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Neukirchen-Vluyn
Tafel freut sich über ihre neuen Räume

Neukirchen-Vluyn: Tafel freut sich über ihre neuen Räume
Manuela Lenz und Ulla Borgemeister vor dem neuen Zuhause der Tafel an der Hans-Böckler Straße. Die beiden Frauen engagieren sich seit vielen Jahren in der Lebensmittelausgabe. FOTO: Christoph Reichwein
Neukirchen-Vluyn. Der Umzug vom Bendschenweg in den alten Betriebshof hinter dem Rathaus ist geschafft. Zwar sind noch nicht alle Räume komplett eingerichtet, aber das Wichtigste ist: die Lebensmittelausgabe läuft. Von Josef Pogorzalek

Es ist Donnerstag Vormittag, und der Betrieb der Tafel geht seinen gewohnten Gang. Frauen und Männer sortieren Obst, Gemüse, Joghurt und andere Dinge in Kisten ein, andere Vereinsmitglieder sind noch mit dem Auto unterwegs, um an Geschäften weitere Warenspenden abzuholen. Um zwölf beginnt die Lebensmittelausgabe, die ersten Abholer warten schon vor der Tür. Seit ein paar Wochen ist die Tafel nun im alten Betriebshof, hinter dem Rathaus, zu Hause. An die neuen Räume haben sich sowohl die Vereinsmitglieder als auch ihre Kunden inzwischen gewöhnt. "Das geht ganz schnell", sagt Ulla Borgemeister, Schatzmeisterin des Vereins. Fast vor der Tür, an der Hans-Böckler-Straße vor dem Rathaus, gebe es eine Bushaltestelle. "Wir sind hier gut zu erreichen."

Ein langes Hin und Her war dem Umzug der Tafel vorangegangen. Ihre bisherigen Räume am Bendschenweg musste die Lebensmittelausgabe verlassen, weil der Eigentümer, die evangelische Gemeinde, das Gebäude verkauft. Monatelang zog sich die Suche der Tafel nach einem neuen Obdach hin. Schon war von einer notgedrungenen Einstellung der Vereinsarbeit die Rede, als endlich Politiker den Blick auf die Räume des alten Betriebshofs lenkten. "Die Räume hier sind schätzungsweise um die Hälfte kleiner, aber wir kommen zurecht", sagt Borgemeister. Das ehemalige Sozialgebäude des Bauhofs bietet Platz für die Lebensmittelausgabe, einen Lagerraum und eine Küche für die Tafel-Helfer, die in einem früheren Duschraum eingerichtet wird. Die Kücheneinrichtung fehlt noch. "Wir bekommen die Küche der evangelischen Gemeinde vom Bendschenweg", sagt Manuela Lenz, die seit 13 Jahren zum Tafel-Team gehört. "Aber wir müssen sie dort selbst abbauen."

In den vergangenen Wochen hat die Tafel viel Zeit, Arbeit und Geld in den Umzug investiert. Allein der Ab- und Aufbau der begehbaren Kühlkammern habe an die 2000 Euro gekostet. Am alten Betriebshof musste zudem ein neuer Seiteneingang für die Kunden angelegt werden. "Sie dürfen das eigentliche Betriebshofgelände nicht betreten, weil es im Winter noch von der Stadt benutzt wird", sagt Ulla Borgemeister. Ewald Lenz, Ehemann von Manuela Lenz, hat ein Vordach gebaut, unter dem die Kunden draußen warten können. Nun denkt der Verein daran, den Wartebereich mit einer Plexiglaswand zu versehen, damit es im Winter nicht zu kalt werde. Am Bendschenweg konnten die Lebensmittelabholer im Gebäude warten; das war natürlich gemütlicher. "Wir hatten uns an die großzügigen Räume am Bendschenweg gewöhnt", gibt Ulla Borgemeister zu. Dennoch herrscht nun die Freude vor, dass Arbeit weitergehen kann. "Wir sind jetzt schon zum dritten Mal umgezogen", sagt eine Helferin, die gerade Brot sortiert, und ihren Namen nicht nennen möchte. "Angefangen haben wir in einer Garage in Vluyn, dann hatten wir zwei kleine Räume am Hugengraben, dann ging es zum Bendschenweg, jetzt sind wir eben hier."

Wie sich der neuerliche Umzug unterm Strich insgesamt finanziell auswirkt, ist noch nicht ganz raus. Die Stadt stellt die Räume mietfrei zur Verfügung. "Wir müssen uns aber mit 180 Euro im Monat an den Nebenkosten beteiligen", sagt die Schatzmeisterin. Am Bendschenweg logierte die Tafel ebenfalls mietfrei, außerdem habe die Stadt 3000 Euro als Nebenkostenzuschuss gewährt - die wurden jetzt gestrichen. Ulla Borgemeister ist auf die Zahlen nach der Heizperiode gespannt. Vermutlich werde die neue Unterkunft teurer für den Verein werden, sagt sie. "Dann betteln wir eben weiter." Zum Glück gebe es großzügige Menschen, die Sparkasse, die Firma Trox, aber auch Privatleute, die die Tafel immer wieder unterstützten.

Quelle: RP
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