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Neukirchen-Vluyn
Verlag verkauft seine Theologie-Sparte

Neukirchen-Vluyn: Verlag verkauft seine Theologie-Sparte
Nach der Verlagsunterzeichnung (von links): Martin Ludwig, Projektleitung Integration bei Vandenhoeck & Ruprecht, Mathias Türpitz, Geschäftsführer Neukirchener Verlagsgesellschaft, Carola Müller, Geschäftsführerin Vandenhoeck & Ruprecht, Hans-Wilhelm Fricke-Hein, Geschäftsführer Neukirchener Verlagsgesellschaft, und der Neukirchener Verlagsleiter Christoph Siepermann. FOTO: Neukirchener Erziehungsverein
Neukirchen-Vluyn. Die Neukirchener Verlagsgesellschaft schließt einen Vertrag mit dem Verlagshaus Vandenhoeck & Ruprecht. Das Programm für theologische Fachliteratur erscheint künftig dort. Entlassungen wird es durch den Verkauf nicht geben. Von Stefan Gilsbach

Die Neukirchener Verlagsgesellschaft verkauft ihr wissenschaftlich-theologisches Programm an den Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht. Das hat der Neukirchener Erziehungsverein gestern mitgeteilt. Die Aufsichtsräte der beiden beteiligten Häuser haben dem Verkauf bereits zugestimmt, nun wurde der Vertrag unterzeichnet. Die Übernahme erfolgt zum 1. September des laufenden Jahres.

Die Verlagsgesellschaft des Erziehungsvereins hatte bislang drei Säulen: die Verlagsprogramme "Aussaat", Theologie und den traditionsreichen Kalenderverlag. Letzterer und die "Aussaat" werden nicht verkauft. In der Sparte Theologie erscheinen vor allem Bibelkommentare und spezialisierte Fachliteratur.

Der Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft und zugleich Direktor des Erziehungsvereins, Pastor Heinz-Wilhelm Fricke-Hein, erklärt dazu: "Ein Anlass für den Verkauf sind personelle Veränderungen, die sich anbahnen. Zudem ist der Markt kleiner geworden, die Konzentration unter den Verlagen nimmt zu, die Auflagen sind geringer." Im Gesamtprogramm der Neukirchener Verlagsgesellschaft ist die wissenschaftliche Theologie eher eine kleinere Sparte. Das Programm "Aussaat", das sich unter anderem mit Belletristik an ein breiteres Publikum wendet, nimmt einen bedeutenderen Teil ein.

Im Rahmen des nun abgeschlossenen Vertrages ist festgelegt worden, dass die zuständigen Mitarbeiter aus dem Lektorat und der Herstellung fürs erste das theologische Programm weiter von Neukirchen-Vluyn aus betreuen werden. "Entlassungen wird es im Zusammenhang mit der Übernahme nicht geben", versichert der Erziehungsverein in einer offiziellen Stellungnahme. "Alle in Planung befindlichen Buchprojekte werden an den neuen Eigentümer übergeben." Die Marke "Neukirchener Theologie" wird von Vandenhoeck & Ruprecht für die nächsten fünf Jahre weiter genutzt.

"Wir sind der festen Überzeugung, dass mit dieser Maßnahme die Zukunft der renommierten wissenschaftlichen Reihen und Einzeltitel aus Neukirchen-Vluyn gesichert werden kann", sagt Hans-Wilhelm Fricke-Hein. Die "Neukirchener Theologie" werde in ein größeres Programm eingebettet, ohne ihren eigenen Charakter zu verlieren. "Wir wollen auf diesem Wege den Fortbestand des wertvollen wissenschaftlichen Programms für die Fachwelt sichern", verspricht Carola Müller, die Geschäftsführerin von Vandenhoeck & Ruprecht. "Es wird zudem von unserem bestehenden digitalen und internationalen Vertrieb profitieren."

Der Göttinger Verlag hat eine Tradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Für die enge Verbindung zur protestantischen Kirche steht unter anderem die Zeitschrift "Junge Kirche", die während des Dritten Reichs als Organ der "Bekennenden Kirche" galt. Der Verlag veröffentlicht wissenschaftliche Literatur auf zahlreichen geisteswissenschaftlichen Gebieten.

Quelle: RP
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