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Neukirchen-Vluyn
Verschlief die Stadt den Bücherei-Kauf?

Neukirchen-Vluyn: Verschlief die Stadt den Bücherei-Kauf?
Der Eingangsbereich der Bücherei am Vluyner Platz FOTO: Klaus Dieker
Neukirchen-Vluyn. Die Frage nach der Zukunft des Büchereistandortes in Vluyn treibt derzeit die Bürger und die Politiker in Neukirchen-Vluyn um. Die Fraktion NV AUF wirft der Verwaltung beim Thema Vluyner Bücherei Versäumnisse vor. Die Stadt verweist auf das Spargebot. Von Stefan Gilsbach

Diskutiert wird, ob die Einrichtung am Vluyner Platz, die durch die Stadt gepachtet ist, geschlossen werden und möglicherweise eine kleinere Anlaufstelle in der stadteigenen Kulturhalle am Von-der-Leyen-Platz eingerichtet werden soll. Gegen diese Pläne läuft derzeit eine Unterschriftenaktion, die durch den VdK-Ortsverein initiiert wurde (wir berichteten).

Sollte Vluyn die Bücherei ganz verlieren, so würde voraussichtlich die Bücherei in Neukirchen die zentrale Bibliothek der Stadt Neukirchen-Vluyn werden. Ganz neu ist die Diskussion übrigens nicht. Bereits in den Haushaltsdebatten im Jahr 2001 wurde eine Schließung der Vluyner Einrichtung diskutiert. "Um diese Zeit gab es auch die Idee, eine einzige Bibliothek für die Stadt an einem neuen Standort zu bauen", erinnert sich Dr. Heiko Haaz, Fraktionsvize der CDU. In den aktuellen Gesprächen der Fraktionen spiele diese Option aber keine realistische Rolle.

Hintergrund der ganzen Debatte ist das Haushaltssicherungskonzept. Klaus Wallenstein, Fraktionsvorsitzender von NV AUF geht's, weist allerdings darauf hin, dass in diesem Konzept der Stadt die geplante Einsparung von 46.000 Euro in 2018 und 60.000 Euro in 2020 immer nur mit Personaleinsparungen begründet werde, nicht mit der Miete. "Also war von Schließung bei der Beschlussfassung nie die Rede. Deshalb kann man sich auch heute nicht auf den Beschluss des Haushaltssicherungskonzept berufen", meint Wallenstein. Im Übrigen habe der Bürgermeister "grob gegen seine Pflichten verstoßen", weil er dem Rat nicht mitgeteilt habe, dass die Bücherei zum Kauf stehe.

Dazu nimmt die Verwaltung Stellung: Ein Kauf der Immobilie am Vluyner Platz hätte dem Plan, zu sparen und Steuererhöhungen zu vermeiden, entgegengestanden. Zudem wären laufende Kosten für die Stadtkasse angefallen. "Eine zeitnahe Amortisation durch eine Gegenüberstellung von Kaufpreis und Mietkosten in Aussicht zu stellen, ist hier wirklich zu kurz gedacht", teilt Stadtsprecher Frank Grusen mit. Übrigens sei die Immobilie der Stadt nicht angeboten worden. "Auch gab es keinerlei offizielle Informationen über den Verkauf - erst nachdem dieser bereits in der Abwicklung war."

Der Gedanke, an einem neuen Standort eine Bibliothek zu bauen, ist in den Augen der Stadtverwaltung keine Option. Frank Grusen: "Der Bücherei-Standort Neukirchen, der sich im Eigentum der Stadt befindet, wird nach seiner Ertüchtigung den Ansprüchen einer modernen und vielseitigen Bücherei gerecht werden. Ein Neubau wäre um ein vielfaches teurer, Fördergelder würden möglicherweise wegfallen." Auch dieses Vorhaben belaste letztlich durch die dann notwendigen Erhöhungen von Steuern die Einwohner und sei "absolut kontraproduktiv" für die Sparbemühungen der Kommune."

Quelle: RP
 
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