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Neukirchen-Vluyn
Schüler präsentieren Jubiläums-Projekte

Neukirchen-Vluyn: Schüler präsentieren Jubiläums-Projekte
In einer Installation haben Schüler 2520 Fahnen aufgestellt, die für Menschen stehen, die auf der Flucht gestorben sind. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Zur Feier des 110-jährigen Bestehens hatte das Julius-Stursberg-Gymnasium die Schüler zu verschiedenen Aktionen angeregt. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt und zeigen eine große Bandbreite an Interessen. Von Ulrike Rauhut

Erfolg ist ein Gemeinschaftswerk - unter dieser Überschrift und zur Feier seines 110. Jubiläums hatte das Julius-Stursberg-Gymnasium am Dienstagnachmittag eingeladen. Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Susanne Marten-Cleef präsentierten die Schüler die kreativen Ergebnisse ihrer Projekttage in der Aula, der Schulstraße, auf dem Sportplatz und in ihren Klassenräumen. Bei den unterschiedlichsten Projekten, an denen die Schüler am Montag und Dienstag gearbeitet hatten, stand die Teamarbeit im Mittelpunkt.

"Sich gegenseitig stützen" - das nahmen die Artisten der Varietè-AG wortwörtlich: Die Jüngeren, die teilweise erst seit ein paar Wochen mittrainieren, wirbelten in einer gekonnten, flotten Show über die Bühne. Die Älteren zeigten ein beeindruckendes Kurzprogramm mit Flickflacks und Hebefiguren. Die Klasse 6 b präsentierte ihr selbstgenähtes Tipi - ein echtes Gemeinschaftswerk von Schülern, Lehrern und Eltern.

Auch bei der Trommel- und Rhythmus-Show unter der Leitung von Anna Bentgens war es wichtig, gut aufeinander zu hören, um einen stimmigen Klang zu erzeugen. Mit den bahnbrechenden Erfindungen von Leonardo da Vinci und dem Zusammenwirken von Vernunft und Fantasie hatte sich die 9a, mit der Bergbaugeschichte auf der Zeche Zollverein der Geschichte-LK der Klasse 11 beschäftigt. Die 7c hatte sich mit ihrem Lehrer David Kretschmer Gedanken gemacht, wie man in einer Art Talente-Börse Fähigkeiten nutzen und teilen kann. Im Klassenraum baumelten Karten von der Decke, auf denen die Schüler ihre Dienste wie Rasen mähen oder Babysitten anboten, gerne auch im Tausch gegen eine Lektion im Stricken oder Schachspielen. "H 4 H" - Help for Help hatten die Schüler das genannt.

Den Blick über den eigenen Tellerrand wagten auch andere: Sophia Funke (10d) war mit vier Mitschülerinnen zwei Tage lang zu Gast in der Altenheimat in Vluyn gewesen. "Mich hat beeindruckt, wie die alten Damen für sich ,Erfolg' definieren", erzählt Sophia, "Mit dem Tod der eigenen Schwester fertig werden oder sich vom Rollstuhl zum Rollator kämpfen. Und das alles war nur möglich durch gegenseitige Unterstützung."

Eine beeindruckende Installation konnten Besucher auf dem Sportplatz entdecken: Die Klasse 9d, von denen viele bei der AG "Sport mit Flüchtlingen" engagiert sind, hatte auf einer Fläche von 40 mal 70 Metern 2520 weiße Fähnchen aufgestellt, in einem Muster, das sich in einer Luftaufnahme als die Zahl 365 zeigte. Auf jeder Fahne stand ein Datum zwischen Juli 2015 und Juni 2016 geschrieben. Und eine Todesursache. "Jede Fahne steht für einen Menschen, der auf der Flucht nach Europa gestorben ist", erklärt Linus Holfort bei dem bedrückenden Gang durch das Fahnenmeer. "Und das sind nur die bestätigten Toten. Man vermutet, dass es etwa zehnmal so viele waren." An einem Infostand der Flüchtlingshilfe der Diakonie wurde aufgezeigt, wie jeder mit einer Geld- oder Sachspende helfen kann.

Quelle: RP
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