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Neukirchen-Vluyn
Rauchende Köpfe bei der Mathe-Olympiade

Neukirchen-Vluyn: Rauchende Köpfe bei der Mathe-Olympiade
88 Grundschüler aus Neukirchen-Vluyn stellten sich den Rechenaufgaben, die ihnen im Rahmen des Wettbewerbs gestellt worden waren. FOTO: Siwe
Neukirchen-Vluyn. 88 Kinder stellten sich den kniffeligen Aufgaben beim Landeswettbewerb Mathematik, der in Neukirchen-Vluyn stattfand. Sie waren hochkonzentriert. Von Sabine Hannemann

Beim genauen Hinsehen scheinen die Köpfe der jungen Rechenkünstler tatsächlich ein wenig zu rauchen. Sie brüten in drei Räumen der Neukirchener Hundertwasser-Schule über kniffelige Aufgaben. 88 Kinder der vier örtlichen Grundschulen sind Punkt 8 Uhr ans Werk gegangen. Fünf Aufgaben verlangen nach erhöhter Konzentration. Ein Würfel muss gekippt, eine Vierersumme gebildet und Blätter quadratisch gefaltet werden. Zwei Textaufgaben haben es in sich. Ein Beispiel lautet: Hanno zählt in seinem Stall zwölf Tiere. Es sind Schafe und Fliegen.

Von jeder Tierart gibt es mindestens ein Tier. Zusammen haben sie 66 Beine. a.) Wie viele Schafe und wie viele Fliegen hat Hanno gezählt? Gibt es zu den Aufgaben mehre Lösungen? Wenn ja, gib mindestens zwei unterschiedliche Lösungen an. Wenn nicht, begründe, warum es keine weitere Lösung gibt." Tania Lauterbach, Schulleiterin der Hundertwasser-Schule, kennt die kniffeligen Aufgabenstellungen.

"Ich weiß, wieviele Nüsse ihr geknackt habt und wie viel ihr geleistet habt", sagt sie nach dem 90-minütigen Wettbewerb. Für die Teilnahme gab es gestern eine Urkunde. "Ich habe ein gutes Gefühl", verrät der Viertklässler Jan, der zur Antoniusschule geht. Aufgeregt war Malika (9) vor dem Start. Zusammen mit Adriana (9) geht sie in die vierte Klasse der Hundertwasser-Schule. Die Schafe und Ziegen haben ihnen zu schaffen gemacht, verraten sie. Sylvia Best, stellvertretende Schulleiterin der Antoniusschule: "Um am Wettbewerb teilzunehmen, kommt vieles zusammen. Einerseits Talent, andererseits Kreativität und Mut, gewohnte Rechenwege zu verlassen. Nicht Schema F, sondern auch das Denken um die Ecke gehört dazu." Der Mathe-Unterricht könne nur Strategien trainieren, die richtige Lösung zu finden.

Bereits im vergangenen November waren in den dritten und vierten Klassen der Grundschulen die Entscheidungen gefallen, wer nach entsprechendem Test und Punktestand die nächste Runde erreicht hat. Dass in Neukirchen-Vluyn gleich 88 Grundschulkinder die zweite Runde angetreten sind, ist für Tania Lauterbach ein Erfolg. "Eine gute Steigerung zum Vorjahr", sagt sie.

Im Internet-Zeitalter scheint vieles möglich, doch das ist bei der Mathe-Olympiade eher nicht der Fall. Die Aufgabe werden wie beim Zentralabitur zentral gestellt, so dass keinerlei Ergebnisse im Vorfeld bekannt und über die Datenautobahn abrufbar sind. Sozusagen "Geheimnisträgerin" an der Hundertwasser-Schule war Lehrerin Laurence Hoff, die die Aufgaben unter Verschluss hielt und unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit vor Ort alles koordinierte. Nun heißt es Daumen drücken und abwarten. Bereits gestern wurden die Mathe-Bögen ausgewertet, die Ergebnisse nach Düsseldorf gemeldet. Weiter geht es nun mit der NRW-Auswahl der Besten am 16. April. Tania Lauterbach kennt die Anforderungen. "Wenige schaffen diese Runde. Aber in dem Alter zählt der olympische Gedanke doppelt." Der Wettbewerb ist ein jährlich bundesweit angebotener Wettbewerb, an dem mehr als 250.000 Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Die Mathe-Olympiade bietet allen interessierten Schülern die Möglichkeit, ihre besondere Leistungsfähigkeit auf mathematischem Gebiet unter Beweis zu stellen. Der nach Altersstufen gegliederte Wettbewerb ab Klasse 3 erfordert logisches Denken, Kombinationsfähigkeit und kreativen Umgang mit mathematischen Methoden.

Lösung: 3 Schafe (12 Beine) und neun Fliegen (54 Beine) haben 66 Beine.

Quelle: RP
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