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Neukirchen-Vluyn/Krefeld
Rätselhafte Behälter bei Niep entdeckt

Giftfässerfund in Neukirchen-Vluyn
Giftfässerfund in Neukirchen-Vluyn FOTO: Schulmann
Neukirchen-Vluyn/Krefeld. Die blauen Fässer lagen in einer Wiese nahe der Stadtgrenze zu Krefeld. Die Feuerwehr prüfte den Inhalt zunächst mit Atemschutz. Die Behälter waren leer, jedoch fanden sich Spuren eines Reinigungsmittels für Bio-Diesel. Von Stefan Gilsbach

Unbekannte haben in einer Wiese an der Hülser Straße bei Niep eine Reihe blaue Behälter deponiert. Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich in den Fässern gefährliche Chemikalien befanden, gingen die gestern gegen 9.20 Uhr alarmierten Feuerwehren aus Neukirchen-Vluyn und Krefeld zunächst mit großer Vorsicht vor.

"Wir haben Atemmasken getragen", berichtet Einsatzleiter Stefan Heimberg, Löschzugführer der Vluyner Feuerwehr. Vor Ort waren auch Kräfte der Löschgruppe Niep, deren Wache nur wenige hundert Meter vom Einsatzort entfernt liegt. Die fragliche Wiese befindet sich dort, wo der Waldwinkelsweg in die Hülser Straße einmündet, ziemlich genau an der Grenze zwischen den Stadtgebieten von Neukirchen-Vluyn und Krefeld. Vor Ort hieß es, man habe 57 Fässer gezählt, die Kreis Weseler Verwaltung sprach am Nachmittag von 35 Fässern. Trotz der Nähe der Niepkuhlen liege die Wiese nicht in einem Wasserschutzgebiet, teilte Kreissprecherin Anja Schulte mit.

Wie sich bald zeigte, stellten die Fässer keine Gefahr für Mensch und Umwelt dar - sie waren leer. Allerdings wurden bei näherer Untersuchung Etiketten gefunden, die auf ein Reinigungsmittel für Bio-Diesel hinweisen. Mit dem Container eines Moerser Unternehmens wurden die Behälter abtransportiert. Die Hülser Straße, die von Niep zum Hülser Berg führt, war in ihrem mittleren Verlauf mehrere Stunden lang komplett gesperrt, der Verkehr wurde von der Polizei umgeleitet.

Zumindest eine erste Spur zu den Verursachern scheint es zu geben: Die Fässer zeigten laut den Einsatzkräften Spuren von Verschmutzung durch Algen. Möglicherweise haben sie lange im Wasser gelegen - vielleicht als Ponton, so eine Mutmaßung. Wahrscheinlich sind die Behälter in der Nacht zu Mittwoch auf der Wiese abgeladen.

Auch Andrea Margraf, Sprecherin der Kreis Weseler Polizei, war gestern Vormittag vor Ort. "Wir werden nun zunächst eine Ordnungswidrigkeitsanzeige verfassen", kündigte sie an. Da keine schädlichen Stoffe ins Erdreich gelangt sind, werde voraussichtlich von einer Strafanzeige Abstand genommen. "Die Unterlagen gehen dann an die Stadt Neukirchen-Vluyn. Falls man dort zu dem Schluss kommt, dass der Fall doch erhebliches Gewicht hat, geht das Ganze an die Staatsanwaltschaft."

Auch wenn vermutlich keine Strafanzeige gestellt wird, muss sich derjenige, der die Fässer illegal entsorgt hat, auf eine Geldbuße einstellen. Laut Frank Grusen, dem Sprecher der Stadt, ist in solchen Fällen ein Bußgeld bis zu 2500 Euro üblich. "Allerdings müsste der Verursacher auch die Kosten für den Einsatz bezahlen", gibt Grusen zu bedenken.

Die Stadt Neukirchen-Vluyn stellte gestern am frühen Nachmittag eine kurze Mitteilung auf ihre Internetseite, um die Bürger über den Stand der Dinge zu informieren. Eine Gefährdung der Umwelt habe nicht festgestellt werden können. Allerdings bittet die Stadt nun um Hilfe, um den Unbekannten zu findender die Fässer illegal entsorgt hat. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich unter 02845 391-152 an das Ordnungsamt der Stadt zu wenden - oder an die Polizei.

Quelle: RP
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