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Neukirchen-Vluyn
Vluyner Platz: Lenßen weist Kritik zurück

Neukirchen-Vluyn: Vluyner Platz: Lenßen weist Kritik zurück
Blick auf den frisch sanierten Vluyner Platz mit den neu gepflanzten Spalierbäumen. Während der ganzen Sanierungsphase hatte es beständig Kritik von Anliegern gegeben, unter anderem wegen der Rinne in der Mitte des Platzes. FOTO: Marcus Koopmann
Neukirchen-Vluyn. Der Bürgermeister will den Vorwurf, er und die Mitarbeiter der Verwaltung hätten die Kosten für die Sanierung des Platzes hochgetrieben, nicht auf sich sitzen lassen. "Wir haben die Aufträge der Politik umgesetzt", sagt er. Von Stefan Gilsbach

Wenn Bürgermeister Harald Lenßen in diesen Tagen in der Stadt unterwegs ist, muss er sich häufiger kritische Fragen von Bürgern anhören. Es geht dabei um die Kostenexplosion bei der Sanierung des Vluyner Platzes - oder, wie Lenßen es ausdrücken würde, die sogenannte Kostenexplosion.

In der Ratssitzung am vergangenen Donnerstag hatte die Verwaltung von der Politik Prügel dafür bezogen, dass die Maßnahme im Herzen von Vluyn mit rund 990.000 Euro deutlich teurer geworden ist als die vom Rat ursprünglich beschlossene Version für 620.000 Euro. Doch Lenßen will den Vorwurf, die Verwaltung habe versagt und so die Kosten hochgetrieben, nicht auf sich und den Mitarbeitern im Rathaus sitzen lassen. Die Kritiker machten es sich zu leicht, erklärt Lenßen gegenüber unserer Zeitung. Er rekapituliert: "Als die Sanierung geplant wurde, gab es drei mögliche Varianten." Dies waren eine preiswerte Variante für 620.000 Euro, eine etwas noblere Variante für 720.000 Euro und eine noch noblere für 880.000 Euro. Der Rat wählte die preiswerte Version - so weit, so gut.

Die Maßnahme wurde allerdings nicht verwirklicht, ohne vorher die Bürger und Anlieger zu beteiligen. Im Laufe dieses Prozesses, erklärt Harald Lenßen, sei das Vorhaben um Baumspaliere und andere attraktive Dinge angereichert worden. "Und das gibt es nun einmal nicht zum Nulltarif", resümiert er. Die Planung, die am Ende umgesetzt worden sei, stütze sich maßgeblich auf die Konzepte einiger Anlieger. Sein Fazit: "Es handelt sich nicht um eine Kostenexplosion, sondern um die Umsetzung von Aufträgen der Politik."

Ein Versäumnis der Stadtverwaltung sieht Lenßen lediglich in der Informationspolitik gegenüber dem Rat. Die entscheidende Kostenaufstellung sei infolge des Weggangs des damaligen technischen Dezernenten Ekkehard Deußen nicht richtig kommuniziert worden. Lenßen verweist auf die langjährigen Vakanzen in diesem Dezernat, die erst mit dem Amtsantritt des neuen technischen Beigeordneten Ulrich Geilmann und der neuen Leiterin des Tiefbauamtes, Uta Schoppmann, beendet werden konnten. "Und dennoch haben wir in dieser Zeit große Vorhaben wie den Kombibau und die Sanierung des Julius-Stursberg-Gymnasiums geschultert, und zwar ohne eine Steigerung der Kosten", betont der Bürgermeister. Überhaupt stehe die Stadt Neukirchen-Vluyn gut da, aber leider werde mehr über das Schlechte gesprochen als über das Erfreuliche.

Norbert Wehren, FDP-Ortsvorsitzender uns selber Anlieger, weist Lenßens Version zurück: "Die Behauptung, die Bürger seien wegen ihrer Beteiligung schuld, kann ich nicht nachvollziehen." So habe beispielsweise ein Angebot für das Pflanzen von Spalierbäumen in Höhe von rund 15.000 Euro vorgelegen, doch am Ende sei alles überraschenderweise mehr als doppelt so teuer geworden. Wehren ist zudem überzeugt, dass die Verwaltung bei der Vermessung geschlampt hat, was zusätzliche Kosten verursacht habe. Der technische Beigeordnete habe ihm dies gegenüber allerdings entschieden bestritten.

Für Bürgermeister Lenßen besteht kein Zweifel, dass die Sanierung sinnvoll war und auch geglückt ist: "Wir haben jetzt einen attraktiven multifunktionalen Platz." An einer Sanierung der Fläche habe letztlich kein Weg vorbei geführt, schließlich habe der Platz vor einigen Jahren wegen Frostschäden sogar gesperrt werden müssen. "Und der nächste Winter kommt bestimmt."

Quelle: RP
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