortsdurchfahrt nicht optimal läuft, ist verbreitet. Deshalb hat die Stadtverwaltung nun Gutachter eingeschaltet. Das Büro für Verkehrs- und Stadtplanung Rödel & Pachan aus Kamp-Lintfort hat die Verkehrssituation auf der Niederrheinallee im Bereich zwischen Vutzkreisel und Springenweg untersucht. Als Wurzel des Übels haben die Fachleute das Parken am Straßenrand erkannt.

Auf mehreren Abschnitten der Niederrheinallee (L140) im Ortskern dürfen Autos am Straßenrand abgestellt werden. Die Fahrbahnbreite betrage sieben Meter, moderne Pkw seien bis zu 2,10 Meter breit, sagte Kai Pachan im Bauausschuss. Ergebnis: "Es wird eng." Im Bauausschuss, wo er die Ergebnisse der Untersuchung vorstellte, sprach der Verkehrsplaner auch von einer "unangenehmen Situation" für Radfahrer. Sie müssten jederzeit mit einer sich öffnenden Autotür rechnen. Oder mit Fußgängern, die zwischen den abgestellten Auto durchpreschen.

Die Lösung liegt nah: Das Abstellen von Autos am Straßenrand (wohlbemerkt nur dort und nicht in den ausgebauten Parktaschen, die keine Probleme machten) sollte untersagt werden. Nötig seien diese insgesamt 28 Stellplätze (von denen maximal 19 in der Spitze belegt seien) ohnehin nicht. Insgesamt gebe es 537 Stellplätze auf zu Fuß gut erreichbaren Parkplätzen in Vluyn. Der Parkplatz auf dem Museumsplatz sei beispielsweise niemals vollständig ausgelastet, selbst an Markttagen nicht. Pachan schlug vor, statt des Straßenrandparkens an den Rändern der Niederrheinallee sogenannte Schutzstreifen für Radfahrer zu markieren. Allerdings müssen diese normalerweise 1,50 Meter breit sein. Die verbleibende Fahrbahn wäre dann für sich begegnende Autos recht eng, jedenfalls wenn Tempo 50 erlaubt bliebe. Einer Tempodrosselung müsste der Landesbetrieb Straßen zustimmen. "Von dort haben wir noch keine vernünftige Stellungnahme", sagte Pachan. Er sprach ebenfalls von Bedenken der Polizei. Sie befürchte, dass die Niederrheinallee ohne die Autos am Straßenrand zur "Rennstrecke" werde. Pachan prophezeite zudem, dass der Einzelhandel die Abschaffung des Straßenrandparkens kritisch sähe - wenngleich er sich zuversichtlich zeigte, dass man die Einzelhändler von den Vorteilen dieser Lösung überzeugen könne.

Pachan stellte allerdings auch eine andere, wohl mit weniger Widerstand verbundene Verbesserung der Verkehrssituation vor. Dabei wird das Straßenrandparken lediglich (um insgesamt zehn Plätze) reduziert und anders geordnet: Die Gutachter schlagen ein wechselseitiges Parken von maximal drei Fahrzeugen in einem Block vor. Der Verkehr würde dann besser fließen, die Geschäfte blieben wie bisher erreichbar, und auch die Radfahrer würden profitieren.

Übrigens sprach der Verkehrsplaner auch davon, dass sich der Ausbau der Straße zum "Shared Space" anbiete - einem beruhigten Bereich, in dem Fußgänger und Autofahrer gleichberechtigt sind. Das sei jedoch aufgrund der "Erschließungsfunktion" der Niederrheinallee ausgeschlossen: Die Landesstraße sei als Verbindung zwischen unter anderem Aldekerk, Schaephuysen, Neukirchen-Vluyn und Moers wichtig. Trotz der Verbesserungsmöglichkeiten gab Pachan übrigens zu verstehen, dass das "Chaos" an der Niederrheinallee überschaubar ist. Er jedenfalls sei vor allem "begeistert von der belebten Ortsdurchfahrt mit einer lebendigen Einkaufsstruktur."

Quelle: RP
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