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Neukirchen-Vluyn
Samannshof-Betrieb ist zahlungsunfähig

Neukirchen-Vluyn: Samannshof-Betrieb ist zahlungsunfähig
Der bisherige Inhaber Björn Johann hatte Anfang 2017 mitgeteilt, er werde den Betrieb in dem Ausflugslokal schließen. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Insolvenzverfahren ist eröffnet. Interessenten, die das Lokal übernehmen würden, sind nicht in Sicht. Von Stefan Gilsbach

Seit Anfang des Jahres ist das Ausflugslokal Samannshof an der Grenze von Neukirchen-Vluyn zu Rheurdt geschlossen. Inhaber Björn Johann hatte der RP damals mitgeteilt, er habe sich zu diesem Schritt entschlossen, weil die bürokratischen Anforderungen und die Suche nach Personal zu schwierig geworden sei. Er hoffe, dass den Betrieb jemand anderes weiterführen werde.

Danach sieht es derzeit aber nicht aus. Das Amtsgericht Kleve hat nun ein Insolvenzverfahren über das Vermögen der Samannshof GmbH eröffnet - wegen "Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung". Anlass seien zwei Anträge, der eines Gläubigers und einer der GmbH selbst, als deren Geschäftsführer Björn Johann angegeben wird.

Zum Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Eberhard Stock ernannt worden, Partner der Anwaltskanzlei Niering, Stock und Tömp in Krefeld. Über Details des Verfahrens hielt man sich gestern zurück, allerdings erklärte Kanzlei-Mitarbeiter Andreas Plitzko über den Stand der Dinge: "Bislang ist niemand gefunden worden, der den Betrieb übernimmt", sagt der Rechtsanwalt.

Wer die Telefonnummer der Gaststätte an den Littardkuhlen wählt, hört die Durchsage: "Kein Anschluss unter dieser Nummer." Auch die Internetseite "www.samannshof.de" existiert nicht mehr. Online ist dagegen noch die Internet-Präsenz des "Landmarkt Littard" aus dem vergangenen Jahr. Diesen beliebten Markt hatte Björn Johann in den vergangenen Jahren organisiert. Er hatte Anfang 2017, bei der Schließung der Gaststätte, auch die Hoffnung ausgedrückt, dass seine Nachfolger im Samannshof sich um diese Veranstaltung kümmern werden. Der Markt hat immerhin mehr als 30 Jahre Tradition. Die Familie Girndt, die auf dem Buschmannshof am Littardweg den Laden "Die Schaf-Gabe" führt, war wie andere Anbieter in den vergangenen Jahren an dem Markt beteiligt. Ob und wie es weitergehen soll, darüber wissen die Girndts so wenig wie die Allgemeinheit. "Wir sind zurzeit in Wartestellung", meint Angelika Girndt.

Björn Johann hatte nach der Schließung des Lokals erklärt, er werde als Angestellter in der Hotellerie-Branche arbeiten. Vor sechs Jahren hatte er die Gaststätte Samannshof übernommen und sich vor allem der Erlebnisgastronomie gewidmet, mit Krimi-Dinnern, Osterfeuern, Jagdhornblasen etc. Die Immobilie ist seit Generationen im Familienbesitz. Ein Statement von Björn Johann konnte gestern nicht eingeholt werden.

Eine Gläubigerversammlung, bei der Insolvenzverwalter Stock über den Fortgang des Verfahrens berichten wird, findet Dienstag, 26. September, um 10 Uhr, im Gebäude des Amtsgerichts Kleve, Schloßberg 1 (Schwanenburg), im Sitzungssaal C-9 statt.

Quelle: RP
 
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