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Neukirchen-Vluyn
Stadt kauft das "Dornröschenschloss"

Neukirchen-Vluyn. Bürgermeister Harald Lenßen hat gestern den Kaufvertrag für das Haus Hochstraße Nr. 2 unterzeichnet. Damit will die Stadt mehr Flexibilität bei der Gestaltung einer "attraktiven Eingangssituation" für den Ortskern Neukirchen erhalten. Von Stefan Gilsbach

Die Stadt Neukirchen-Vluyn wird das leer stehende Haus Hochstraße 2 kaufen. Das hat die Stadtverwaltung gestern Nachmittag mitgeteilt. Bürgermeister Harald Lenßen hat den Kaufvertrag für das Gebäude unterzeichnet. Sein Kommentar: "Wir wollen im Bereich der Kreuzung Hochstraße / Mozartstraße eine attraktive Eingangssituation für das Dorf Neukirchen schaffen. Der Erwerb des Hauses, für den wir bereits 2015 die notwenigen Mittel bereitgestellt hatten, war hierfür zwingend erforderlich. Nun kann auch dieses Grundstück den bisherigen Planungen entsprechend mit in die Neugestaltung einbezogen werden."

Wer auf Anhieb das Haus nicht vor dem geistigen Auge hat, erinnert sich sicher an die Aktion mit der "Dorfmasche", bei der das Gebäude komplett "eingestrickt" worden war. Das war im Jahr 2013, im Rahmen der Aktion "Ab in die Mitte". Die Bilder mit dem bunt behangenen Haus, das liebevoll als "Dornröschenschloss" bezeichnet wurde, brachten der Dorfaktion eine Menge an Publizität, und zwar über die Stadtgrenzen hinaus. Für das Engagement der Strick-Initiative gab es unter anderem die Auszeichnung "Die schönste Straße Deutschlands". Unter den 115 Bewerbern hatten es die handarbeitenden Damen unter die zehn Bundessieger geschafft.

Für die Neukirchen-Vluyner Stadtverwaltung ist der Erwerb von Hochstraße Nr. 2 eine "Chance zur kompletten Neuentwicklung", wie es in der Pressemitteilung heißt. Man habe sich mit den Eigentümern auf den Kauf der Immobilie mitsamt dazugehörigem Teilstück geeinigt.

Der Erwerb des Hauses muss in Zusammenhang mit den Entwicklungen im Dorf Neukirchen betrachtet werden. An der Mozartstraße entsteht ein neuer Edeka-Markt. Die Hochstraße selber wird zurzeit wegen Kanalarbeiten aufgerissen, das Pflaster soll neu gestaltet werden im Rahmen des "Integrativen Handlungskonzeptes" (IHK).

Wie die Stadt mitteilt, waren dem Ankauf "zahlreiche Gespräche und Verhandlungen vorausgegangen". Bei den bisherigen Planungen war immer die Option berücksichtigt worden, dass ein Erwerb durch die Verwaltung trotz der bislang unklaren Perspektiven eine weitergehende Gestaltung ermögliche.

"Die Verwaltung hatte immer ein großes Augenmerk auf den Eingangsbereich des Dorfes", erläutert Stadtsprecher Frank Grusen. Und dabei spielte auch das Grundstück, das nun gekauft werden soll, eine Rolle. Was mit der Fläche und dem Gebäude passieren soll, dazu gab Grusen gestern noch keine Auskunft. Auch zum Kaufpreis äußerte er sich nicht.

Quelle: RP
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