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Neukirchen-Vluyn
Wackeln die Pläne für die Hochstraße?

Neukirchen-Vluyn. Die Mitglieder des Bauausschusses sahen sich gestern nicht in der Lage, den Ausbaubeschluss zu verabschieden. Von Stefan Gilsbach

Es war eine chaotische Sitzung: Zwei Mal wurde eine Unterbrechung beantragt, und am Ende lautete das Ergebnis: Der Ausbaubeschluss für die Hochstraße wird in den nächsten Haupt- und Finanzausschuss verschoben. Eine überraschende Entwicklung, denn eigentlich hatten die Fraktionen im Bauausschuss die Entwurfsplanung für die Neugestaltung schon einstimmig gebilligt, nämlich im Februar. Der Haupt- und Finanzausschuss im März war zu dem gleichen Ergebnis gekommen. Doch je näher die geplanten Arbeiten rücken, um so schwerer scheint es der Politik zu fallen, das Vorhaben wirklich auf den Weg zu bringen.

Am ehesten schienen noch die Vertreter der Grünen bereit, die Debatte zu einem konstruktiven Ende zu bringen. Ratsmitglied Tom Wagener schlug vor, die technischen Vorhaben schon einmal zu beschließen und im Hauptausschuss noch einmal über die Kosten zu reden. Denn CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Nacke bemängelte, seine Fraktion habe nicht richtig beraten können, weil Unterlagen zu den Kosten zu spät eingetroffen seien. Das griff auch die SPD-Seite auf. Der baupolitische Sprecher der Fraktion, Gerd Lück, forderte eine "detaillierte Aufstellung" für den Hauptausschuss.

Die Diskussion drehte sich lange im Kreis, die Zuhörer hinten im Saal schüttelten den Kopf. Unerwarteterweise tauchte in dem Hin und Her noch das Thema einer möglichen Glasfaserverkabelung auf. "Das ist nicht Teil der Ausbauplanung", betonte Ulrich Geilmann, der technische Beigeordnete, der gestern keinen leichten Abend hatte. Als nach zweieinhalb Stunden erneut eine Unterbrechung beantragt wurde, gab es von den Zuhörern ungläubiges Gelächter. Tatsächlich erinnerte die Diskussion streckenweise an die blamable Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses am 10. Mai, als die Fraktionen ebenfalls zu keinem Ergebnis über den Ortskern in Neukirchen kamen.

Als man sich nach der zweiten Unterbrechung wieder im Ratsaal zusammenfand, stellte Claudia Wilps (SPD) den Antrag, das Thema in den Haupt- und Finanzausschuss zu verschieben. Lisa Wannenmacher (NV AUF geht's) äußerte ihr Unverständnis: "Bis auf die Entscheidung über die Leuchten und das Pflaster war doch bereits alles klar!" Sie habe den Verdacht, dass speziell die CDU-Fraktion beim Aufschieben eines Beschlusses Hintergedanken habe. CDU-Fraktionsvorsitzender Markus Nacke konterte: "Was dahinter steckt ist Verantwortung für die Menschen, die an der Hochstraße wohnen und die bezahlen müssen."

Die Anliegerbeiträge für die Neugestaltung der Straße liegen den Anwohnern schwer im Magen, zumal es die Möglichkeit gegeben hätte, eine Sanierung allein mit Mitteln der Ruhrkohle AG durchzuführen.

Wie schlecht die Stimmung im Dorf ist, bekamen die Planer jüngst bei der Vorstellung im "Arbeitszimmer" zu spüren, die knapp am Eklat vorbei schramme (unsere Zeitung berichtete). Bürger bezeichneten das ganze Vorhaben, die Straße neu zu gestalten, als "Schwachsinn von Anfang an". Auch die evangelische Kirchengemeinde hatte an den ursprünglichen Plänen einiges auszusetzen, vor allem das (inzwischen geänderte) Parkkonzept. Kurz gesagt: Die Akzeptanz für das Vorhaben bei den unmittelbar Betroffenen scheint gering.

Die nächste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses findet am Mittwoch, 22. Juni, um 17 Uhr im Rathaus statt.

Quelle: RP
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