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Neukirchen-Vluyn
Profi unterrichtet jetzt den Reiternachwuchs

Neukirchen-Vluyn: Profi unterrichtet jetzt den Reiternachwuchs
Reitstunde mit Johannes Eiden: Seit Anfang des Jahres kümmert sich der 61-Jährige um die Reitschule. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Johannes Eiden pachtet seit Anfang des Jahres einen Teil des Reiterverein-Geländes. Der 61 Jahre alte Pferdewirt stammt aus Dortmund. Von Ulrike Rauhut

Freunde des Reitsports können sich freuen: Seit Anfang des Jahres ist beim Reiterverein Neukirchen neuer Schwung eingekehrt. Auf dem Gelände des Traditionsvereins an der Krefelder Straße wurde seitdem kräftig aufgeräumt. Reithalle, Boxen und Sandplätze wurden hergerichtet und der Schulbetrieb mit einem neuen Reitlehrer wieder aufgenommen.

Johannes Eiden ist Pferdewirtschaftsmeister (klassische Reitlehre) und kam mit dem Wunsch nach einem Neuanfang nach Neukirchen. "Der Aufbau einer Reitschule, die Möglichkeit auf der Anlage zu wohnen und sie auch für den eigenen Sport zu nutzen - das erschien mir optimal", erzählt der gebürtige Dortmunder. Also zog er mit seiner Frau Beate ein und vereinbarte mit dem Verein eine Teilpachtung der Anlage. Parallel dazu wurden die Boxen an Pferdebesitzer vermietet, die auch die Weiden und die Anlagen nutzen können. Die Versorgung ihrer Tiere übernehmen die Einsteller selbst. "Als ich im Januar ankam, standen hier nur drei Pferde. Jetzt sind alle Boxen belegt", erzählt Eiden. Dass es hier wieder die Möglichkeit zu qualifiziertem Reitunterricht gibt, muss sich noch weiter herumsprechen. Eiden bringt dazu alle Voraussetzungen mit. Zunächst einmal seine eigenen Schulpferde. In verschiedenen Größen sind sie für Kinder und Erwachsene, Anfänger und Fortgeschrittene geeignet.

Die Leidenschaft für Pferde begleitet den 61-Jährigen seit seiner Jugend. Er absolvierte die Ausbildung zum Pferdewirt, die damals "Bereiter" genannt wurden, beim Major a. D. Paul Stecken an der Westfälischen Reit- und Fahrschule Münster, arbeitete in Turnierställen und schloss 1983 die Meisterprüfung mit der Bestnote ab. Die Ausbildung umfasst die Bereiche Dressur, Springen und Vielseitigkeit.

Für seine Erfolge im Springreiten erhielt er die höchste Auszeichnung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, das Goldene Reitabzeichen. Das Springen ist bis heute seine persönliche Lieblingsdisziplin geblieben. Sein Herzblut aber steckt er nun in die Weitergabe seiner Kenntnisse an Kinder und Jugendliche. Nicht nur mit einem großen Sachwissen, auch mit viel Einfühlungsvermögen, Freundlichkeit und Humor vermag er seine Schüler zu motivieren. "Am wichtigsten ist die Freude - aber sie sollen auch etwas lernen", fasst Eiden seine Philosophie zusammen. Dazu gehört auch eine gewisse Portion Strenge und Ernsthaftigkeit. Geduldig erklärt er, was das Aufnehmen der Zügel, das Andrücken der Schenkel beim Pferd bewirken. Er möchte nicht nur Befehle geben. Er möchte, dass sie verstehen, warum es so funktioniert. Die jüngsten seiner Schüler sind erst acht Jahre alt.

Vom Anfänger auf dem Schulpony bis zum turnierambitionierten Reiter mit eigenem Pferd - jeder soll hier individuell gefördert werden. "Sobald die Schüler soweit sind, werde ich auch Kurse für das Erlangen des Reitabzeichens anbieten", sagt Eiden. Auch seien demnächst wieder Turniere geplant, sobald alle Sandplätze wieder hergerichtet seien. Insgesamt stehen fünf Plätze inklusive der Reithalle zur Verfügung. Ein großer, moderner Springparcours mit einer Größe von 70 mal 90 Metern ist seit Mai der ganze Stolz des Vereins. Der wurde übrigens bereits 1924 gegründet und nach Prinz Sigismund von Preußen benannt, einem großen Turnierreiter, der der Jugend als Schutzpatron und Vorbild dienen sollte. Mit dem Neuanfang könnte der Verein nun an alte Erfolge anknüpfen. Freude am Reiten für Klein und Groß - das ist das vorrangige Ziel. Auf der Homepage unter reiterverein-neukirchen.de sowie bei Facebook findet man alle Informationen.

Quelle: RP
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