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Neukirchen-Vluyn
Stadt: Bürgerradweg würde dreimal Nieper Straße queren

Neukirchen-Vluyn: Stadt: Bürgerradweg würde dreimal Nieper Straße queren
Das Verkehrsaufkommen auf der Nieper Straße ist so hoch, dass Fahrradfahrer drohen, unter die Räder zu kommen. FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Die Verwaltung hält einen Bürgerradweg für denkbar, aber auch nicht für unproblematisch. Von Stefan Gilsbach

Es gibt Themen, die beschäftigen kommunale Gremien über Jahrzehnte hinweg. Eines davon ist der Gedanke, an der Nieper Straße, zwischen den Einmündungen von Lintforter und Krefelder Straße, einen Radweg anzulegen. Die Straße wird stark befahren und für Radler ist die Situation heikel - diese Klage hat die Politik bereits mehrmals vorgebracht. Zuletzt hatte die CDU-Fraktion im Frühjahr 2015 einen Vorstoß für einen Radweg unternommen. Nun wird dieses Thema im kommenden Bauausschuss wieder aufgegriffen.

"Die Sache schwelt seit Jahren", meint der technische Beigeordnete Ulrich Geilmann. "Aber der Landesbetrieb Straßenbau hat ja erklärt, dass dieses Vorhaben keine Priorität habe." Eine Option, die noch bleibt, wäre ein Bürgerradweg. Wie das zu bewerkstelligen wäre, darum geht es nun im Bauausschuss.

Die Nieper Straße, das bestätigt die Verwaltung in ihrer Vorlage, ist eine "hochfrequentierte Landstraße mit einem DTV-Wert von 3872 Fahrzeugen." DTV steht für "Durchschnittliche tägliche Verkehrswerte." Das bedeutet eine Belastung von etwa 233 Fahrzeugen pro Stunde, das wären vier pro Minute. Noch stärker befahren ist die Krefelder Straße, deren DTV-Wert bei 8443 Fahrzeugen liegt.

"Eigentlich ist das nicht die Aufgabe der Kommune", sagt der Beigeordnete. "Unsere Möglichkeiten sind begrenzt." Immerhin hat Neukirchen-Vluyn ein Haushaltssicherungskonzept, und der Radweg wäre eine freiwillige Leistung. Was den Besitz der Grundstücke betrifft, gibt es weniger Probleme, die Stadt hat zwischen der Lintforter Straße und dem Weimannsweg durchgängig Flächen erworben. Auch was die übrige Strecke angeht, zeigt man sich im Rathaus optimistisch. In einem Fall müsste allerdings ein Flurstück umfahren werden, weil zwischen dem Gebäude und der Straße nicht ausreichend Platz vorhanden ist.

Die Gesamtbaukosten für einen solchen Radweg schätzt die Verwaltung auf rund 510.000 Euro. "Bürgerradweg" heißt das Konzept, weil Vereine und Einwohner bei der Verwirklichungs mithelfen können, beispielsweise mit Traktoren. Dazu müsste allerdings eine Bürgerinitiative gegründet werden. Die Kosten würde die Stadt tragen, eine Förderung durch das Land ist denkbar. Wie sich diese Summen am Ende darstellen, das lässt sich laut der Verwaltungsvorlage noch nicht genau sagen.

Was der Politik wenig gefallen dürfte, ist die Tatsache, dass voraussichtlich drei Querungen für den Radverkehr nötig sind. Die erste, um von der Lintforter Straße auf den Weg zu gelangen, die zweite auf Höhe des Weimannsweges wegen der westlichen Grenzbebauung, die eine Fortführung auf der anderen Straßenseite zur Folge hat, und die dritte, um die Krefelder Straße zu überqueren.

Die Verwaltung zieht ein Fazit: "Die Ausführung des Bürgerradwegs stellt neben dem immer noch zu unterstellenden Gefahrenpotenzial an den drei Querungsstellen einen enormen zeitlichen und wirtschaftlichen Aufwand für die Stadt dar. Eine Berücksichtigung der Maßnahme ist frühestens im Haushalt 2018 und sowohl zeit- als auch kostenmäßig nur zu Lasten anderer Maßnahmen möglich. Aufgrund der umfangreichen Abstimmungs- und Planungsverfahren ist deshalb auch erst mittelfristig mit der Umsetzung des Radwegs zu rechnen."

Letztlich ist nun die Politik gefragt. Die Beschlussvorlage sieht vor, dass die Verwaltung mit der Planung eines solchen Radweges beauftragt wird.

Sollte das Vorhaben tatsächlich umgesetzt werden, müssten Kompensations-Maßnahmen zum Tragen kommen, beispielsweise eine straßenbegleitende Baumpflanzung, die durch Beschattung der Nieper Straße auch positive Wirkung auf das Klima haben würde.

Der Bau-, Grünflächen- und Umwelt-Ausschuss tagt am Montag, 14. November, um 17 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses, Hans-Böckler-Straße statt. Der genannte Tagesordnungspunkt gehört zum öffentlichen Teil. Die Unterlagen können im Ratsinformationssystem der Stadt unter www.neukirchen-vluyn.de studiert werden.

Quelle: RP
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