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Neukirchen-Vluyn
Stadt soll etwas zum Schutz der Bienen tun

Neukirchen-Vluyn. Naturschützer warnen vor einem Rückgang der Insektenpopulationen, auch der nützlichen Bienen. Die SPD in Neukirchen-Vluyn möchte das Thema auf die Agenda von Politik und Verwaltung setzen. Von Stefan Gilsbach

Was in den 80er Jahren der Wal war, das sind in der aktuellen Umweltdebatte die Bienen - das Symbol für die Zerstörung der Natur durch die Unbedachtsamkeit der Menschen. Berichte über den Rückgang der Insektenpopulationen beunruhigen die Öffentlichkeit und haben dazu geführt, dass viele Menschen Aktionen zum Schutz der geflügelten Honigproduzenten in die Wege leiten.

Auch die Stadt Neukirchen-Vluyn soll sich an dem guten Werk beteiligen, zumindest wenn es nach der SPD-Fraktion geht. Deren Vorsitzende, Elke Buttkereit, hat nun eine Anfrage an die Verwaltung gesandt. Sie möchte, dass in der kommenden Sitzung des Ausschusses für Bau-, Grünflächen und Umwelt mehrere Fragen zu dem Thema beantwortet werden.

Zum einen möchten die Sozialdemokraten wissen, inwiefern "Anzahl und Artenvielfalt von Insekten seit Beginn der 1980er Jahre bis heute in Neukirchen-Vluyn zurückgegangen" seien. Und: Was gedenkt die Stadt zu tun, um gegenzusteuern, "gegebenenfalls in Kooperation mit Privatleuten, Unternehmen und Vereinen", um Neukirchen-Vluyn wieder zur Stadt zu machen, in der es - im buchstäblichen Sinne - brummt.

Die SPD-Fraktion begründet ihren Vorstoß damit, dass Wild- und Honigbienen es "in vielen Städten schwer" haben. Es fehle an naturbelassenen Ecken, Unkräuter würden oft mit chemisch "weggespritzt", in der Landwirtschaft dominierten Monokulturen. Die Insekten seien jedoch nötig für ein funktionierendes Ökosystem, also sei nur sinnvoll, wenn Menschen sich für diese Tiere einsetzen.

In den vergangenen 27 Jahren hat die Gesamtmasse der Insekten in Teilen Deutschlands um mehr als 75 Prozent abgenommen, so Wissenschaftler im Fachmagazin "Plos one". Unter anderem waren von einem Forscher-Team der Radboud Universität in Nimwegen Daten ausgewertet worden, die seit 1989 von ehrenamtlichen Insektenkundlern in Krefeld gesammelt worden waren. Als Hauptgrund für den Rückgang nennen die Experten die intensive Landwirtschaft mit dem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln.

Angesichts dieses Szenarios wachsen die Stimmen, die für ein Umdenken plädieren. Die Stadt Rheinberg, schreibt Elke Buttkereit, sei jüngst der Initiative "Deutschland summt" beigetreten. Diese Bewegung bietet eine ganze Reihe von Aktionen an, unter anderem die Förderung des bienenfreundlichen Gärtnerns. Dass der gegenwärtige Trend zu Stein- und Schottergärten das Problem verschärft, darauf hatten bereits Vertreter der Grünen-Fraktion in Neukirchen-Vluyn hingewiesen. Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) macht sich für die Bienen stark. Angesichts der aktuellen Verhandlungen für die Große Koalition in Berlin fordern die Naturschützer eine neue Landwirtschaftspolitik.

Mehr Informationen erhalten Interessierte auf der Internetseite der Aktion www.deutschland-summt.de. Dort findet man auch Tipps für bienenfreundliches Gärtnern.

Quelle: RP
 
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