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Neukirchen-Vluyn
Schulklasse bestaunt Projekt "Schafe für Bosnien"

Neukirchen-Vluyn: Schulklasse bestaunt Projekt "Schafe für Bosnien"
Ursula Hölz (links) und Barbara Quiring zeigten für die Bosnienhilfe der Caritas Duisburg, wie man mit Schafswolle spinnen kann. Schon ein Tier ist für eine arme Familie in Bosnien eine große Gabe. FOTO: Marcus Koopmann
Neukirchen-Vluyn. Das Ehepaar Hölz und Barbara Quiring zeigten Schülern der Pestalozzi-Schule, wie Schafe bedürftigen Menschen in Bosnien helfen. Von Ulrike Rauhut

Wenn es nach Lucy aus der 3a ginge, würde es "Sunshine" heißen, das Schaf für Bosnien. Sie hat zwei Schäfchen auf ihren Briefumschlag geklebt, sie mit weißer Watte angezogen und auf eine grüne Wiese gesetzt. Oben drüber schweben zwei - na klar - Schäfchenwolken und natürlich eine strahlende Sonne.

Ein Strahlen möchte Heribert Hölz wieder in die Gesichter von bosnischen Familien bringen, wenn er ihnen mithilfe der Geldspenden, die in den Umschlägen gesammelt werden, eine kleine Schafherde und damit eine Lebensgrundlage ermöglicht. Seit 25 Jahren ist der Neukirchen-Vluyner zusammen mit seiner Frau Ursula für die Menschen in dem armen Land unterwegs. Zunächst brachten sie Lebensmittel in das Balkanland, seit einigen Jahren spenden sie im Sinne einer "Hilfe zur Selbsthilfe" Schafe. In diesem Jahr steht am Sankt-Martins-Tag nicht nur eine Sammeldose in der Pestalozzi-Schule. Die Schule hatte beschlossen, dem Thema einen ganzen Aktionstag zu widmen. Dazu gab es gestern Vormittag eine Art Parcours mit fünf Stationen, die alle Klassen nacheinander durchliefen. "Am Tag des Schafes erfahren die Kinder sehr anschaulich, welch große Bedeutung eine kleine Schafherde für eine bosnische Familie hat", sagt Lehrerin Kerstin Turowski, die den Tag organisiert hat.

Heribert Hölz hatte seine Gitarre mitgebracht und stimmte mit den Kindern im Musikraum Martinslieder an. Dann erzählte er auf spannende und kindgerechte Art, wie er zuletzt vor sechs Wochen einer siebenköpfigen Familie eine Schafherde gebracht habe. Als erstes habe der Züchter fünf Lämmer aus seinem Lastwagen geholt und sie den Kindern in den Arm gegeben. Zusammen mit fünf Mutterschafen und einem Bock wurden sie vom gesamten Dorf in Empfang genommen. Als er erzählte, dass die Menschen vor Freude und Dankbarkeit Tränen in den Augen hatten, waren auch die Grundschüler ganz still. "Deshalb bitte ich euch, wie Sankt Martin zu teilen und zu helfen", sagte Hölz. Auf die Frage, was man alles von einem Schaf bekomme, wussten die Kinder Milch, Käse, Butter und Wolle zu nennen. Wie aus Schafwolle das Grundmaterial für einen warmen Pullover wird, das konnten die Kinder bei Ursula Hölz und Barbara Quiring erfahren. Sie zeigten, wie die Rohwolle gekämmt, am Spinnrad gesponnen und die Fäden miteinander verzwirnt werden. Nebenan konnten sie bei Lehrerin Monika Hölz und ihren Kolleginnen aus bunter Wolle Armbänder herstellen. In einer weiteren Station gab es Informationen zur Käseherstellung. Jedes Kind durfte einen Cräcker und etwas Schafskäse probieren. Wenn die Kinder ihre gefüllten Spendenumschläge in der Schule abgeben, wird sich zeigen, wie viele Schafe Heribert Hölz bald in Bosnien übergeben kann. Ein Mutterschaf kostet rund 130 Euro. Und wenn Lucys Umschlag ausgelost wird, heißt eines davon "Sunshine".

Quelle: RP
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