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Neukirchen-Vluyn
Rüdiger Hoffmann mit neuem Programm in Vluyn

Neukirchen-Vluyn: Rüdiger Hoffmann mit neuem Programm in Vluyn
Rüdiger Hoffmann, der Prototyp des Ostwestfalen. FOTO: Stoffel
Neukirchen-Vluyn. Ist es wirklich schon 30 Jahre her, dass Rüdiger Hoffmann, der Ostwestfale mit dem staubtrockenen Humor, uns das berühmte Hasenfenster seiner Heimatstadt Paderborn erklärte? Nun ja, vielleicht nicht ganz. Aber tatsächlich feiert der Erfinder der Langsamkeit in diesem Jahr bereits sein 30-jähriges Bühnenjubiläum.

Mit seinem neuen Programm "Ich hab´s doch nur gut gemeint" gastierte er am Samstagabend in der Kulturhalle in Neukirchen-Vluyn. Die Menschen im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal erlebten einen unterhaltsamen Abend. "Lachen ist gesund, macht schlank und erhöht die Potenz", verkündete Hoffmann zu Beginn. Neben seinen typischen Geschichten, die oft in einer unerwarteten Pointe münden, gab es auch kritisch-hintersinnige Nummern sowie einige Lieder, zu denen er sich am Flügel begleitete. Durchgängig zwerchfellerschütternd waren seine komischen Geschichten nicht, aber es gab doch einige Wiedererkennungsmomente zum Schmunzeln.

In den Erlebnissen mit seinem Bekannten Hans-Peter und seiner Freundin Monika zum Beispiel. Monika ist nämlich Erzieherin und pflegt ihre Ansichten immer sehr ausführlich darzulegen. Sehr, sehr ausführlich. Bei Gesprächen im Freundeskreis arbeitet Monika gern mit dem Redefisch. Nur wer den in der Hand hält, hat das Wort. Merkwürdig, warum der sich bei Monika am wohlsten fühlt. Und wenn Hans-Peter beim Spieleabend pfuscht, muss er aufs "Stille Treppchen", das ist doch klar. Die Geschichten vom Campingurlaub im Holland mit diesem speziellen Paar geben natürlich jede Menge skurrile Situationen her. Zum Beispiel, als Hans-Peter das Lagerfeuer auspinkeln will und Monika darauf besteht, dass er sich hinsetzt ... Beim Thema Handy-Hype brachte Hoffmann die Absurdität permanenter Selbstoptimierung per App auf den Punkt: Früher machte man Sport. Heute hat man eine Gesundheits-App, die macht das für einen. Beispielsweise ein Schrittzähler. Früher haben die Leute viel mehr Schritte gemacht. Aber die wurden ja nicht gezählt! Dann bringt das natürlich nix.

Meike Suhre und ihr Mann Uli wohnen in Vluyn und wollten sich den Auftritt des Comedians nicht entgehen lassen. Meike Suhre kommt selbst aus Ostwestfalen und fand es Anfang der Neunzigerjahre genial, dass Hoffmann westfälische Gelassenheit auf die Bühne brachte. Und obwohl sie findet, dass sich das etwas abgenutzt hat, konnte sie sich in den Geschichten vom Zelten im holländischen Dauerregnen doch wiederfinden und amüsieren. Kleine Randnotiz: Hoffmann, der Prototyp des Ostwestfalen, der einst als Gegenspieler zum Rheinländer Jürgen Becker auftrat, wohnt nun selbst im Rheinland, in Bonn-Beuel.

(rauh)
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