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Neukirchen-Vluyn
Stadt bekommt ein Freifunk-WLAN-Netz

Neukirchen-Vluyn: Stadt bekommt ein Freifunk-WLAN-Netz
André Landskron mit seinem Laptop im Kulturcafé in Vluyn. Auf dem Bildschirm ist das Logo des Vereins Freifunk zu sehen. Landskron hatte vor mehr einem Jahr mit einem Antrag den Anstoß für die Freifunk-Initiative in Neukirchen-Vluyn gegeben. FOTO: siwe
Neukirchen-Vluyn. Flächendeckend überall in den Ortskernen ins Internet gehen zu können, dass wollen Rat und Verwaltung in Neukirchen-Vluyn umsetzen. Der Anstoß kam von André Landskron, Mitglied der Fraktion FDP/Piratenpartei. Von Stefan Gilsbach

Es kommt nicht oft vor, dass alle Fraktionen im Rat einer Meinung sind, doch als in der jüngsten Ratssitzung über ein öffentliches WLAN-Netz abgestimmt wurde, gingen sämtliche Arme hoch. Damit wurde folgende Beschlussvorlage abgesegnet: "Die Stadtverwaltung Neukirchen-Vluyn wird die Freifunk-Initiative unterstützen und unter anderem Gespräche mit den Interessensvertretungen des örtlichen Einzelhandels führen. Darüber hinaus sollen im Eigentum der Stadt stehende Gebäude für die Anbringung von Routern oder Antennen zur Verfügung gestellt werden."

Zu verdanken ist diese Initiative dem Piratenpartei-Mitglied André Landskron aus Neukirchen-Vluyn. Er hatte den entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Landskron ist sachkundiges Mitglied in der Fraktion, die FDP und Piraten gemeinsam im Neukirchen-Vluyner Rat bilden.

Doch was ist unter "Freifunk" zu verstehen? "Es handelt sich um einen nicht-kommerziellen Verein", erläutert der Piratenpolitiker. Das Prinzip sei, dass der Nutzer seinen WLAN-Router auch für andere Teilnehmer zur Verfügung stellt. So entsteht schließlich ein funktionierendes Netz. "Unsere Vision ist die Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke", heißt es auf der Internetseite der Initiative. Landskron sagt: "Die Grundidee von Freifunk ist eigentlich, ein barrierefreies Netz zu schaffen."

Neukirchen-Vluyn zählt somit zu den Städten, in denen die Politik das WLAN zur öffentlichen Sache machen will. "Den Anfang damit hat Arnsberg gemacht", weiß Landskron. Inzwischen folgen viele Kommunen diesem Trend - zum Beispiel Moers. Auch in der Kreisverwaltung in Kleve können Besucher überall WLAN über Freifunk nutzen. "Wir als Piraten sehen in der Freifunk-Initiative eine kostengünstige Möglichkeit, um ein solches Netz in der Stadt zu schaffen", meint Landskron. Das sei angesichts der Haushaltskonsolidierung naheliegend. Der Zugang zum Freifunk funktioniert über Router, deren Anschaffung pro Stück etwa 20 Euro kostet. Ein Vorteil für Privatpersonen ist das Provider-Privileg des Vereins: Die Mitglieder müssen nicht befürchten, für den Missbrauch des Netzes - etwa für kriminelle Zwecke - haften zu müssen. Im Ernstfall wäre der Verein dafür verantwortlich. Allerdings kann dieser eventuelle Täter im Netz zurückverfolgen.

"Wir hatten das Thema Freifunk bereits während des Kommunalwahlkampfes in die Diskussion gebracht", berichtet André Landskron. Ein WLAN-Netz mit vielen "Hotspots" steigere die Attraktivität der Ortskerne in Vluyn und Neukirchen für Touristen und auch für Jugendliche. "Den Antrag haben wir im vergangenen Mai gestellt, später haben wir das Konzept von Freifunk dann in einer interfraktionellen Sitzung vorgestellt."

In Moers ist bereits die gesamte Innenstadt über das Freifunk-Netz für WLAN erschlossen. Im Juli kam der 130. Router hinzu. Allerdings funktioniert das flächendeckende Internetangebot nur, wenn Einzelhändler oder Anwohner ihre privaten Internetanschlüsse für das Freifunk-WLAN zur Verfügung stellen. Daher wird auch in Neukirchen-Vluyn viel von den Gesprächen abhängen, die mit den Interessengruppen der örtlichen Händler geführt werden sollen.

Quelle: RP
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