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Neukirchen-Vluyn
Stadt erwägt Aus für das Adventshäuschen

Neukirchen-Vluyn: Stadt erwägt Aus für das Adventshäuschen
Eine schöne Idee, leider für manche nur ein Anlass zum Kaputtmachen: Das Adventshäuschen hat während der vergangenen Wochen gelitten. FOTO: Stadt
Neukirchen-Vluyn. Zerstörungswut hat die Organisatoren frustriert. Ein generelles Vandalismusproblem im Dorf Neukirchen sieht die Polizei aber nicht. Von Stefan Gilsbach

So hatten sie sich das nicht vorgestellt, die Mitarbeiter des Stadtmarketings: Das Adventshäuschen auf dem Missionshof, in den vergangenen Jahren eine willkommene Bereicherung fürs weihnachtliche Dorf Neukirchen, ist in diesem Jahr durch Vandalismus und Müll verunstaltet worden.

Stadtsprecher Frank Grusen hatte diese Vorfälle mit großem Bedauern auf der Facebook-Seite der Verwaltung mitgeteilt. "Vandalen waren kurz vor Weihnachten und am vergangenen Wochenende aktiv", schildert er der RP. "Die Plexiglasscheiben waren eingeschlagen. Der ganze Boden war mit rausgerissenen Seiten aus den Büchern bedeckt." Zwar werde das Adventshäuschen abends abgeschlossen, aber für jemand, der entschlossen ist, dort einzudringen, sei das leider kein ernsthaftes Hindernis.

Nicht nur diese Zerstörungswut frustriert Grusen und seine Mitstreiter, auch sonst seien die Geschenke, die in diesem Jahr im Inneren gelandet seien, nicht eben einladend gewesen. "Vieles war einfach nur Müll", beklagt er. "Ich denke da an einen total verschimmelten Eierkocher."

Statt Freude am Schenken nur noch Spaß am Kaputtmachen und Vermüllen? Man überlege zurzeit, ob man das Adventshäuschen im nächsten Dezember überhaupt noch aufstellen soll. "Das Häuschen selber können wir noch einmal reparieren", sagt Frank Grusen. Doch hat das einen Sinn, wenn manche nur darauf warten, sich daran wieder auszutoben?

Eine Anzeige gegen die Urheber der Schäden hat die Stadt bislang nicht erstattet. Bei der Kreis Weseler Polizei heißt es, Vandalismus sei in Neukirchen kein auffälliges Problem. "So etwas hat es immer gegeben", meint Polizeisprecher Franz-Josef Kuhmann. "Was im Unterschied zu früher eher ins Auge fällt, sind die Graffitis."

Thomas Stralka, CDU-Ratsherr und seit Jahren im Dorfmarketing aktiv, wohnt im Dorf Neukirchen. Nach seinen Erfahrungen hat die Ortschaft kein übermäßig großes Problem mit Vandalismus. "Manche Personen haben im Zeitraum von Weihnachten bis Neujahr offenbar nichts Sinnvolles zu tun", kommentiert er bissig. Allerdings komme so etwas leider überall vor. "In bestimmten Abständen sind immer im Dorf mal wieder ein paar Idioten unterwegs." Was das Adventshäuschen betrifft, so habe er gehört, dass es anfangs nicht abgeschlossen gewesen sei, erst nach dem ersten Vorfall.

In den sozialen Medien wird die Mitteilung der Verwaltung zum Adventshäuschen reichlich kommentiert, mal mit Bedauern, mal mit unverhohlener Wut. "Schade, dass es immer wieder Menschen gibt, die Gutes zerstören oder es nicht zu schätzen wissen", schreibt eine Nutzerin. Und ein Nutzer meint resigniert: "Selbst wenn man die Idioten erwischt, passiert denen doch nix."

www.neukirchen-vluyn.de

Quelle: RP
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