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Neukirchen-Vluyn
Stadt sucht einen Klimaschutzmanager

Neukirchen-Vluyn: Stadt sucht einen Klimaschutzmanager
Energieberatung für Bürger - oben das Thermographiefoto eines Hauses - und Projekte zur Aufklärung über den Klimawandel gehören zu den Aufgaben eines Klimaschutzmanagers. Links ein Workshop für Kinder im Duisburger Wald zum Thema Klima. FOTO: Probst, Andreas (apr)
Neukirchen-Vluyn. Noch bis Ende des Monats können sich Bewerber für eine auf drei Jahre befristetete Vollzeitstelle in der Neukirchen-Vluyner Verwaltung melden. Es geht dabei um die Umsetzung des lokalen Klimaschutzkonzeptes. Von Stefan Gilsbach

Die Stadt Neukirchen-Vluyn sucht nicht nur einen neuen Kämmerer, sie hat aktuell auch eine weitere Stelle ausgeschrieben, nämlich die eines Klimaschutzmanagers beziehungsweise einer Managerin. Sie oder er soll das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Neukirchen-Vluyn umsetzen. Es handelt sich um eine Vollzeitstelle, die auf drei Jahre befristet ist.

Neukirchen-Vluyn ist nicht die erste Kommune in der Region, die eine solche Stelle besetzt, beispielsweise Kempen und Wesel. Allerdings gab es in manchen Gemeinden auch Debatten über den Sinn einer solchen Stelle, etwa in Schermbeck. Dort waren kurioserweise die Grünen im Rat gegen einen Klimaschutzmanager. Das Geld, argumentierten sie, könne besser für Baumpflanzungen und andere konkrete Maßnahmen ausgeben werden.

Die Grünen in Neukirchen-Vluyn sehen das ganz anders. "Die Fraktion von Bündnis 90/Grünen war schon enttäuscht, weil wir die Ausschreibung der Stelle aus Gründen verschiedener Prioritäten verschoben hatten", erläutert Bürgermeister Harald Lenßen (CDU).

Dass ein solcher Manager ins Rathaus einziehen soll, haben die Ratsfraktionen vor Ort übrigens einstimmig entschieden. "Es ist eine politische Entscheidung", sagt Lenßen. Es gibt nicht, wie beim Thema Inklusion, den Druck einer UN-Resolution im Hintergrund. Aber der Rat hat eigenhändig ein Klimaschutzkonzept erstellt.

Doch was werden die konkreten Aufgaben des Klimaschutzmanagers sein? "Im Wesentlichen wird er sich um die Energieberatung kümmern", sagt der Bürgermeister. Das heißt, die Stelle soll nicht einfach nur ein Symbol guten Willens sein, sondern den Bürgern auch handfesten Service bieten. Der Aufbau einer Energie- und Fördermittelberatungsstelle ist eine der Aufgaben, die in der Ausschreibung genannt werden. Außerdem werde der Klimaexperte "mit Sicherheit auch in städtebaulicher Hinsicht eingebunden", sagt Lenßen.

Mancher Bürger mag wie die Schermbecker Grünen die Meinung vertreten, das Geld für die Stelle könne anderswo sinnvoller ausgegeben werden. Allerdings kann die Stadt dabei auf Fördergelder zurückgreifen. Lenßen: "Rund 80 Prozent der Kosten können wir dadurch finanzieren."

Weitere Aufgaben, die der oder die künftige Inhaber(in) der Stelle erfüllen soll, ist die Organisation von Informationsveranstaltungen, das Knüpfen von Netzwerken für Projekte, die Koordinierung der Aufgaben der Strom- und Wärmeversorgung und der Aufbau eines "Klimaschutz-Controllingsystems". Dabei geht es um die Bilanz von Kohlendioxid, das bekanntlich schlecht für die Atmosphäre ist.

Gefordert wird von den Bewerberinnen und Bewerbern ein erfolgreich abgeschlossenes Fachhochschul- oder Hochschulstudium der Ingenieurs- oder Umweltwissenschaften mit den Schwerpunkten Energie, erneuerbare Energie und Klimaschutz. Die Bewerbungsfrist endet am 30. Januar. Die Ausschreibung finden Interessierte auf der Internetseite der Verwaltung unter

www.neukirchen-vluyn.de

Quelle: RP
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