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Neukirchen-Vluyn
Rundgang bei pinken Terrakotta-Soldaten

Neukirchen-Vluyn. Die Kunstschule am Schulplatz ist seit 19 Jahren eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt. Einmal im Jahr öffnet sie ihre Tore und lädt beim Frühjahrsrundgang ein. Von Ulrike Rauhut

Die Familien der Kunstschüler hatten ein Buffet zusammengetragen, ältere Schüler halfen den Dozenten Gerrit Klein, Gabi Berndt-Bathen und Katharina Berndt bei der Erläuterung der Kunstwerke. An drei Stellen der Atelierräume waren gestaltete Bücherstapel zu finden. Dazu hatte jeder Schüler ein altes Buch mitgebracht, das er individuell bemalen und mit seinem Namen versehen sollte.

Die Schichtung der Bücher ist ein Symbol für die künstlerische Individualität und für ein wichtiges Ziel des Unterrichts: Alle sollen sich gegenseitig halten, unterstützen und inspirieren.

Es herrscht ein offener Geist, der die Inspiration durch die alten Meister ebenso würdigt wie das Experiment mit ganz neuen Richtungen und Materialien.

So hat sich eine Klasse von Katharina Berndt-Bathen zum ersten Mal an die Tape-Art herangewagt. Die 15-17-Jährigen gestalteten Bilder mit dünnem, farbigem Klebeband. "Eigentlich sollte es nur ein kurzes Projekt werden", erklärte die Dozentin, "aber dann merkten wir, wie schwierig es ist, die Tapes mit Skalpell und Schere zurechtzuschneiden."

Herausgekommen sind Bilder mit Figuren aus "Alice im Wunderland" in Plakatgröße. Hannah Engelhardt hatte sich die Figur der Alice ausgesucht. Die lockigen, blonden Haare aus dem geraden Tapeband zu schneiden, war für sie eine der größten Herausforderungen. "Das war eine ganz schöne Frickel-Arbeit." In einem anderen Raum sind weitere Werke von ihr ausgestellt: Ein Karussell in einer Berglandschaft und ein Sessel, den sie mit einer Straßenszene bemalt hat.

Auch Mama Andrea Engelhardt hat sich anstecken lassen von der Lust auf Kunst: Sie ist seit drei Jahren Teil einer Erwachsenen-Klasse und genießt die Verbindung durch das gemeinsame Hobby. "Das Tolle ist, im künstlerischen Bereich ist sie mir weit voraus und ich kann sie um Rat fragen und nicht umgekehrt", erzählte sie.

Sie hatte mit Herausforderungen zu kämpfen: Bei der "Terrakotta-Armee" mussten Hunderte von kleinen Figuren aus Gips gegossen werden. Um einen Kontrapunkt zu dieser monotonen Arbeit zu setzen, hat sie ihre Figuren grasgrün eingefärbt und in einen Rahmen aus Kunstrasen gesetzt. Einer der Soldaten knallt in Pink aus dem Ensemble heraus. "Jeder sollte seine Besonderheit ausleben."

Quelle: RP
 
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